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Nachrichten aus Österreich

Riesige Mure: 28 Personen geborgen
In Untertal bei Schladming (Bezirk Liezen) ist Sonntagabend im Zuge eines Unwetters eine riesige Mure abgegangen. Eine Straße wurde auf einer Länge von rund 600 Metern vermurt. 28 Personen mussten aus dem Gebiet in Sicherheit gebracht werden.
Sonntagabend zog ein heftiges Gewitter über Teile des Bezirks Liezen. Eine Gewitterzelle blieb etwa 45 Minuten über dem Bereich Untertal, hieß es von der Feuerwehr. Durch die heftigen Regenfälle löste sich eine Mure.

Straße vier Meter hoch vermurt
Die Untertalstraße wurde auf einer Länge von rund 600 Metern und teilweise bis zu vier Meter hoch verschüttet und damit unpassierbar. Im Untertal wurden dadurch 28 Personen – Wanderer, Hüttenbetreiber und Personal – eingeschlossen, hieß es am Montag von der Polizei. Sie wurden noch am Abend von der Feuerwehr und der Bergrettung in Sicherheit gebracht.

 
Muslimische Jugend: Mit Bildung gegen „politischen Islam“
Die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) hat am Montag ihre bereits zuvor angekündigte bundesweite Bildungsoffensive gegen den „politischen Islam“ vorgestellt. Als Unterstützung holte die Jugendorganisation dafür den ehemaligen Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka (ÖVP) ins Boot.

In einer gemeinsamen Pressekonferenz betonten Vertreter und Vertreterinnen der Jugendorganisation ihre Motivation: Man wolle selbst ernannten TikTok-Predigern die Stirn bieten. „Die österreichischen Werte und die muslimischen Werte stehen nicht im Widerspruch – das ist die Message, die ich den jungen Menschen geben will“, sagte MJÖ-Vorstandsmitglied Cemile Atasoy.

Auch wenn konkrete Details zur Bildungsoffensive noch ausstehen, sind die Schwerpunkte bereits gesetzt: So sollen etwa die Fragen geklärt werden, wer hinter den Narrativen islamistischer Akteure steht und wie diese Jugendliche beeinflussen. Mit dem Projekt „Gemeinsam gegen den politischen Islam“ sollen Partner und Partnerinnen aus Politik, Bildung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten, um Jugendliche vor demokratiefeindlichen und frauenverachtenden Einstellungen zu schützen und zu „immunisieren“. Atasoy: „Als muslimische Zivilgesellschaft haben wir diese Auseinandersetzung zu lange anderen überlassen. Das ändern wir heute.“

 
Schülerunion-Chats sorgen für Aufregung
Publik gewordene Chats aus einer Gruppe der Schülerunion haben heute für scharfe Kritik der SPÖ-nahen Schülerorganisation Aktion Kritischer Schüler_innen (AKS) und bei der NEOS-Jugendorgansation JUNOS gesorgt.

Die AKS sprach in einer Aussendung von „schockierenden Chats“ aus der ÖVP-nahen Schülerunion, diese würden vor „rassistischen, sexistischen und menschenverachtenden Inhalten“ strotzen. Seitens der Schülerunion zeigte man sich bestürzt. Man distanziere sich von den Nachrichten.

Die AKS verwies darauf, dass unter den Mitgliedern der Chatgruppe neben Landesfunktionärinnen und -funktionären auch Bundes- und Landesschülerinnenvertreter und -vertreterinnen gewesen seien – und „auch mehrere Mitglieder des aktuellen Bundesvorstandes der Schülerunion“. „Dieses Gedankengut scheint also tief in der Organisation verwurzelt“, hieß es in einer Pressemitteilung.

Personelle Konsequenzen gefordert
Ello Wachter vom Bundesvorsitz der AKS Österreich sowie der Bundesvorsitzende der JUNOS Schüler:innen, Marcus Lieder, sahen nun die Schülerunion „am Zug, diese Chats vollständig aufzuklären“. Auch personelle Konsequenzen wurden gefordert.


Kein Wunder, dass die ÖVP immer zur FPÖ schielt.
 
Klimapolitik mit "Hausverstand"
Von Kickl zu Kurz – eine Hitparade der Realitätsverweigerung

Während Europa und Österreich in der größten Hitzewelle seit Menschengedenken verschmachten, checken wir, was so einige unserer aktuellen und künftigen Politiklenker zum Thema Klimawandel und Erderwärmung zu sagen haben/hatten.

Also der aktuell zuständige Landwirtschafts- und Umweltminister Norbert Totschnig fährt eine mittlere Linie. Klimapolitik ist schon gut, aber sie darf die "Wettbewerbsfähigkeit" und die "Nahrungsmittelversorgung" (= Dieselprivileg der Landwirte) nicht gefährden. Brav.

Der Chef der stärksten Partei und möglicher Kanzler, Herbert Kickl hingegen, hat für "Klimahysterie", den "sogenannten Klimawandel" und die "überschießende Klimapolitik, die uns von Brüssel auferlegt wird", nichts übrig. Übersetzung: Der Klimawandel ist so eine Erfindung wie Corona, mit der "die Menschen in „Angst und Panik versetzt" werden sollen. Kickl ist für "Klimapolitik mit Hausverstand". Passt eh, denn der "Hausverstand" ist ja sehr oft ein Synonym für Indolenz und Ignoranz.

Dann gibt es noch einen möglichen künftigen Koalitionspartner von Kickl, den seinerzeitigen Kanzler Sebastian Kurz, der jetzt wieder das Gespräch mit Kickl sucht. Der sagte seinerzeit, Klimapolitik könne ohne weiteres "ohne Verzicht" für die Menschen ermöglicht werden – man müsse nur auf Technologie setzen.

Mit dieser frohen Botschaft verabschieden wir uns in den nächsten 39-Grad-Tag. (Hans Rauscher, 29.6.2026)

 
Schäden und Ausfälle
Hitze bringt Infrastruktur an Grenzen
Die brütende Hitze setzt nicht nur Lebewesen zu – in einigen europäischen Ländern haben die hohen Temperaturen bereits Infrastruktur in verschiedenen Bereichen an ihre Grenzen gebracht, auch in Österreich. Am Wochenende wölbten sich in Niederösterreich Betonplatten auf der Westautobahn (A1), in Teilen Wiens fiel der Strom aus, mögliche Ursache ist Trockenheit. In anderen Ländern gab es in vielen Bereichen Probleme. Die Hitze legt Schwachstellen offen.

Europa erwärmt sich laut Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und EU-Klimawandeldienst Copernicus schneller als jeder andere bewohnte Kontinent. Viele Gebäude und Infrastrukturen sind jedoch nicht auf extreme Temperaturen ausgelegt, dadurch steigt die Anfälligkeit für hitzebedingte Belastungen.

Viele Gebäude bieten keinen ausreichenden Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung. Während moderne Bauten häufig mit außenliegendem Sonnenschutz ausgestattet sind, fehlt dieser in der Regel bei älteren Gebäuden. In vielen Haushalten sollen daher diverse Klimageräte die Hitzetage erträglich machen.

 
Nach IT-Panne in der Finanz: Höchstgericht bewahrt Staat vor Millionenschaden
Das IT-System stellte Steuerbescheide in der falschen Reihenfolge zu. Laut Bundesfinanzgericht waren sie ungültig. Der Verwaltungsgerichtshof sieht das in einer aktuellen Entscheidung anders

Eine IT-Panne sorgte Anfang des Jahres für Nervosität bei den Finanzbehörden: Steuerbescheide waren in der falschen Reihenfolge zugestellt worden, das Bundesfinanzgericht (BFG) erklärte sie für ungültig. Dem Staat drohte, Millionen Euro an potenziellen Steuereinnahmen zu verlieren. Umso erfreuter dürfte man seitens der Finanz über eine aktuelle Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs (VwGH) sein, die das Problem weitgehend lösen dürfte (VwGH 28.5.2026, Ro 2026/15/0021).

"Alternativlos"
Zur Erklärung: Steuerbescheide werden heutzutage grundsätzlich digital zugestellt. Im vergangenen Jahr gelangten Bescheide aber oft in der falschen Reihenfolge ins Postfach der Steuerpflichtigen. Konkret ging es um Fälle, in denen die Finanz ursprüngliche Steuerbescheide nach oben korrigieren wollte, was im Steuerwesen Alltag ist. Dabei muss der alte Bescheid zunächst aus der Welt geschafft werden, etwa durch einen Aufhebungsbescheid. Gleichzeitig muss der neue Bescheid erlassen und zugestellt werden.

 
Die Politik kann vom uneitlen Habitus der Grazer KPÖ-Chefin lernen
Die "Caritas-Politik" der Kommunisten ist sicher nicht auf Bundes- oder Landesebene übertragbar – sehr wohl aber das Auftreten ohne Häme und Vernadern

Und wieder sind alle erstaunt. Wie konnte es passieren, dass die Grazerinnen und Grazer nach fünf Jahren mit einer kommunistischen Bürgermeisterin an der Stadtspitze schon wieder die KPÖ gewählt haben? Und auf das damalige Wahlergebnis von 2021 sogar ein Plus von sieben Prozentpunkten drauflegten?

In Graz hatte sich vor rund 20 Jahren für die KPÖ mit dem damaligen "Engel der Mieter", Ernest Kaltenegger, ein historisches Fenster geöffnet. Er begann mit "Kümmerarbeit" im Gemeindebau, er ging von Tür zu Tür und erfuhr – wie später seine Nachfolgerin Elke Kahr – viel über die Lebenssituationen der Bewohner. Es entstanden Vertrauensbande zur Bevölkerung.

KPÖ-Politiker haben mit den Geldern ihres Gehaltsverzichts in der Folge Bedürftige unterstützt. Als sie das Wohnressort übernahmen, holten sie zahlreiche Gemeindewohnungen aus dem Substandard. Der heutige Erfolg der KPÖ liegt in dieser Basisarbeit, im Klinkenputzen, in den offenen Rathaustüren und der Kommunikation mit den Bewohnern auf Augenhöhe. Der Erfolg liegt vor allem hier und nicht allein in der hohen Popularität der fast schon kultigen Elke Kahr.

 
Regierung zeigt sich gesprächsbereit
Die überhitzten Klassenräume angesichts extremer Hitze und weitgehend fehlender Kühlmöglichkeiten haben auch der Debatte über eine Vorverlegung der Sommerferien Schwung verliehen. Am Dienstag zeigten sich ÖVP und SPÖ diesbezüglich nicht abgeneigt. Laut NEOS-Bildungsminister Christoph Wiederkehr gibt es dazu Gespräche.

Angestoßen hatte die Debatte die Wiener Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (NEOS) bereits in der vergangenen Woche – mehr dazu in wien.ORF.at. Sie schlug vor, die großen Ferien bereits früher beginnen zu lassen, um Kindern und Lehrkräften zumindest einen Teil der Hitzewelle in den Klassen zu ersparen.

Während der Bildungssprecher der FPÖ Wien, Maximilian Krauss, die Vorverlegung als „bildungspolitische Schnapsidee“ bezeichnete, weil sie kein einziges Problem löse, machte der Kärntner Landeshauptmann Daniel Fellner (SPÖ) am Montag ebenfalls einen den Vorstoß für einen vorgezogenen Ferienstart – mehr dazu in kaernten.ORF.at.

Schulen „klimafitter“ machen
In vielen Klassen seien die Temperaturen nicht mehr zumutbar, so Fellner. „Ende Juni ist es heißer als Anfang September, daher sollten wir ganz pragmatisch überlegen, den Beginn der Sommerferien und den Schulstart künftig vorzuverlegen“, so der frühere Lehrergewerkschafter in einer Aussendung.

 
Einigung der Reformpartnerschaft: Ist es der große Wurf – oder nur Kosmetik?
Es sollte nicht nur um Strukturen gehen, sondern auch um das Wohl der Patienten: Bundesregierung, Länder und Gemeinden haben bis zuletzt um Reformen gerungen, besonders im Gesundheitssystem. In der Nacht auf Mittwoch wurde eine Einigung erzielt

Es ist ein Vorwurf, der Regierungen seit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten, um die Ohren fliegt: Überfällig seien die großen Strukturreformen, um die Staatsausgaben im Zaum zu halten, befinden Fachleute wie Kommentatoren. Das wollte sich die amtierende Koalition aus ÖVP, SPÖ und Neos nicht zum 73. Mal sagen lassen. Gemeinsam mit den Bundesländern rief sie eine "Reformpartnerschaft" ins Leben. Nach einem Jahr liegen nun erste Ergebnisse für die Bereiche Bildung, Gesundheit, Energie und Verwaltung vor. Bund, Länder und Gemeinden haben sich nach 13-stündigen Verhandlungen in der Nacht auf Mittwoch darauf verständigt und bei einer eilig für 0.30 Uhr einberufenen Pressekonferenz erste Informationen preisgegeben.

Frage: Was wollen die selbst ernannten Reformpartner erreichen?

Antwort: Einen besser organisierten Staat, der verantwortungsvoll mit dem Geld umgeht. Handlungsbedarf sieht die Politik in den Bereichen Bildung, Energieversorgung und allgemeine Verwaltung, vor allem aber im Gesundheitssystem. Der Status quo ist doppelt unbefriedigend. In der Bevölkerung mehren sich die Klagen über lange Wartezeiten und Versorgungslücken, gleichzeitig ächzt der Staat unter steigenden Kosten.

Frage: Geht es also um Einsparungen?

Antwort: Dass die Versorgung im Gesundheitsbereich billiger wird, ist angesichts der Kostentreiber unrealistisch. Geräte und Behandlungsmethoden werden besser, aber auch teurer, dazu kommt die demografische Entwicklung. Mit dem immer höheren Alter der Menschen wächst der Bedarf an Leistungen. Laut Prognose des Fiskalrats drohen die staatlichen Gesundheitsausgaben bis 2070 um 2,60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu steigen. Es geht nun darum, das Plus zu dämpfen.

 
Juni-Schnellschätzung
Entspannung bei Energie dämpft Inflation
Die Inflation hat sich im Juni merklich abgeschwächt. Laut Schnellschätzung der Statistik Austria sank die Teuerungsrate auf 3,2 Prozent, nachdem sie im Mai noch bei 3,7 Prozent gelegen war. Hauptverantwortlich für den Rückgang der Teuerung war nach Angaben der Statistik Austria von Mittwoch die Entspannung bei der Preisentwicklung von Energie.

„Die um 0,5 Prozentpunkte niedrigere Teuerung geht vor allem darauf zurück, dass Treibstoffe, aber auch Heizöl im Juni weit weniger preistreibend als im Vormonat wirkten“, sagte Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk. Die Energiepreise stiegen insgesamt um 5,4 Prozent und damit deutlich weniger stark als noch im Mai mit einem Plus von 9,8 Prozent.

Auch bei Lebensmitteln, Tabak und Alkohol ließ der Preisdruck nach: Diese Gruppe verteuerte sich um 1,5 Prozent nach 2,2 Prozent im Mai. Den größten Einfluss auf die Inflation hatten weiterhin die Dienstleistungen. Sie verteuerten sich wie schon im Monat davor um 4,4 Prozent und bleiben damit der bedeutendste Preistreiber. Die Preise für Industriegüter stiegen unterdurchschnittlich um 1,1 Prozent.

Kerninflation weiter bei 3,3 Prozent
Keine Veränderung gab es laut Statistik beim allgemeinen Preisniveau: Die Kerninflation blieb der Schnellschätzung zufolge wie im Mai bei 3,3 Prozent. Der endgültige Indexstand und weitere Ergebnisse für Juni werden am 17. Juli bekanntgegeben.

Der für europäische Vergleiche berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) wies für Österreich im Juni eine Teuerungsrate von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Im Vergleich zum Vormonat Mai ging der HVPI um 0,3 Prozent zurück.

Euro-Raum: Inflation sinkt auf 2,8 Prozent
Im Euro-Raum verteuerten sich Waren und Dienstleistungen im Juni laut Schnellschätzung im Schnitt um 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die vom EU-Statistikamt Eurostat bekanntgegebene Juni-Inflation lag niedriger als erwartet. Experten rechneten laut Reuters mit einem Rückgang auf drei Prozent.

 
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