Aktuelles
  • Herzlich Willkommen im Balkanforum
    Sind Sie neu hier? Dann werden Sie Mitglied in unserer Community.
    Bitte hier registrieren

Nachrichten aus Afrika

Sudan-Konferenz
Rund 1,5 Milliarden Euro für humanitäre Hilfe
Genau drei Jahre nach Beginn des Bürgerkriegs im Sudan sind dem afrikanischen Land bei einer internationalen Geberkonferenz in Berlin knapp 1,5 Milliarden Euro für zusätzliche humanitäre Hilfe in diesem Jahr zugesagt worden. Das teilte der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) am Mittwoch mit. Auf der Konferenz wurde das Leid der Bevölkerung in den Fokus gerückt – Rufe nach einer humanitären Waffenruhe gingen ins Leere.

Wadephul sprach am Rande der Konferenz von einem guten Zeichen in „einer Welt schrumpfender humanitärer Mittel“. Im Sudan ereigne sich zurzeit „die größte menschengemachte humanitäre Katastrophe der Welt“, sagte der Minister und forderte eine humanitäre Waffenpause und – wie andere Teilnehmer der Konferenz auch – Drittstaaten dazu auf, die Konfliktparteien nicht mehr mit Waffen zu beliefern.

Russlands andauernder Krieg gegen die Ukraine und der Krieg im Nahen Osten verschärften die Krise für die Menschen im Sudan und in der Region, „die bereits unter unerträglichen Bedingungen leben“, sagte Wadephul. In der Früh hatte der deutsche Außenminister im Deutschlandfunk gesagt, Ziel sei es, die Mittel der vorherigen Konferenz in London zu übertreffen. In diesem Jahr sind nach UNO-Angaben bisher nur 16 Prozent der Hilfsgelder für den Sudan gesichert.

Die Sudan-Konferenz in Berlin wurde – nach Konferenzen in Paris und London – von der deutschen Regierung zusammen mit Großbritannien, Frankreich, den USA sowie der EU und Afrikanischen Union ausgerichtet. In Paris hatte es Hilfszusagen in Höhe von etwa zwei Milliarden Euro und in London von etwa einer Milliarde Euro gegeben. Insgesamt 120 Delegationen waren ins Auswärtige Amt eingeladen, etwa 60 davon aus der Zivilgesellschaft.

 
Sudan
RSF finanziert Krieg mit Beute aus Museen
Die Kämpfe zwischen der sudanesischen Armee und der Miliz Rapid Support Forces (RSF) gehen auch zu Beginn des vierten Kriegsjahres unvermindert weiter. Aufseiten der RSF werde der Krieg zunehmend durch Beute aus Museen finanziert, berichtete das „Wall Street Journal“ in einem in der Nacht auf Freitag erschienenen Bericht.

Fachleute berichteten laut der Zeitung, dass die geplünderten Kulturschätze auf dem illegalen internationalen Kunstmarkt an den Meistbietenden verkauft würden. Seit Beginn des Krieges im April 2023 soll die Miliz laut der Nationalen Gesellschaft für Altertümer und Museen (NCAM) Kulturgüter im Wert von 150 Millionen US-Dollar (rund 130 Mio. Euro) erbeutet haben.

„Wir gehen davon aus, dass die Miliz Verbindungen zu internationalen kriminellen Organisationen unterhält, um den Verkauf dieser Gegenstände zu erleichtern“, sagte Abdelrahman Ali Mohamed, Experte bei der UNO-Kulturorganisation UNESCO, der Zeitung. Die UNESCO arbeite derzeit an einer Datenbank aller geplünderten Gegenstände, „um deren Aufspüren und Wiederbeschaffung zu ermöglichen“.

 
Mali: Schwere koordinierte Angriffe von Extremisten
Im westafrikanischen Mali haben militante Gruppen bei offenbar koordinierten Attacken die Hauptstadt Bamako sowie mehrere andere Orte angegriffen.

Einem UNO-Bericht zufolge handelte es sich um „gleichzeitige, komplexe Angriffe“ gegen den wichtigsten Militärstützpunkt des Landes in Kati, die Umgebung des Hauptstadtflughafens sowie Städte wie Mopti, Gao und Kidal.

Die Armee teilte gestern mit, sie habe die Kontrolle zurückerlangt. Die Berichte waren aber widersprüchlich: Die von Tuareg dominierte Rebellenallianz FLA teilte in sozialen Netzwerken mit, ihre Kämpfer hätten die Kontrolle über Stellungen in Gao sowie eines von zwei Militärlagern in Kidal übernommen.

In Mali gibt es im Norden seit Längerem immer wieder Aufstände der Tuareg-Volksgruppe. Zudem kämpft die Armee gegen islamistische Extremisten. Die Militärregierung unter Assimi Goita, die nach den Putschen von 2020 und 2021 die Macht übernommen hatte, versprach, die Sicherheit wiederherzustellen.

 
Al-Qaida-nahe Kämpfer greifen Mali an – koordinierte Angriffe erschüttern das Land

In Mali haben bewaffnete Gruppen gleichzeitig mehrere Städte angegriffen und das Land in einen Ausnahmezustand versetzt. In der Hauptstadt Bamako waren Explosionen zu hören, über Stunden fiel Schussfeuer, während Militärhubschrauber über der Stadt kreisten und der Flughafen zeitweise geschlossen wurde. Auch in Kati, nahe der größten Armeebasis des Landes, kam es zu schweren Gefechten. Weitere Angriffe wurden aus Kidal, Gao, Ségou und Mopti gemeldet. Augenzeugen berichten von Kämpfen in mehreren Stadtteilen, zerstörter Infrastruktur und anhaltenden Detonationen. Selbst das Wohnhaus des Verteidigungsministers wurde beschädigt. Die Straßen in Bamako leerten sich, während Sicherheitskräfte versuchten, die Kontrolle zurückzugewinnen.

Nach Einschätzung mehrerer Quellen stehen hinter den Angriffen dschihadistische Gruppen mit Verbindungen zu Al-Qaida, die offenbar gemeinsam mit Tuareg-Kräften vorgehen. Besonders brisant ist die Lage in Kidal, einer strategisch wichtigen Stadt im Norden, die teilweise unter Kontrolle der Angreifer geraten sein soll. Dort waren zuletzt auch ausländische Kräfte präsent, darunter russische Einheiten, die nach dem Abzug der Wagner-Gruppe die militärische Unterstützung für die Regierung übernommen haben. Berichte sprechen davon, dass sowohl malische Truppen als auch diese Einheiten Ziel der Angriffe wurden.

Die Regierung erklärt die Lage inzwischen als unter Kontrolle, räumt aber ein, dass militärische Operationen weiterlaufen. Beobachter sprechen von der größten koordinierten Angriffswelle seit Jahren. Für die Führung in Bamako ist das ein direkter Test ihrer Stabilität, in einem Land, das seit über einem Jahrzehnt von Konflikten geprägt ist und dessen Sicherheit stark von externer Unterstützung abhängt.


Al Quaida hat auch die Unterstützung von Terrorpaten Erdogan?
 
Streit über Wasserstelle: Mehr als 40 Tote im Tschad
Beim Streit über eine Wasserstelle im Osten des Tschad sind 42 Menschen getötet und zehn weitere schwer verletzt worden. Eine Auseinandersetzung zwischen zwei Familien um den Brunnen in der Provinz Wadi Fira habe sich zu einem Kreislauf gegenseitiger Vergeltungsmaßnahmen hochgeschaukelt, sagte der Vizepremier des Landes, Limane Mahamat, heute.

Er reiste mit einer hochrangigen Delegation an, um nach der Gewalt am Samstag zu vermitteln und einer weiteren Eskalation vorzubeugen. Der Tschad in Zentralafrika hat rund eine Million Flüchtlinge aus dem östlichen Nachbarland Sudan aufgenommen, wo seit drei Jahren Krieg herrscht.

Mahamat warnte vor einer Ausweitung des Konflikts aus dem Sudan auf die Grenzregionen im Tschad. Beobachtern zufolge waren bei der Auseinandersetzung bewaffnete Tschader beteiligt, die nach der Beteiligung an Kämpfen im Sudan zurückgekehrt waren.

 
Kämpfe in Mali: Russlands Niederlage in der Wüste
Nach einer koordinierten Rebellenoffensive gerät Moskaus Sahel-Strategie ins Wanken. Die Krise könnte Folgen bis nach Europa haben

Vor knapp einem Jahr saß Malis Junta-Chef Assimi Goïta im Kreml neben Wladimir Putin. Zwei Stunden lang diskutierten beide über die Zukunft ihrer Partnerschaft. Die Handelsbeziehungen seien zwar noch "bescheiden", erklärte Putin damals, zeigten aber einen klaren Aufwärtstrend. Selbst über ein von Russland konstruiertes Klein-Kernkraftwerk für Mali wurde gesprochen.

Goïta erklärte, sein Besuch werde dazu beitragen, die Beziehungen "im Geist gegenseitigen Vertrauens und des Respekts vor der Souveränität" weiter zu vertiefen. Vor allem galt das für den militärischen Bereich: Der einflussreiche Verteidigungsminister Sadio Camara gehörte zur Delegation. Unter seiner Verantwortung hatte Mali zunächst Wagner-Söldner ins Land geholt, später übernahm das direkt dem russischen Verteidigungsministerium unterstellte Africa Corps zentrale Aufgaben. Es war die Inszenierung einer neuen Allianz: Russland als Schutzmacht eines Staates, der sich demonstrativ vom Westen abgewandt hatte.

Blamage für den Kreml
Spätestens seit dem vergangenen Wochenende ist von Aufbruch wenig zu sehen. Camara wurde bei einem Anschlag in Kati nahe Bamako getötet. Statt Investitionsfantasien und Atomplänen erschütterten koordinierte Angriffe das Machtzentrum der Junta. Gleichzeitig meldeten Rebellen Geländegewinne rund um die strategisch wichtige Stadt Kidal sowie in weiteren Teilen des Nordens. Eine schwere Blamage für den Kreml.

 
Zurück
Oben