Fragen Sie Frau Eva:
Carsten Linnemann latscht mal wieder in den Fettnapf
Da sitze ich gerade vor dem Fernseher und schaue Caren Miosga. Es geht um das Thema, dass in Deutschland zu wenig gearbeitet wird. Statistisch scheint es tatsächlich so zu sein, dass in anderen Ländern mehr gearbeitet wird als bei uns, aber die Gründe, die Carsten Linnemann anführt, sind falsch und beleidigend. Auf die direkte Frage, wer denn zu wenig arbeite, antwortet Linnemann tatsächlich: Die Rentner! Dann geht es weiter mit den Beziehern von Bürgergeld, den Müttern und der 4-Tage-Woche.
Linnemann stellt es tatsächlich so dar, dass bei der 4-Tage Woche die Arbeitszeit eines vollen Arbeitstages wegfällt, die Arbeitnehmer aber den vollen Lohn erhalten sollen. Ich habe von vielen Handwerksbetrieben, die das Modell eingeführt haben mitbekommen, dass die Mitarbeiter an den 4 Tagen länger arbeiten, die Wochenarbeitszeit allerdings gleichbleibt, sie verteilt sich nur anders.
Dann die Rentner, gerade den Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, bekommen so etwas jetzt von Linnemann vor den Latz geknallt. Ich finde es ja gar nicht schlecht, dass Rentner einen Steuerfreibetrag bekommen, wenn sie freiwillig nach Renteneintrittsalter weiterarbeiten, aber ihnen vorzuwerfen, dass sie zu wenig arbeiten, ist eine absolute Frechheit.
Bei den Müttern oder auch Vätern, die sich um die Kinder kümmern, bin ich gespalten. Viele würden bestimmt gerne mehr arbeiten, wenn die Betreuung der Kinder sichergestellt wäre. Auf der anderen Seite bin ich der Meinung, dass Kinder die Eltern brauchen. Ich selber stamme aus einer Familie, in der meine Eltern beide berufstätig waren. Meine Betreuung war immer sichergestellt, aber es war einen Unterschied, ob Mama oder Papa mich getröstet haben, wenn ich mal wieder ein aufgeschlagenes Knie hatte, oder eine Betreuungsperson. Ich gehöre da zu den altmodischen Menschen, die der Meinung sind, dass man sich um Kinder kümmern sollte, wenn man sie in diese Welt schickt. Die Betreuung immer an „fremde“ abzugeben ist nicht meins.