Europa und der Niedergang des amerikanischen Imperiums
Wir müssen uns selbst um den Erhalt unserer freiheitlich-demokratischen Ordnung kümmern
Eine Bemerkung von Donald Trump auf seinem Truth-Social-Blog während seines China-Besuches ließ außenpolitische Analysten aufhorchen: Der chinesische Präsident Xi Jinping habe "sehr elegant angedeutet, die USA seien vielleicht eine Nation im Niedergang".
Einer offiziellen Äußerung von Xi ist das nicht zu entnehmen. Die Wahrheit ist aber, dass a) die chinesische Führung die USA sehr wohl als absteigende Weltmacht betrachten und b) diese Einschätzung einiges für sich hat.
Ganz besonders unter der "Führung" einer Figur wie Trump, der sich mit lachhaft inkompetentem bis verrückten Personal umgibt; der in der Wissenschaft, in hohen Staatsfunktionen und auch im Militär eine Säuberung durchgeführt hat, die die Funktionstüchtigkeit der USA bedroht, der sich von seinem Buddy Benjamin Netanjahu in einen falschen Krieg gegen den Iran hat treiben lassen; der in der US-Gesellschaft eine hasserfüllte Spaltung betreibt, die die Nation schwächt; und der schließlich seine besten Verbündeten in Europa mutwillig und völlig sinnlos weggestoßen hat.
Xi Jinping wiederholt immer wieder offen, dass die von den USA dominierte Weltordnung nach 1945 im Zerbrechen sei. Diese Weltordnung wird von vielen abgelehnt, aber sie hat bei allen Entgleisungen und auch (Kriegs-)Verbrechen der USA einem Großteil der Welt Stabilität, Freiheit und Wohlstand gebracht; und sie hat Europa vor der Bedrohung durch den aggressiven Sowjetkommunismus beschützt.
Zwei Imperialismen
Europa ist im Übrigen weiterhin bedroht, und zwar, wie die amerikanische Historikerin Anne Applebaum jetzt in Wien ausführte, dieses Mal von zwei Imperialismen: dem von Putin, der den alten Einfluss zumindest auf Osteuropa wiederhaben möchte; und dem von Trump, der die Europäer als Vasallen sieht. Beide wollen die EU zerstören.
Anne Applebaum fordert die Europäer auf, diese Herausforderung anzunehmen. Allerdings ist auch die europäische Ordnung von innen bedroht, nämlich durch den wachsenden Rechtsextremismus in Schlüsselländern. In Großbritannien steht Keir Starmer, der nach der Idiotie des Brexits wieder Anschluss an die EU suchte, vor dem Sturz durch die eigenen Leute, weil Labour Kommunalwahlen krachend gegen die rechtsextreme Farage-Partei verloren hat; in Frankreich könnte 2027 der extrem rechte Le-Pen-Kronprinz Jordan Bardella Präsident werden; in Deutschland liegt die rechtsextreme AfD in den Umfragen um fünf bis sechs Prozentpunkte vor der CDU. Über einen Sturz von Kanzler Friedrich Merz wird spekuliert.
www.derstandard.at
Wir müssen uns selbst um den Erhalt unserer freiheitlich-demokratischen Ordnung kümmern
Eine Bemerkung von Donald Trump auf seinem Truth-Social-Blog während seines China-Besuches ließ außenpolitische Analysten aufhorchen: Der chinesische Präsident Xi Jinping habe "sehr elegant angedeutet, die USA seien vielleicht eine Nation im Niedergang".
Einer offiziellen Äußerung von Xi ist das nicht zu entnehmen. Die Wahrheit ist aber, dass a) die chinesische Führung die USA sehr wohl als absteigende Weltmacht betrachten und b) diese Einschätzung einiges für sich hat.
Ganz besonders unter der "Führung" einer Figur wie Trump, der sich mit lachhaft inkompetentem bis verrückten Personal umgibt; der in der Wissenschaft, in hohen Staatsfunktionen und auch im Militär eine Säuberung durchgeführt hat, die die Funktionstüchtigkeit der USA bedroht, der sich von seinem Buddy Benjamin Netanjahu in einen falschen Krieg gegen den Iran hat treiben lassen; der in der US-Gesellschaft eine hasserfüllte Spaltung betreibt, die die Nation schwächt; und der schließlich seine besten Verbündeten in Europa mutwillig und völlig sinnlos weggestoßen hat.
Xi Jinping wiederholt immer wieder offen, dass die von den USA dominierte Weltordnung nach 1945 im Zerbrechen sei. Diese Weltordnung wird von vielen abgelehnt, aber sie hat bei allen Entgleisungen und auch (Kriegs-)Verbrechen der USA einem Großteil der Welt Stabilität, Freiheit und Wohlstand gebracht; und sie hat Europa vor der Bedrohung durch den aggressiven Sowjetkommunismus beschützt.
Zwei Imperialismen
Europa ist im Übrigen weiterhin bedroht, und zwar, wie die amerikanische Historikerin Anne Applebaum jetzt in Wien ausführte, dieses Mal von zwei Imperialismen: dem von Putin, der den alten Einfluss zumindest auf Osteuropa wiederhaben möchte; und dem von Trump, der die Europäer als Vasallen sieht. Beide wollen die EU zerstören.
Anne Applebaum fordert die Europäer auf, diese Herausforderung anzunehmen. Allerdings ist auch die europäische Ordnung von innen bedroht, nämlich durch den wachsenden Rechtsextremismus in Schlüsselländern. In Großbritannien steht Keir Starmer, der nach der Idiotie des Brexits wieder Anschluss an die EU suchte, vor dem Sturz durch die eigenen Leute, weil Labour Kommunalwahlen krachend gegen die rechtsextreme Farage-Partei verloren hat; in Frankreich könnte 2027 der extrem rechte Le-Pen-Kronprinz Jordan Bardella Präsident werden; in Deutschland liegt die rechtsextreme AfD in den Umfragen um fünf bis sechs Prozentpunkte vor der CDU. Über einen Sturz von Kanzler Friedrich Merz wird spekuliert.
Europa und der Niedergang des amerikanischen Imperiums
Wir müssen uns selbst um den Erhalt unserer freiheitlich-demokratischen Ordnung kümmern