"Kulturkampf"
Rechter Komiker sorgt für Polit-Streit vor Schlagerfestival von Sanremo
Brachialunterhalter Andrea Pucci wird nach Protesten wegen seiner sexistisch-homophoben Witze nicht beim "italienischen Songcontest" auftreten. Ministerpräsidentin Meloni nimmt ihn in Schutz
"Sanremo, wir kommen!" Diese Ankündigung postete Andrea Pucci vor wenigen Tagen auf Instagram und stellte ein Foto von sich selbst dazu: Der 60-jährige Komiker aus Mailand blickt im Adamskostüm aufs Meer, sein Hinterteil der Kamera zugewandt. Das Bild passt ganz gut zu seinem Humor, der meist klar unter der Gürtellinie angesiedelt ist. Puccis Spezialität sind sexistische Witze und Bodyshaming gegen linke Politikerinnen; aber auch Hausfrauen- und Schwulenwitze gehören zu seinem festen Repertoire. Der frühere Animateur in Ferien-Resorts ist damit zu einem Lieblingskomiker der italienischen Rechten geworden.
Nun hätte Pucci, als Krönung seiner bisherigen Karriere, am 76. Festival della Canzone Italiana in Sanremo mitwirken sollen, das am 24. Februar beginnt. Doch die Opposition protestierte: "Das Programm von Pucci ist ein Hochfest des Vulgärem und des Rassismus", wetterte der oppositionelle sozialdemokratische Partito Democratico (PD) und forderte vom TV-Sender RAI eine Erklärung dafür, warum "der faschistische und homophobe Pucci" dort eine Bühne bekommt.
Auch in den sozialen Medien gab es Kritik, Beschimpfungen und sogar Drohungen an die Adresse Puccis. Genug für diesen, einen Rückzieher zu machen: "Was ich und meine Familie in den vergangenen Tagen an Beleidigungen und Drohungen erhalten haben, ist inakzeptabel." In einem derartigen Umfeld sei es nicht möglich, die Leute zum Lachen zu bringen.
"Antiliberale Geisteshaltung"
Der Rückzug Puccis sorgte bei Italiens rechter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni für Empörung, sie sprach von einer "erschreckenden antiliberalen Geisteshaltung der Linken" und von doppelten Standards: "Wenn ich von einem linken Komiker kritisiert werde, dann ist es Satire. Wenn ein rechter Komiker eine Linke kritisiert, dann ist es Sexismus."
www.derstandard.at
Rechter Komiker sorgt für Polit-Streit vor Schlagerfestival von Sanremo
Brachialunterhalter Andrea Pucci wird nach Protesten wegen seiner sexistisch-homophoben Witze nicht beim "italienischen Songcontest" auftreten. Ministerpräsidentin Meloni nimmt ihn in Schutz
"Sanremo, wir kommen!" Diese Ankündigung postete Andrea Pucci vor wenigen Tagen auf Instagram und stellte ein Foto von sich selbst dazu: Der 60-jährige Komiker aus Mailand blickt im Adamskostüm aufs Meer, sein Hinterteil der Kamera zugewandt. Das Bild passt ganz gut zu seinem Humor, der meist klar unter der Gürtellinie angesiedelt ist. Puccis Spezialität sind sexistische Witze und Bodyshaming gegen linke Politikerinnen; aber auch Hausfrauen- und Schwulenwitze gehören zu seinem festen Repertoire. Der frühere Animateur in Ferien-Resorts ist damit zu einem Lieblingskomiker der italienischen Rechten geworden.
Nun hätte Pucci, als Krönung seiner bisherigen Karriere, am 76. Festival della Canzone Italiana in Sanremo mitwirken sollen, das am 24. Februar beginnt. Doch die Opposition protestierte: "Das Programm von Pucci ist ein Hochfest des Vulgärem und des Rassismus", wetterte der oppositionelle sozialdemokratische Partito Democratico (PD) und forderte vom TV-Sender RAI eine Erklärung dafür, warum "der faschistische und homophobe Pucci" dort eine Bühne bekommt.
Auch in den sozialen Medien gab es Kritik, Beschimpfungen und sogar Drohungen an die Adresse Puccis. Genug für diesen, einen Rückzieher zu machen: "Was ich und meine Familie in den vergangenen Tagen an Beleidigungen und Drohungen erhalten haben, ist inakzeptabel." In einem derartigen Umfeld sei es nicht möglich, die Leute zum Lachen zu bringen.
"Antiliberale Geisteshaltung"
Der Rückzug Puccis sorgte bei Italiens rechter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni für Empörung, sie sprach von einer "erschreckenden antiliberalen Geisteshaltung der Linken" und von doppelten Standards: "Wenn ich von einem linken Komiker kritisiert werde, dann ist es Satire. Wenn ein rechter Komiker eine Linke kritisiert, dann ist es Sexismus."
Rechter Komiker sorgt für Polit-Streit vor Schlagerfestival von Sanremo
Brachialunterhalter Andrea Pucci wird nach Protesten wegen seiner sexistisch-homophoben Witze nicht beim "italienischen Songcontest" auftreten. Ministerpräsidentin Meloni nimmt ihn in Schutz