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Nachrichten aus Italien notizie dall'italia

Meloni überraschend zu Besuch in Golfregion
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni ist überraschend zu einem Besuch in der Golfregion eingetroffen. Die Regierungschefin landete heute Nachmittag mit einem Flugzeug aus Rom in Saudi-Arabien, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete.

Der Aufenthalt war aus Sicherheitsgründen bis zur Ankunft geheim gehalten worden. Meloni ist die erste westliche Regierungschefin seit Beginn der Angriffe der USA und Israels gegen den Iran Ende Februar.

Als weitere Stationen der zweitägigen Reise wurden neben Saudi-Arabien die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar genannt. Thema soll auch die Energieversorgung sein.

 
Kerosin wird knapp – Flughäfen in Norditalien ziehen Notbremse
In mehreren großen Flughäfen Norditaliens wird Treibstoff plötzlich zur knappen Ressource. Mailand, Venedig, Bologna und Treviso haben die Betankung von Flugzeugen eingeschränkt, weil beim Anbieter Air BP Italia nicht genug Kerosin verfügbar ist. Die Maßnahme gilt vorerst bis zum 9. April und trifft vor allem den regulären Linienbetrieb. Betroffen ist Jet A1, der Standardtreibstoff für die zivile Luftfahrt. Für Airlines bedeutet das konkrete Grenzen. In Venedig, Treviso und Bologna dürfen Maschinen teilweise nur noch bis zu 2000 Liter aufnehmen. Das reicht nicht für viele Strecken, zwingt Airlines zum Umplanen und verschiebt Abläufe innerhalb weniger Stunden.

Gleichzeitig wird klar priorisiert. Medizinische Flüge, staatliche Missionen und längere Verbindungen erhalten Vorrang. Der Rest muss sich anpassen. Piloten werden bereits angewiesen, ihren Treibstoffbedarf vor dem Abflug an anderen Flughäfen einzuplanen, um Engpässe vor Ort zu umgehen. Die Ursache bleibt offiziell offen. Air BP Italia nennt keine Details. Hinweise deuten auf Probleme in der Lieferkette hin, also nicht auf fehlendes Öl, sondern auf Störungen beim Transport oder in der Verteilung. Genau diese Punkte entscheiden jedoch darüber, ob Systeme stabil laufen oder ins Rutschen geraten.
 
Salvini ruft zu rechter Demo in Mailand auf, Landbauer für FPÖ dabei
In zwei Wochen soll in Mailand eine Großdemonstration mit den Spitzen von Europas Rechtsparteien über die Bühne gehen. Für die FPÖ wird nicht Herbert Kickl teilnehmen, sondern dessen Stellvertreter Udo Landbauer, wie auf „Presse“-Anfrage erklärt wurde.

Der italienische Vizepremier und Chef der rechten Regierungspartei Lega Matteo Salvini organisiert für den 18. April eine große Kundgebung in Mailand, an der die Spitzenpolitiker der rechtspopulistischen Europapartei „Patrioten für Europa“ (PfE) teilnehmen werden. Das Thema Migration und Europa steht im Mittelpunkt der Kundgebung.

Auch die FPÖ wurde eingeladen, betonte Salvini gegenüber der APA in Rom. Auf „Presse“-Anfrage konkretisierte die FPÖ daraufhin: Nicht Herbert Kickl werde nach Mailand fahren, sondern Niederösterreichs FPÖ-Chef Udo Landbauer. Landbauer wurde im Vorjahr in den erweiterten Vorstand der Patriots-Partei gewählt.

An der Veranstaltung sollen unter anderen Jordan Bardella, Chef von Frankreichs rechtspopulistische Partei Rassemblement National (RN), der tschechischen Regierungschef Andrej Babiš und Geert Wilders, Vorsitzender der niederländischen Freiheitspartei (PVV) teilnehmen sollen.

Demonstration findet auf dem Mailänder Domplatz statt
Die Demonstration wird auf dem Mailänder Domplatz stattfinden. Der Mailänder Dom sei ein Emblem christlicher Werte. „Wir wollen ein Europa, in dem wir Herren im eigenen Haus sind. Wir Patrioten wollen ein Europa, das die Staaten bei ihrem Wachstum unterstützt, sie nicht einengt und weniger von den Vorgaben und der Ideologie Brüssels abhängig ist“, betonte der 53-jährige Salvini.


Tja, ganz nach dem Motto, Faschisten aller Länder vereinigt euch. 🤮
 
Italien: Neues Gesetz gegen Fake-Rezensionen
Wer mit einem Restaurantbesuch unzufrieden ist oder Mängel im Hotel feststellt, kann in Italien weiterhin eine negative Onlinebewertung abgeben. Allerdings gelten dafür ab sofort strengere Vorgaben.

Künftig müssen Bewertungen innerhalb von 30 Tagen nach Inanspruchnahme einer Dienstleistung oder dem Kauf eines Produkts veröffentlicht werden.

Belege stützen Glaubwürdigkeit
Zudem dürfen sie nur von Personen stammen, die die Leistung tatsächlich genutzt haben. Inhalte müssen sich konkret auf die gemachte Erfahrung beziehen und dürfen nicht durch Rabatte oder andere Vorteile beeinflusst sein.

Als glaubwürdig gelten Bewertungen insbesondere dann, wenn sie durch Belege wie Rechnungen gestützt werden. Nach Ablauf von zwei Jahren verlieren Bewertungen ihre Zulässigkeit.

Regeln stärken Rechte von Unternehmen
Die neuen Regeln stärken auch die Rechte von Unternehmen: Hotels und Restaurants können unzulässige Bewertungen melden und deren Entfernung über die Plattformen beantragen.

 
Pipelinestrommast beschädigt: Ermittlungen in Italien
Nach der Beschädigung eines Strommastes der 132-kV-Leitung von Tolmezzo nach Paluzza in der Provinz Udine, die das Netz der „Transalpinen Ölpipeline“ („TAL“) speist, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren.

Die im Fall ermittelnden Carabinieri befragen Fachleute der Netzgesellschaft TERNA, die die Beschädigung des Strommastes am 25. März gemeldet hatten. Sie wollen die Ursachen der Unterbrechung im Stromnetz infolge der Beschädigung durch Unbekannte klären, hieß es heute aus Ermittlerkreisen.

Eine „TAL“-Sprecherin bestritt gegenüber der APA, dass es sich um eine Sabotage direkt an der Ölpipeline handle. Der Schaden betreffe einen Strommast von TERNA, der auch die „TAL“-Pipeline versorgt.

„Ohne Pipeline in Österreich kein Öl“
Die OMV in Schwechat beziehe ihr Öl fast zur Gänze über diese Pipeline, sagte Ölmarktexperte Johannes Benigni von der Energieberatungsfirma JBC Vienna dem Ö1-Morgenjournal. „Diese Versorgung ist essenziell, weil ohne diese Pipeline haben wir in Österreich quasi kein Öl, außer das, was wir selber fördern.“

 
Razzien bei Ferrero – wenn Schokolade zum Wettbewerbsfall wird
Beamte der Europäischen Kommission stehen in den Büros von Ferrero. Keine Ankündigung, keine Vorwarnung. Das Unternehmen bestätigt die Durchsuchungen und erklärt, man arbeite mit den Behörden zusammen. Mehr sagt es nicht. Der Verdacht steht im Raum, auch wenn er nicht offen ausgesprochen wird. Es geht um mögliche Einschränkungen im Handel innerhalb der Europäischen Union. Produkte, die nicht frei zwischen Ländern bewegt werden. Märkte, die voneinander getrennt bleiben sollen. Das kann etwa bedeuten, dass Händler daran gehindert wurden, Waren günstiger im Ausland einzukaufen und weiterzuverkaufen. Solche Praktiken führen dazu, dass Preise künstlich unterschiedlich bleiben. Genau das verstößt gegen die Regeln des europäischen Binnenmarkts.

Ferrero steht damit im Fokus einer Entwicklung, die in Brüssel seit Jahren an Fahrt aufnimmt. Unternehmen geraten unter Druck, wenn sie den grenzüberschreitenden Verkauf behindern. Preise, Verfügbarkeit, Vertrieb – alles wird genauer geprüft. Der Fall erinnert an Mondelez. 2024 musste der Konzern mehr als 337 Millionen Euro zahlen. Der Vorwurf: Der Verkauf von Schokolade, Keksen und Kaffee wurde gezielt zwischen Mitgliedstaaten eingeschränkt. Jetzt richtet sich der Blick auf Ferrero. Nutella, Kinder, Marken, die in ganz Europa präsent sind. Gerade deshalb wird jede Form von Trennung im Markt sensibel bewertet.

Die Kommission äußert sich nicht zum Namen des Unternehmens, bestätigt aber die laufenden Maßnahmen. Ferrero nennt keinen Grund, widerspricht aber auch nicht. Am Ende geht es nicht um einzelne Produkte. Es geht um den freien Verkehr von Waren. Und darum, ob er wirklich so frei ist, wie er sein soll.

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„Giorgia Meloni hat sich bei Trump selbst überschätzt“
Experte Leo Goretti erklärt, warum Italiens Premierministerin bei Donald Trump nie eine Chance hatte. Er analysiert, ob die Krise mit den USA Meloni mehr in Richtung Europa rücken wird oder ob sie Viktor Orbáns Rolle als Star der EU-Ultrarechten erben will. Ein wichtiger Faktoren ist der Iran-Krieg; aber noch bedeutender ist Italiens Budgetdefizit – und unerwartete Konkurrenz aus der rechtsradikalen Ecke.

Die Presse: Giorgia Meloni war eine der engsten Vertrauten Donald Trumps in Europa; Italiens Premierministerin steht dem US-Präsidenten ideologisch nahe. Seit Trumps Papst-Attacken herrscht Eiszeit. Wie nachhaltig ist der Bruch mit den USA?

Leo Goretti: In erster Linie zeigt diese Krise, wie sehr die Regierung Meloni sich selbst überschätzt hat. Viel zu lange hat sie geglaubt, zwischen Europa und den USA vermitteln oder gar auf Trump einwirken zu können. Dabei gab es keinerlei Anzeichen für eine US-Annäherung, abgesehen von wenigen symbolischen Gesten. Im Gegenteil: Trumps Politik widersprach in sämtlichen Bereichen Italiens Interessen – bei den Zöllen, der Forderung nach höheren Verteidigungsausgaben, der Nahost- oder Ukraine-Politik. Gerade eine Rechtsaußen-Regierung, die Italiens Interessen an allererste Stelle setzt, hätte dies bemerken müssen. Zweiter wichtiger Aspekt: Den Bruch mit Trump vollzog nicht Meloni. Ihre erste Reaktion auf Trumps Angriffe auf den Papst waren ausweichend. Erst als Trump nachlegte, musste sich klarer positionieren.

Rückt die Krise Meloni an europäische Partner heran?

Das ist völlig offen; vielleicht mögen sich Trump und Meloni demnächst wieder. Sicher ist: Wirtschaftlich und sicherheitspolitisch läge es im Interesse eines mittelgroßen Landes wie Italien, die Allianz mit europäischen Partnern zu vertiefen, nicht mit den USA. Denn Washington verliert zunehmend das Interesse an Europa, und das nicht nur seit Trump.

Rom will mit Marineeinheiten zur Sicherheit der Straße von Hormus beitragen. Ist das nicht ein Zeichen für ein entschiedeneres Engagement innerhalb der Koalition der Willigen (UK, Deutschland, Frankreich)?

 
Kulturkampf von rechts: Meloni lässt ihre Dirigenten-Freundin Venezi fallen
Die Freundin der italienischen Ministerpräsidentin, die Musikdirektorin beim Opernhaus La Fenice in Venedig werden sollte, muss den Taktstock vor Antritt abgeben

Im weltberühmten Opernhaus La Fenice von Venedig wurden am Sonntagabend noch die letzten Takte von Richard Wagners Lohengrin gegeben, als die Stiftung des Kulturtempels in der Lagunenstadt ein Communiqué verbreiten ließ. Auf die Anstellung der designierten neuen Dirigentin und Musikdirektorin Beatrice Venezi werde verzichtet; sämtliche mit ihr geplanten Projekte würden gestrichen, teilte die Führung des Opernhauses mit. Damit hat eines der umstrittensten Engagements im italienischen Kulturbetrieb der letzten Jahre, vielleicht sogar der letzten Jahrzehnte, geendet, bevor es überhaupt begonnen hat.

Die erst 36-jährige Venezi war vom Teatro La Fenice letztes Jahr als neue Dirigentin und Musikdirektorin verpflichtet worden und sollte ihr Amt im kommenden Oktober antreten. Doch ihre Ernennung war von Anfang an von Misstönen begleitet: Das Orchester und der Chor der renommierten Oper fühlten sich übergangen und warfen der jungen Dirigentin vor, nicht über die erforderliche Qualifikation und Erfahrung für dieses Amt zu verfügen. Venezi habe in ihrem Leben noch nie ein anderes Orchester von diesem Rang geleitet. Es folgten Streiks und Petitionen, mit denen das Ensemble einen Verzicht auf Venezis Engagement forderte. Dutzende von langjährigen Abonnenten der Oper drohten mit der Kündigung ihrer Jahreskarte.

Neofaschisten-Tochter
Die Zweifel an der fachlichen Eignung Venezis – die in der Fachwelt überwiegend geteilt wurden – waren das eine. Ebenso schwer wogen aber auch politische Bedenken. Beatrice Venezi, Tochter eines toskanischen Neofaschisten, gilt seit Jahren als gute Freundin von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, ihrerseits Chefin der postfaschistischen Partei Fratelli d’Italia. Schon im Jahr 2021 wurde die junge Dirigentin beim Parteifest Atreju der Fratelli d’Italia mit einem Preis ausgezeichnet, kurz nach dem Wahlsieg von Melonis Rechtskoalition im Herbst 2022 wurde sie als Musikberaterin des damaligen Kulturministers Gennaro Sangiuliano verpflichtet. Die mehr oder weniger offen formulierte Unterstellung gegenüber Venezi lautete: Sie würde den prestigereichen Posten an der Oper einzig und allein wegen ihrer Freundschaft und ihrer politischen Nähe zu Giorgia Meloni erhalten.

 
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