Meloni zwischen Washington und Rom – Ein Krieg wird zum politischen Risiko
Giorgia Meloni hat ihre Nähe zu Donald Trump lange als Vorteil präsentiert. Nach einem Besuch im Weißen Haus sprach sie von einer „besonderen Beziehung“ und war die einzige amtierende europäische Regierungschefin bei Trumps zweiter Amtseinführung. Gemeinsam standen beide gegen Migration und gegen das, was sie als woke Politik bezeichneten. In Italien galt diese Verbindung lange als Zeichen von Einfluss in Washington. Der Krieg gegen Iran verändert diese Rechnung. Während Raketen im Nahen Osten einschlagen und die Energiepreise steigen, spürt Europa die wirtschaftlichen Folgen. Für Meloni wird ihre Nähe zu Trump plötzlich zu einem politischen Problem im eigenen Land.
Der Beginn der amerikanischen Angriffe traf Rom zudem völlig unvorbereitet. Anders als einige andere europäische Regierungen erhielt Italien im Vorfeld keinen Anruf aus Washington. Verteidigungsminister Guido Crosetto befand sich zu diesem Zeitpunkt im Urlaub in Dubai und musste mit einem Militärflugzeug ausgeflogen werden. Die Opposition nutzte den Moment sofort. Der frühere Ministerpräsident Matteo Renzi erklärte öffentlich, die angebliche Brücke zwischen Trump und Europa habe sich als Illusion erwiesen. In Italien wird nun offen gefragt, welchen Einfluss diese Beziehung tatsächlich hat.
Meloni reagiert mit einer vorsichtigen Linie. Sie vermeidet eine direkte Verurteilung des Krieges, spricht aber im Parlament von einer Krise des internationalen Rechts und eines zerfallenden globalen Systems. Gleichzeitig betont sie, dass Italien nicht an dem Krieg teilnimmt. Diese Position ist ein Balanceakt. Rom schickt Marineeinheiten zum Schutz von Zypern und liefert Luftabwehrsysteme an arabische Partner im Persischen Golf. Gleichzeitig versucht die Regierung, eine klare Distanz zu militärischen Operationen zu wahren. Innenpolitisch wird die Lage zusätzlich durch ein Referendum über eine Justizreform verschärft. Viele Wähler verstehen die komplizierten Details der Reform kaum und betrachten die Abstimmung inzwischen eher als Entscheidung über Meloni selbst. Die öffentliche Stimmung in Italien macht ihre Lage nicht einfacher. Umfragen zeigen, dass etwa zwei Drittel der Bevölkerung die Angriffe auf Iran ablehnen.
Meloni versucht deshalb sichtbar Abstand zu Trumps engstem Umfeld zu halten. Politikwissenschaftler in Rom sehen darin eine taktische Entscheidung, um Stabilität im eigenen Land zu sichern. Solange der Krieg weit entfernt wirkt, bleibt ihre Unterstützung relativ stabil. Sollte sich der Konflikt jedoch ausweiten und die Wirtschaft stärker treffen, könnte genau dieser Krieg zu einer der größten politischen Herausforderungen ihrer Amtszeit werden.
Giorgia Meloni hat ihre Nähe zu Donald Trump lange als Vorteil präsentiert. Nach einem Besuch im Weißen Haus sprach sie von einer „besonderen Beziehung“ und war die einzige amtierende europäische Regierungschefin bei Trumps zweiter Amtseinführung. Gemeinsam standen beide gegen Migration und gegen das, was sie als woke Politik bezeichneten. In Italien galt diese Verbindung lange als Zeichen von Einfluss in Washington. Der Krieg gegen Iran verändert diese Rechnung. Während Raketen im Nahen Osten einschlagen und die Energiepreise steigen, spürt Europa die wirtschaftlichen Folgen. Für Meloni wird ihre Nähe zu Trump plötzlich zu einem politischen Problem im eigenen Land.
Der Beginn der amerikanischen Angriffe traf Rom zudem völlig unvorbereitet. Anders als einige andere europäische Regierungen erhielt Italien im Vorfeld keinen Anruf aus Washington. Verteidigungsminister Guido Crosetto befand sich zu diesem Zeitpunkt im Urlaub in Dubai und musste mit einem Militärflugzeug ausgeflogen werden. Die Opposition nutzte den Moment sofort. Der frühere Ministerpräsident Matteo Renzi erklärte öffentlich, die angebliche Brücke zwischen Trump und Europa habe sich als Illusion erwiesen. In Italien wird nun offen gefragt, welchen Einfluss diese Beziehung tatsächlich hat.
Meloni reagiert mit einer vorsichtigen Linie. Sie vermeidet eine direkte Verurteilung des Krieges, spricht aber im Parlament von einer Krise des internationalen Rechts und eines zerfallenden globalen Systems. Gleichzeitig betont sie, dass Italien nicht an dem Krieg teilnimmt. Diese Position ist ein Balanceakt. Rom schickt Marineeinheiten zum Schutz von Zypern und liefert Luftabwehrsysteme an arabische Partner im Persischen Golf. Gleichzeitig versucht die Regierung, eine klare Distanz zu militärischen Operationen zu wahren. Innenpolitisch wird die Lage zusätzlich durch ein Referendum über eine Justizreform verschärft. Viele Wähler verstehen die komplizierten Details der Reform kaum und betrachten die Abstimmung inzwischen eher als Entscheidung über Meloni selbst. Die öffentliche Stimmung in Italien macht ihre Lage nicht einfacher. Umfragen zeigen, dass etwa zwei Drittel der Bevölkerung die Angriffe auf Iran ablehnen.
Meloni versucht deshalb sichtbar Abstand zu Trumps engstem Umfeld zu halten. Politikwissenschaftler in Rom sehen darin eine taktische Entscheidung, um Stabilität im eigenen Land zu sichern. Solange der Krieg weit entfernt wirkt, bleibt ihre Unterstützung relativ stabil. Sollte sich der Konflikt jedoch ausweiten und die Wirtschaft stärker treffen, könnte genau dieser Krieg zu einer der größten politischen Herausforderungen ihrer Amtszeit werden.
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