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Nachrichten aus Ungarn

VIDEO- Dokumentation erschüttert Ungarn vor den Wahlen: Wie Orban Wähler umwirbt und kauft
Die ungarische Regierung von Viktor Orbán wurde in einem Film, der im Vorfeld der Parlamentswahlen am 12. April veröffentlicht wurde, der massiven Wählereinschüchterung beschuldigt. Bei den Wahlen liegt die regierende Partei in den Meinungsumfragen zurück.

Der Dokumentarfilm „Der Preis einer Stimme“, der heute Abend in einem Budapester Kino und auf YouTube gezeigt wurde, präsentiert die Ergebnisse einer sechsmonatigen Recherche unabhängiger Filmemacher und Journalisten, berichtet die BBC.

Geld und Drogen für Stimmen
In dem Film behaupten Wähler, Bürgermeister, ehemalige Wahlbeamte und ein Polizist, dass große Geldsummen und sogar illegale Drogen angeboten würden, um Druck auf die Menschen auszuüben, damit sie für Orbáns Fidesz-Partei stimmen.

Der Film behauptet, dass diese Aktivitäten auf 53 der 106 einzelnen Wahlkreise in Ungarn abzielen und bis zu 600.000 Wähler betreffen, potenziell 10 Prozent der erwarteten Wahlbeteiligung von sechs Millionen Wählern.

Fidesz hinkt Magyar hinterher
Nach 16 Jahren Fidesz-Herrschaft unter Orbán zeigen die neuesten Umfragen, dass die Partei hinter der Mitte-Rechts-Oppositionspartei Tisz von Péter Magyar zurückliegt, zumindest mit diesem Abstand.


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Das hat er von Erdogan gelernt
Ungarn klagt einen Journalisten an – und nennt es Spionage
Szabolcs Panyi ist Investigativjournalist. Er arbeitet für Direkt36 und VSquare, berichtet seit Jahren über Geheimdienste und russischen Einfluss in Ungarn. Jetzt hat die ungarische Regierung Anklage gegen ihn erhoben. Der Vorwurf: Spionage für einen fremden Staat. Panyi weist das zurück. Er nennt es das, was es seiner Einschätzung nach ist – ein Angriff auf unabhängige Berichterstattung.

Auslöser ist unter anderem ein heimlich aufgenommenes und gekürzt veröffentlichtes Gespräch, in dem es um die Überprüfung einer Telefonnummer des Außenministers ging. Parallel stehen Berichte im Raum, dass Außenminister Péter Szijjártó regelmäßig Kontakt mit seinem russischen Kollegen hatte und dabei Informationen weitergegeben haben soll. Die Regierung bestreitet das nicht grundsätzlich – weist aber jede weitergehende Darstellung zurück. Panyi ist kein unbeschriebenes Blatt in dieser Geschichte. Es ist nachweislich belegt, dass die Pegasus-Spionagesoftware gegen ihn eingesetzt wurde – zusammen mit anderen Journalisten und Anwälten in Ungarn. Wer überwacht wird, wird jetzt angeklagt. Die Reihenfolge sagt einiges.

Im Hintergrund läuft ein Wahlkampf, der Viktor Orbán unter Druck setzt. Aktuelle Umfragen sehen ihn deutlich hinter einem prowestlichen Herausforderer. Die Angriffe gegen die Ukraine werden schärfer, die Warnungen vor angeblicher ausländischer Einflussnahme lauter – konkrete Belege dafür fehlen. Unterstützung kommt von außen. Donald Trump hat sich mehrfach hinter Orbán gestellt, ein Besuch von Vizepräsident JD Vance ist angekündigt. Man sitzt mit diesem Fall und denkt, dass das keine ungarische Besonderheit ist. Es ist System. Journalisten werden überwacht, dann unter Druck gesetzt, dann angeklagt – und irgendwo dazwischen soll die Berichterstattung aufhören. In Ungarn funktioniert das schon eine Weile. Die Frage ist nur, wie viele solcher Fälle es noch braucht, bis Europa aufhört, darüber hinwegzusehen.
 
Die Ungarn kaufen massenhaft in den Geschäften in Slawonien und Baranja ein.
Käufer aus Ungarn kommen zunehmend in die Geschäfte im kroatischen Grenzgebiet, insbesondere in Baranja, wo sie hauptsächlich Fleisch, Fleischprodukte, Käse, Zigaretten und verschiedene Lebensmittel kaufen, schreibt Glas Slavonije .

Laut Anwohnern von Beli Manastir hat die Zahl ungarischer Kunden in den Geschäften in den letzten Monaten stetig zugenommen, und einige Einzelhändler passen ihre Planungen und Kalkulationen zunehmend dieser Nachfrage an. Gesprächspartner aus Geschäften und Bürger bestätigen, dass Ungarn generell größere Mengen an Waren kaufen, insbesondere am Ende der Woche.

In den Geschäften suchen sie meist nach größeren Schweinefleischstücken wie Nacken, Keule, Schulter und Speck und kaufen außerdem Käse, Süßigkeiten, Fertiggerichte und Tabakwaren. In Beli Manastir wurden auch Fälle von Zigarettenkäufen in größeren Mengen verzeichnet, wobei einige Kunden Hunderte von Euro an der Kasse liegen ließen.

Günstiger in Kroatien
Ein Grund für solche Einkäufe ist der Preisunterschied. Ladenbesitzer berichten, dass Schweinefleisch in kroatischen Einzelhandelsketten bis zu 30 Prozent günstiger ist als in Ungarn, während einige Käsesorten in Kroatien bis zu fünf Euro billiger sind.

Der Wandel im Einkaufsverhalten ist besonders im Vergleich zu früheren Zeiten auffällig. Vor, während und einige Zeit nach dem Kroatienkrieg kauften Kroaten häufig in Ungarn ein. In den letzten Jahren hat sich dieser Trend umgekehrt, und ungarische Kunden sind vermehrt in kroatischen Geschäften anzutreffen.

 
Ungarn: Krisai zu Geheimdienstskandal (Videobericht im Link)
ORF-Korrespondent Paul Krisai erklärt den von einem Ex-Ermittler im Wahlkampf vorgebrachten Vorwurf, der ungarische Geheimdienst habe versucht, in die IT-Systeme der Oppositionspartei TISZA einzudringen und diese zu sabotieren.

 
Donald Trumps zynische Wahlempfehlung für Viktor Orbán
Die US-Regierung mischt sich aufseiten des nationalpopulistischen Regierungschefs in den ungarischen Wahlkampf ein – mit fadenscheinigen Argumenten

Eigentlich hoffte Viktor Orbán ja auf Donald Trump persönlich. Aber auch J. D. Vance wäre willkommen: Am 7. April, so sickerte es kürzlich in Washington durch, wird der US-Vizepräsident in Budapest erwartet.

Der Termin könnte zwar im Kontext des Iran-Kriegs noch platzen, doch die Stoßrichtung ist klar: Kurz vor der Parlamentswahl in Ungarn am 12. April will die US-Regierung dort den nationalpopulistischen Langzeitpremier unterstützen. "Stimmt für Viktor Orbán", schrieb Trump erst diese Woche auf seiner Plattform Truth Social. Dieser würde gegen illegale Einwanderung kämpfen sowie für Recht und Ordnung im Land sorgen.

Asyl für rechte Freunde
Schlüssig ist das natürlich nicht: Während Orbán sich zum Bollwerk gegen Migration stilisiert, genießen befreundete Ex-Politiker, die zu Hause ein Problem mit der Justiz bekommen haben, in Ungarn Asyl: Zbigniew Ziobro etwa, Ex-Justizminister Polens, dem die Staatsanwaltschaft unter anderem Veruntreuung und Machtmissbrauch vorwirft; oder Nikola Gruevski, der ehemalige Premier Nordmazedoniens, der wegen Korruption zu zwei Jahren Haft verurteilt wurde.

Die EU hält derzeit um die 20 Milliarden Euro aus dem Unionsbudget zurück – aus Sorge, das Geld könne in dunklen Kanälen rund um Orbán verschwinden. Trump kann es egal sein. Orbán agiert in der Europäischen Union als Spaltpilz und spielt damit den globalen Machtgelüsten des US-Präsidenten in die Karten. Das ist es, was für Trump zählt. Nicht Recht und Ordnung in Ungarn. (Gerald Schubert, 29.3.2026)


Faschisten aller Länder vereinigt euch.
 
Ungarns Jugend stellt Orbáns Macht erstmals ernsthaft infrage
In Ungarn zeichnet sich vor der Wahl am 12. April eine Entwicklung ab, die lange als unwahrscheinlich galt. Eine junge Generation, die fast ihr gesamtes Leben unter Viktor Orbán verbracht hat, wendet sich zunehmend gegen das bestehende System und organisiert sich politisch sichtbar. Unterstützt wird dabei die Tisza-Partei um Péter Magyar, der sich nach einem Bruch mit Orbáns Lager innerhalb kurzer Zeit als ernstzunehmender Herausforderer positioniert hat. Besonders auffällig ist die Altersverteilung: Während ältere Wähler weiterhin klar hinter Orbán stehen, unterstützen laut aktuellen Umfragen rund 65 Prozent der unter 30-Jährigen die Opposition. Der Konflikt verläuft damit nicht nur politisch, sondern entlang einer klaren Generationengrenze. Auslöser für die Dynamik war unter anderem ein politischer Skandal im Jahr 2024, der landesweite Proteste auslöste und viele junge Menschen erstmals direkt in die Politik zog. Hinzu kommt eine wirtschaftliche Stagnation, die den Blick über die Grenzen verstärkt. Viele vergleichen ihre Lebensrealität mit Nachbarländern und sehen deutliche Unterschiede bei Infrastruktur, Gesundheitsversorgung und Perspektiven.

Orbán setzt weiterhin auf seine eigene Stabilität, Sozialleistungen und eine klare außenpolitische Linie, die sich zunehmend von der EU entfernt und stärker an Russland und China orientiert. Für viele junge Wähler reicht das nicht mehr. Sie fordern Veränderung, Transparenz und eine andere politische Richtung. Trotz des Rückenwinds für die Opposition bleibt das Rennen offen, weil Orbáns Partei vor allem außerhalb der Städte und bei älteren Wählern stark verankert ist. Die Wahl entscheidet damit nicht nur über eine Regierung, sondern über die Frage, welche Generation künftig den politischen Kurs des Landes bestimmt.

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Anhänge

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Vučić hofft, dass Orban, „ein großer Freund Serbiens“, die Wahlen am 12. April gewinnen wird.
Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán ruft die Wähler in Serbien zur Teilnahme an den Parlamentswahlen in Ungarn am 12. April auf, die er als entscheidend einstuft. Orbáns Briefe werden an serbische Staatsbürger mit ungarischer Staatsbürgerschaft verschickt, in denen er sie zur Ausübung ihres Wahlrechts auffordert. Die serbische Regierung unter Aleksandar Vučić unterstützt ihn dabei nachdrücklich, berichtet Radio Slobodna Europa .

In den Briefen erklärt Orbán, der erstmals einem ernstzunehmenden Gegner gegenübersteht, dass es bei der Wahl „um nichts Geringeres als die Zukunft der Nation“ gehe. „Die Kriegsgefahr für Europa wächst und führt zu einer schweren Energiekrise und steigenden Lebenshaltungskosten. In solchen Zeiten können die Ungarn nur aufeinander zählen“, so Orbán.

Orbán und seine Fidesz-Partei stehen bei diesen Wahlen vor einer großen Herausforderung, da Umfragen vor der Wahl Péter Magyar, den Vorsitzenden der oppositionellen Tisza-Partei, favorisieren. Gleichzeitig rufen Vertreter der serbischen Regierung, langjährige Partner des ungarischen Ministerpräsidenten, die Wähler offen dazu auf, für Orbán zu stimmen. Dies taten die Serbische Fortschrittspartei (SNS) von Präsident Aleksandar Vučić und ihr Koalitionspartner, die Allianz der Vojvodina-Ungarn (SVM).

Die Ungarn sind die größte nationale Minderheit in Serbien.
Laut der letzten Volkszählung von 2022 bilden die Ungarn mit über 184.000 Angehörigen die größte nationale Minderheit in Serbien. Nach Angaben des Ungarischen Nationalen Wahlamts haben sich 85.933 ungarische Staatsbürger in Serbien zur Wahl registriert. Die meisten von ihnen (85.353) werden per Briefwahl abstimmen, während 580 in den ungarischen Wahllokalen in Belgrad und Subotica ihre Stimme abgeben werden.

Der rechtspopulistische Präsident Viktor Orbán kämpft nach 16 Jahren an der Macht um eine weitere Amtszeit, während Ungarn mit schwachem Wachstum und hoher Inflation zu kämpfen hat. Orbán steht häufig im Konflikt mit Brüssel über die Beziehungen zu Russland und dessen Präsidenten Wladimir Putin.


2 korrupte Putin-Liebhaber eben
 
Bence Szabó – ein Nationalheld in Ungarn
Ein Polizist deckt kurz vor der Wahl im April einen Skandal rund um die Orbán-Regierung auf

Zwei Wochen vor der Parlamentswahl wird das Orbán-Regime durch einen beispiellosen Skandal erschüttert. Seit dem vergangenen Mittwoch haben rund drei Millionen Menschen Bence Szabó, einen leitenden Beamten für Cyberkriminalität des Nationalen Fahndungsbüros im Range eines Hauptmannes, auf den unabhängigen Websites Direkt 36 und Partizan gehört und gesehen, wie er detailliert eine großangelegte Geheimdienstoperation gegen die bei den Umfragen führende oppositionelle Tisza-Partei entlarvt. Unter dem Druck des Büros für Verfassungsschutz musste seine Abteilung gegen zwei Personen wegen des Verdachtes der Kinderpornografie ermitteln.

Illegale Praktiken
Nach Hausdurchsuchungen, Verhören und Kontrolle aller elektronischen Geräte stellte sich heraus, dass die beiden Informatiker deshalb völlig unschuldige Opfer des Geheimdienstes wurden, weil sie für die Tisza-Partei tätig gewesen waren. Durch die Auswertung von hunderten abgehörten Gespräche konnten sich Bence Szabó und seine Kollegen in der für den Kampf gegen Kinderpornografie zuständigen Abteilung überzeugen, dass unbekannte Geheimdienstler die Informatiker durch Druck und Geldversprechungen anheuern und zur Zerschlagung der IT-Systeme der Oppositionspartei einsetzen wollten.

Nachdem Szabó gegen die illegalen Praktiken der Agenten des Amtes für Verfassungsschutzes vergeblich protestiert hatte, beschloss er, die Journalisten von Direkt 36 zu informieren und ein Video aufzunehmen. Bei den Untersuchungen nach der Veröffentlichung der Geschichte durch Direkt 36 meldete sich Szabó als der Informant. Er wurde entlassen, einer Hausdurchsuchung und nächtlichen Verhören unterzogen. Am nächsten Tag hat Szabó in einer eine Stunde und neundreißig Minuten langen Videoaufnahme alle Details der Geheimdienstoperation der Öffentlichkeit mitgeteilt und zum Schluss erklärt, er wolle seiner Heimat und nicht einer bestimmten Gruppe von Menschen, wie einer Partei dienen; diese Fahndung sei nur von parteipolitischen Interesen geprägt worden.

Ruhig und glaubwürdig
Zur Finanzierung der bevorstehenden anwältlichen Kosten und des Lebensunterhaltes des massiv unter Druck gesetzen Szabó hat sein Bruder ein Bankkonto zur Geldsammlung binnen neunzig Tagen in der Höhe von 12.500 Euro eröffnet. Bis samstagnachmittags haben 30432 Menschen 715.000 Euro auf das Konto überwiesen!

 
Europarat äußert Bedenken vor Wahl in Ungarn
Eine Delegation des Europarats hat ernsthafte Bedenken angesichts eines „vergifteten Klimas“ vor der bevorstehenden Wahl in Ungarn geäußert. Die Delegation sei von einem zweitägigen Besuch in der Hauptstadt Budapest mit dem Eindruck zurückgekommen, dass „es nicht nur darum geht, wer Stimmen gewinnt, sondern auch darum, ob der demokratische Wettbewerb selbst weiterhin offen, pluralistisch und fair bleibt“, hieß es in einer gestern veröffentlichten Erklärung der parteiübergreifenden Delegation.

Die Wählerinnen und Wähler allein müssten bei der Wahl am 12. April über die Zukunft Ungarns entscheiden – „und nicht Angstkampagnen, Verleumdungskampagnen, ungleiche Regeln oder Einmischung aus dem Ausland“, forderte der spanische Delegationsleiter Pablo Hispan.

 
„Magyar verspricht Orban-Regime mit menschlichem Antlitz“, Politologe Schedler zur Wahl in Ungarn
Ungarn steht vor einer Richtungswahl und erstmals seit Jahren könnte Viktor Orbáns Macht ernsthaft ins Wanken geraten. Sein Herausforderer Péter Magyar führt einen Wahlkampf, der vor allem auf die Unzufriedenheit der Menschen mit dem System Orbán setzt. Aber was macht Magyar anders als die Opposition bei vergangenen Wahlen? Unterscheidet er sich wirklich von Orbán? Und was würde ein Machtwechsel überhaupt bedeuten? Kontrast hat mit dem Politikwissenschaftler Andreas Schedler gesprochen, um zu verstehen, was an diesem Wahlkampf anders ist und wie stark das System Orbán tatsächlich wankt.

Kontrast: Am 12. April finden in Ungarn Parlamentswahlen statt. Schaut man sich die Umfragen an, scheint es das erste Mal eng für Viktor Orbán zu werden. Was macht die Opposition diesmal anders?

Andreas Schedler: Es ist eine komplett andere Opposition als bei den letzten drei Wahlen. Man hat tatsächlich den Eindruck, das Regime tanzt am Rande des Abgrunds und ist relativ gestresst davon. In den letzten zwei Jahren hat Péter Magyar (Tisza), der jetzige Spitzen-Oppositionskandidat, praktisch alle anderen Oppositionsparteien aus dem Feld geräumt. Auf Magyar bündeln sich jetzt quasi alle Oppositions-Hoffnungen. Er macht vieles anders. Péter Magyar ist ein Mann aus dem System und steht ideologisch der FIDESZ Partei von Orbán sehr nahe. Er macht das gleiche Programm, nur weniger aggressiv. Er besetzt aber praktisch den gleichen ideologischen Raum wie Orbán. Das ist kein Links-Rechts Wahlkampf, das ist ein Rechts-Rechts Wahlkampf.

Die Opposition hat immer gewusst, dass Orbán auf Kulturkampf setzt, also auf die Dämonisierung von Liberalismus und der Linken. Deshalb hat sie versucht, Demokratie als Thema einzubringen, indem sie sagte: Wir wollen die Demokratie zurückerobern. Magyar sagt fast nichts zu Demokratie, das ist kein Thema. Er kritisiert das System nicht in demokratischen Begriffen. Er sagt nicht, was er demokratiepolitisch in Zukunft anders machen möchte. Seine Themen sind schlechtes Regieren, also in welchen Bereichen das System-Orbán schlecht funktioniert. Orbán hat real wenig vorzuweisen: Das Gesundheits- und Bildungssystem liegt am Boden und dazu kommt noch massive Korruption.

Es ist im Grunde ein antipolitischer Wahlkampf. Klassisch würde man sagen populistisch: Magyar macht Wahlkampf gegen alle. Gegen die restliche Opposition und gegen das Orbán-Regime – und das funktioniert.

 
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