Russische Region zahlt Schülerinnen Schwangerschaftsprämie
Der Kreml will die rückläufige Geburtenrate in Russland wieder in die Höhe treiben. Eine Region erlässt nun eine umstrittene Maßnahme, um der demografischen Krise zu begegnen.
Die von der russischen Staatsführung vorgegebene Linie, den Trend der rückläufigen Geburtenrate umzukehren, hat nun in einer weiteren Region des Landes Konsequenzen.
Wie das Exil-Nachrichtenportal »Meduza« unter Berufung auf einen Erlass des Gouverneurs der Oblast Orjol, Andrej Klytschkow, berichtet , sollen Schülerinnen nun mit einer Prämie zu einer Schwangerschaft angespornt werden. Bisher gab es das Geld nur für Studentinnen. Die Region Orjol liegt im Westen des Landes.
Die einmalig gezahlte Summe belaufe sich auf 100.000 Rubel (umgerechnet rund 1050 Euro), berichtet auch die Nachrichtenagentur Interfax. Demnach steht die Prämie allen Frauen in »Vollzeitausbildung in allgemeinbildenden Einrichtungen, beruflichen Bildungseinrichtungen und Hochschuleinrichtungen« zu.
Gouverneur verweist auf Richtlinie aus Moskau
Die Nachricht stieß offenbar auch in ganz Russland auf derartiges Interesse, dass sich Gouverneur Klytschkow zu einer Erklärung genötigt sah. Demnach handele es sich lediglich um eine Umsetzung einer föderalen Richtlinie aus Moskau. »Das föderale Gremium hat allen Regionen empfohlen, eine solche Norm zu verabschieden, und soweit ich weiß, haben mehr als 40 russische Regionen sie bereits angenommen«, schrieb Klytschkow auf Telegram .
Der Kreml will die rückläufige Geburtenrate in Russland wieder in die Höhe treiben. Eine Region erlässt nun eine umstrittene Maßnahme, um der demografischen Krise zu begegnen.
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