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Nachrichten wenn es mehrere Balkanstaaten betrifft

Hier sind wir einfach Jugos: Was die Diaspora aus Ex-Yu verbindet
Woher genau unsere Eltern kommen? Natürlich wissen wir das. Aber hier in Österreich spielt es manchmal erstaunlich wenig Rolle. Sarajevo, Zagreb, Belgrad, Banja Luka, Split oder Mostar: Wenn wir uns begegnen, reicht oft ein Satz, ein Name oder ein Lied und wir wissen sofort: naš je. Einer von uns. Hier sind wir einfach Jugos.

Es passiert ständig. Man hört irgendwo einen Nachnamen auf „-ić“, am Nebentisch fällt ein „brate“, im Auto läuft ein Lied, das man seit seiner Kindheit kennt, oder jemand erzählt, dass er am Wochenende wieder „unten“ war. Vielleicht kommt seine Familie aus einem völlig anderen Teil des ehemaligen Jugoslawiens als die eigene. Trotzdem entsteht innerhalb weniger Minuten dieses vertraute Gefühl, als würde man sich schon ein bisschen länger kennen. Naši. Unsere Leute. Und vielleicht ist genau das eines der schönsten Dinge, die unsere Diaspora hervorgebracht hat.

 
300 Gäste, Kolo und Kinder bis Mitternacht: So waren unsere Jugo-Hochzeiten

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Die Erwachsenen tanzten noch, während wir längst auf zwei zusammengeschobenen Sesseln schliefen. Dazwischen lagen Cola, Hochzeitstorte, Kolo und ungefähr 50 Verwandte, bei denen wir keine Ahnung hatten, wie genau wir mit ihnen verwandt waren. Wer als Kind auf Jugo-Hochzeiten war, erinnert sich an eine ganz eigene Welt.

Schon der Tag begann anders als ein normaler Samstag. Mama war seit Stunden beschäftigt, Papa plötzlich im Hemd und irgendwo wurde diskutiert, wann man endlich losfahren müsse. Wir Kinder bekamen Kleidung angezogen, die schön aussah, aber in der man weder ordentlich laufen noch bequem sitzen konnte.

Dann ging es los. Je nach Familie und Region sah die Hochzeit natürlich anders aus. Aber eines hatten viele dieser Feiern gemeinsam: Für uns Kinder wirkten sie riesig.

 

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Westbalkan bald im Schengen-Raum? Das steckt hinter der neuen Idee
Bosnien und Herzegowina steht kurz davor, in den Kreis jener europäischen Länder aufzusteigen, die Zugang zum Satelliten-Internetdienst Starlink haben. Das Land zählte bislang zu den letzten Staaten auf dem Kontinent, die noch nicht an das Netzwerk des US-Unternehmens SpaceX angebunden waren.

Starlinks baldiger Start
Verkehrs- und Kommunikationsminister Edin Forto gab nach einem Treffen mit Rebecca Slich Hunter, der Direktorin für globale Lizenzierung bei Starlink, bekannt, dass der Dienst in wenigen Tagen oder spätestens in einigen Wochen verfügbar sein werde. Ausstehend seien lediglich noch letzte administrative Schritte auf Seiten lokaler Institutionen. Forto verwies darauf, dass die Bemühungen um eine Zusammenarbeit mit SpaceX bereits vor einigen Jahren in Washington ihren Anfang genommen hätten.

 
Westbalkan: Bauer empfing Minister in Wien
Europaministerin Claudia Bauer (ÖVP) hat heute die Außen- und Europaministerinnen und -minister der sechs Westbalkan-Staaten Albanien, Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien sowie hochrangige Regierungsvertreter Tschechiens und der Slowakei in Wien empfangen.

Bauer will mit der Westbalkan-Konferenz ein klares politisches Signal geben, wie sie sagte: „Wir müssen die Westbalkan-Staaten endlich aus dem Wartezimmer holen.“

Die Einladung ins Bundeskanzleramt erfolgte im Rahmen des österreichischen Vorsitzes in der Slavkov-Gruppe (Österreich, Tschechien, Slowakei). Dabei sind unter anderen die Europaministerin von Montenegro, Majda Gorcevic, der serbische Europaminister Nemanja Starovic, der albanische Außen- und Europaminister Ferit Hoxha, sein nordmazedonischer Amtskollege Bekim Sali und der kosovarische EU-Chefverhandler Jeton Zulfaj.

Annäherung verläuft schleppend
Die sechs Westbalkan-Staaten haben seit dem Jahr 2003 eine EU-Beitrittsperspektive, doch verläuft die Annäherung aufgrund von Reformstau in den Kandidatenländern, nationalen Vetos und der Erweiterungsskepsis innerhalb der EU äußerst schleppend. In den nächsten Jahren scheint die Vollmitgliedschaft nur für Albanien und Montenegro in Reichweite.

 
EU-Pläne geleakt: Beitritt light für BiH und Co. schon vor Vollmitgliedschaft
Brüssel plant einen Systemwechsel: Beitrittsländer sollen künftig früher profitieren – doch der Preis dafür ist hoch.

Die Europäische Kommission arbeitet an einem neuen Modell zur schrittweisen Integration von Beitrittskandidaten. Kernidee ist es, bereits in frühen Verhandlungsphasen wirtschaftliche Anreize zu setzen – ohne auf die Vollmitgliedschaft warten zu müssen. Ausgearbeitet wurde der Entwurf von Alexandre Adam, dem Hauptberater von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

Das Modell sieht vor, Kandidatenländern frühzeitig Zugang zu Handelsvorteilen und europäischen Forschungsprogrammen zu eröffnen. Voraussetzung dafür ist allerdings eine vollständige Angleichung an die EU-Außenpolitik sowie die nachweisliche Einhaltung demokratischer Standards. Besonders sensibel ist der Technologiebereich: Der Transfer strategisch relevanter Technologien an Russland oder China muss ausgeschlossen sein.

Reversibilität als Prinzip
Zentrales Element des Konzepts ist das Prinzip der Reversibilität – gewährte Vergünstigungen können zurückgenommen werden, sobald ein Land die vereinbarten Bedingungen nicht mehr erfüllt. Wie es im Kommissionsentwurf heißt, müssten „Bewertungen des Zugangs strategische Angleichung, kritische Abhängigkeiten und die Fähigkeit zum Risikomanagement in Infrastruktur und Lieferketten berücksichtigen.“

Für die Ukraine, Moldau, Albanien und Montenegro sind beschleunigte Beitrittspläne vorgesehen. Demgegenüber stagnieren die Verfahren von Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien, Kosovo, Serbien und der Türkei seit Jahren. Genau diese Verzögerungen bergen Risiken: Anhaltende Frustration könnte einzelne Länder dazu veranlassen, sich stärker Moskau oder Peking zuzuwenden. Als Kooperationsschwerpunkte sind Hochtechnologie, Halbleiter, künstliche Intelligenz, Quantentechnologie, Biotechnologie und die Raumfahrtindustrie vorgesehen.



 
Erweiterungskrise
Westbalkan und EU: Außenminister warnen vor zu langem Warten
Zwei Außenminister, eine klare Botschaft: Beim EU-Kurs des Westbalkans wird der Ruf nach mehr Tempo lauter.

Die EU-Annäherung des Westbalkans stand am Donnerstag im Mittelpunkt eines Treffens der Außenminister im montenegrinischen Pržno. Sowohl der deutsche Außenminister Johann Wadephul als auch Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger forderten dabei mehr Tempo und Verlässlichkeit beim europäischen Integrationsprozess.

Wadephul bezeichnete die EU-Erweiterung des Westbalkans als „Nagelprobe für Europa“ und verwies auf die geopolitische Bedeutung des Prozesses. Nur wenn die EU den Ländern der Region eine glaubwürdige Perspektive biete, könne sie ihren Einfluss und Handlungsspielraum dauerhaft sichern. Der Berliner Prozess, der 2014 auf Initiative der damaligen deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel gegründet wurde, soll die regionale Zusammenarbeit und die Annäherung der sechs Westbalkan-Staaten an die EU unterstützen.

 
Aber alo: Wie die Kroaten Jugoslawien zerschlagen haben? Mesić enthüllte mehr, als er durfte: Genscher forderte Island auf, Kroatien als Erstes anzuerkennen
Stipe Mesić erzählte einst, dass er vor den Kriegen auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens heimlich zu einem Gespräch mit dem damaligen deutschen Außenminister Hans-Dietrich Genscher gereist war. Diesem habe er gesagt, dass die SFRJ (Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien) nicht mehr fortbestehen könne und dass ohne eine internationale Anerkennung der neuen Staaten blutige Konflikte folgen würden.
Stipe Mesić beschrieb in einem früheren Interview Details der Gespräche, die er kurz vor dem Zerfall der SFRJ führte, und gab an, dass er heimlich nach Deutschland gereist sei, um sich mit Hans-Dietrich Genscher zu treffen.
Wie er erzählte, hatte er ein kurzes Gespräch erwartet, doch das Treffen dauerte ganze vier Stunden.
— Ich sagte ihm, dass es keinen Zusammenhalt mehr gibt, mit dem Jugoslawien aufrechterhalten werden könnte, nicht einmal in einem konföderalen Modell, und dass es im gesamten Gebiet unseres Raumes zum Krieg kommen wird, wenn Europa die neu gegründeten Staaten nicht anerkennt — sagte Mesić.
Er behauptete, er habe Genscher auch die Einschätzung dargelegt, dass die Konflikte in Kroatien blutig und in Bosnien und Herzegowina brutal sein würden und dass sich am Ende auch Serbien in einer schwierigen Lage wiederfinden würde.
„Blufft er mich an?“
Laut Mesićs Worten fragte Genscher daraufhin einen der Anwesenden, ob Mesić ihn „bluffe“.
Die Antwort lautete, wie er angab, dass dies seine politische Einschätzung sei.
Das Treffen, das eigentlich etwa zwanzig Minuten dauern sollte, verlängerte sich daraufhin auf mehrere Stunden.
Genscher griff zum Telefon und rief Island an
Mesić beschrieb anschließend auch den Moment, als das Gespräch darauf kam, wer Kroatien als Erstes anerkennen könnte.
Wie er ausführte, begann er, Staaten aufzuzählen, von denen er glaubte, dass sie dies tun könnten.
Damals schlug ihm Genscher, so seine Erinnerung, vor, über Staaten nachzudenken, die im Zweiten Weltkrieg neutral gewesen waren.
— Er griff zum Telefon, rief den Außenminister Islands an und vereinbarte, dass sie die Ersten sein würden, die uns anerkennen — erzählte Mesić.
Island gehörte daraufhin zu den ersten Staaten, die Kroatien anerkannten, während der Vatikan kurz darauf dasselbe tat.
Nach Berlin — der Vatikan
Mesić sagte, dass er sich nach seiner Rückkehr nach Zagreb auch zu einem Treffen in den Vatikan begab.
— Ich kehrte nach Zagreb zurück und reiste danach zu einem Treffen im Vatikan — sagte Mesić.
Seine Zeugenaussage zeigt, wie intensiv die diplomatischen Kontakte und das Lobbying für die internationale Anerkennung der neuen, durch den Zerfall der SFRJ entstandenen Staaten in der Zeit unmittelbar vor dem Zusammenbruch Jugoslawiens waren.
Gleichzeitig geben seine Behauptungen über das Gespräch mit Genscher einen Einblick darin, wie einzelne politische Akteure jener Zeit einschätzten, dass der Fortbestand Jugoslawiens praktisch unmöglich war und dass ein Scheitern der internationalen Diplomatie zum Krieg führen würde.


 
Ich habe den Artikel einige Male gelesen und ja, natürlich. Da haben wir sie wieder, die absolute, unumstößliche "Wahrheit“ über den Zerfall Jugoslawiens, frisch serviert aus der unerschöpflichen Gerüchteküche der Geopolitik und Möchtegerngenozidlers Regimemedien.
Es ist doch immer wieder faszinierend, da setzt sich ein einzelner Politiker an einem Nachmittag im Jahr 1991 bei einer Tasse Kaffee (oder vielleicht einem Glas Rakija oder Sljivovica?) mit Genscher zusammen, und zack, wird im Alleingang ein ganzer Staat pulverisiert. Wer braucht schon jahrelange wirtschaftliche Krisen, den chronischen Bankrott des Systems, das Aufkommen eines aggressiven Großserbien-Nationalismus oder die berüchtigten Reden auf dem Amselfeld, wenn man die Schuldfrage so herrlich unkompliziert lösen kann? Ich habe ja den Verdacht, Diego ist da "Journalist" oder so
Es ist wie beim Bingo für geopolitische Nostalgiker. Man muss nur die richtigen Kästchen ankreuzen:
Der Vatikan? Check. Der lenkt ja bekanntlich seit Jahrhunderten jede europäische Grenzverschiebung per päpstlichem Dekret.
Die CIA? Check. Die saß bestimmt unter dem Tisch und hat das vierstündige Gespräch protokolliert.
Genscher und Island? Ein genialer Schachzug. Island, die weltbekannte Supermacht des kalten Krieges, bricht als globaler Vorreiter das Völkerrecht auf Zuruf aus Bonn (war damals noch Regierungssitz).
Das Schöne an dieser Logik ist ihre bestrickende Einfachheit, Kroatien hat den Krieg demnach quasi "bestellt“ und die internationale Diplomatie hat ihn prompt geliefert. Dass es vor Ort Truppenbewegungen, schwerste Bewaffnung und eine bereits beschlossene Agenda zur Grenzverschiebung gab, wird dabei elegant wegmoderiert. Aber warum sollte man sich auch mit komplexer Historie, den realen Dynamiken des Belgrader Machtzentrums oder den tatsächlichen Protokollen der europäischen Diplomatie belasten, wenn die "Bösewicht-Theorie“ so wunderbar ins eigene Narrativ passt?
Am Ende bleibt die Erkenntnis, Geschichte schreibt eben nicht immer der Sieger, manchmal schreiben sie auch einfach diejenigen, die eine verdammt gute Ausrede dafür suchen, wer damals eigentlich zuerst geschossen hat.
 
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