Aktuelles
  • Herzlich Willkommen im Balkanforum
    Sind Sie neu hier? Dann werden Sie Mitglied in unserer Community.
    Bitte hier registrieren

NATO

Festnahmen, Demonstrationsverbote
Harsche Kritik an NATO-Gastgeber Türkei
Auf dem NATO-Gipfel in der Türkei werden am Dienstag und Mittwoch wichtige Entscheidungen zu sicherheitspolitischen Fragen erwartet. So sollen etwa weitere Milliardenhilfen für die Ukraine fixiert werden. Das Gastgeberland Türkei wurde wegen des harten Umgangs mit Regierungskritikern bereits im Vorfeld scharf kritisiert. Denn mehrfach kam es vor dem Gipfel zu Verhaftungen. Auch Demonstrationsverbote wurden verhängt.

Am Montagabend sei etwa der türkische Reporter Kayhan Ayhan wegen „Verbreitung falscher Nachrichten“ festgenommen worden, teilte sein Arbeitgeber, die regierungskritische Tageszeitung „Bir Gün“, am Dienstag mit. Ayhan hatte über den Korruptionsprozess gegen den seit März 2025 inhaftierten Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu berichtet. Auch der türkische Journalist Hazar Dost wurde festgenommen.

Bereits am Wochenende hatten die türkischen Behörden bei Razzien in mehreren Provinzen zahlreiche Menschen festgenommen. Die Behörden bezeichnen die Aktionen als Teil der Terrorismusbekämpfung. Kritikerinnen und Kritiker sagten dagegen, die Operationen zielten darauf ab, Proteste zu verhindern.

Journalist: „Kein gutes Zeichen“
Es sei sehr enttäuschend, dass sich einerseits die Staats- und Regierungschefinnen und -chefs zum Thema Sicherheit der Welt träfen und gleichzeitig in der Türkei hart durchgegriffen werde, sagte etwa der Journalist Serkan Demirtas von der englischsprachigen Tageszeitung „Hürriyet Daily News“ im Ö1-Morgenjournal. Das sei „kein gutes Zeichen für die Zukunft des gesamten Bündnisses“.

 
Aus für US-Aufklärungsflieger: NATO setzt auf Kanada und Schweden
Die NATO ersetzt ihre alten Radarflugzeuge nicht mit US-Jets. Stattdessen sollen Maschinen aus Kanada kommen, ausgerüstet mit Technik aus Schweden.
Die NATO setzt bei der Erneuerung ihrer in Deutschland stationierten Flotte von Awacs-Aufklärungsflugzeugen nicht wie ursprünglich geplant auf US-Maschinen. Wie Generalsekretär Mark Rutte am Rande des NATO-Gipfels in Ankara ankündigte, sollen künftig Flugzeuge des kanadischen Herstellers Bombardier genutzt werden, die mit dem Aufklärungs- und Frühwarnsystem GlobalEye des schwedischen Rüstungskonzerns Saab ausgerüstet sind. Die Bestellung werde bis zu zehn Flugzeuge umfassen.

GlobalEye ermögliche die gleichzeitige Überwachung des Luftraums, des Seeraums und des Bodens von einer einzigen Plattform aus und verschaffe den militärischen Befehlshabern ein umfassendes Lagebild, erklärte Rutte. Das System könne unter anderem Drohnenschwärme, ballistische Raketen und Marschflugkörper aufspüren, verfolgen und identifizieren. Es wird auf Flugzeuge des Typs Bombardier Global 6.000 oder Global 6.500 installiert.

Alliierte wollten ursprünglich US-Flugzeuge kaufen
Ursprünglich hatte die NATO eigentlich US-Maschinen vom Typ Boeing E-7A Wedgetail bestellen wollen. Dieses Vorhaben wurde allerdings vorerst aufgegeben, nachdem die US-Regierung im vergangenen Sommer ihren Ausstieg aus dem Programm angekündigt hatte. Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte dann bereits im vergangenen September gesagt, dass nach der geplanten Ausmusterung der Aufklärungsflugzeuge vom Typ Awacs für Deutschland auch das GlobalEye-System von Saab in Betracht komme. Deutschland wird nach dem Rückzug der USA voraussichtlich den größten Anteil der Kosten in Höhe von mehreren Milliarden Euro übernehmen.

 
Zurück
Oben