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Sammelthread: Israel/Nahost-Konflikt

  • Ersteller Ersteller jugo-jebe-dugo
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Beirut: Keine Information zu Gespräch mit Netanjahu
Israels Premier Benjamin Netanjahu wird laut einer Ministerin heute mit dem libanesischen Staatspräsidenten Joseph Aoun telefonieren. Das sagte Gila Gamliel, Israels Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Technologie, dem israelischen Armeesender.

Es wäre das erste bekannte Telefonat zwischen Netanjahu und Aoun. Aus dem Büro Aouns hieß es jedoch, man habe keine Informationen zu einem solchen Gespräch. Als „natürlichen Ausgangspunkt“ für direkte Gespräche forderte Aoun eine Waffenruhe.

Trump-Ankündigung sorgte für Verwirrung
US-Präsident Donald Trump hatte Gespräche auf höchster Ebene zwischen Israel und dem Libanon angekündigt. Er wolle eine „kleine Atempause zwischen Israel und dem Libanon schaffen“, schrieb Trump gestern in seinem Onlinedienst Truth Social.

Man sei sich keiner neuen, bevorstehenden Kontakte zu Israel bewusst, ließ die libanesische Regierung daraufhin wissen.

 
Ich lasse es mal unkommentiert
Trump: Zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und Libanon
Israel und der Libanon haben sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump auf eine zehntägige Feuerpause verständigt.

Trump schrieb heute auf seiner Plattform Truth Social, er habe mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu gesprochen. Beide hätten einer Waffenruhe zugestimmt, die um Mitternacht Ortszeit (23.00 Uhr MESZ) beginnen solle.

Trump erklärte zudem, er habe Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio angewiesen, gemeinsam mit Israel und dem Libanon an einer dauerhaften Friedenslösung zu arbeiten.

Seit 1948 formell im Kriegszustand
Israel und der Libanon unterhalten bisher keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand. Am Dienstag gab es in Washington ein Treffen auf Botschafterebene, das erste direkte Aufeinandertreffen seit 1993.

 
Israel – Libanon
Zehntägige Waffenruhe in Kraft
Israel und der Libanon haben sich nach Angaben von US-Präsident Donald Trump auf eine zehntägige Feuerpause verständigt. Die Waffenruhe ist am Donnerstagabend (MEZ) in Kraft getreten. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von der Chance auf ein „historisches Friedensabkommen“. Die Terrororganisation Hisbollah gab sich indes zurückhaltend.

Trump habe ausgezeichnete Gespräche mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und Netanjahu geführt. In Kraft getreten ist der Waffenstillstand um 17.00 Uhr US-Ostküstenzeit (23.00 Uhr MESZ). Beide Staats- und Regierungschefs hätten sich darauf verständigt, zum Erreichen von Frieden zwischen ihren Ländern einen formellen zehntägigen Waffenstillstand zu beginnen.

Trump erklärte außerdem, er habe Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio angewiesen, gemeinsam mit Israel und dem Libanon an einer dauerhaften Friedenslösung zu arbeiten. Zudem werde er Netanjahu und Aoun ins Weiße Haus in Washington einladen. Ziel seien bedeutungsvolle Gespräche zwischen den beiden nahöstlichen Staaten. „Beide Seiten wollen Frieden sehen, und ich denke, das wird schnell passieren“, schrieb er auf Truth Social.

 
Waffenstillstand um Mitternacht – und Beirut schießt in den Himmel
Beirut – Kurz vor Mitternacht Ortszeit heulten noch Sirenen in nordisraelischen Ortschaften. Die israelische Armee meldete, sie schlage Hisbollah-Raketenwerfer ab. Ein 25-jähriger Mann wurde in Karmiel schwer verletzt, wahrscheinlich durch Trümmer eines abgefangenen Geschosses. Dann, um Mitternacht, trat der Waffenstillstand in Kraft.

In Beirut antwortete die Stadt mit Schüssen in die Luft. Leuchtspurgeschosse zogen über den Nachthimmel, Feuerwerkskörper mischten sich darunter, Panzerfaust-Abschüsse hallten durch die Straßen. Mehr als eine Million Libanesen sind während dieses Krieges vertrieben worden. Hisbollah und die libanesische Armee warnten beide, nicht sofort zurückzukehren – die Lage sei noch nicht klar genug. Und trotz der Warnungen, setzten sich vertriebene Familien in Bewegung. In Richtung Süden. Nach Hause, oder was davon noch übrig ist.

Der Waffenstillstand gilt zehn Tage. Er kann verlängert werden, wenn Fortschritte in den Gesprächen erkennbar sind und der Libanon seine Souveränität wirksam durchsetzt, wie das US-Außenministerium erklärt. Israel darf sich jederzeit gegen geplante oder laufende Angriffe verteidigen. Hisbollah hat bereits angekündigt, auf jeden israelischen Angriff zu reagieren. Der israelische UN-Botschafter Danny Danon nennt den Waffenstillstand schwierig – wegen Hisbollah, das nach der Ankündigung erklärte, die anhaltende israelische Besatzung gebe dem Libanon das Recht auf Widerstand. Netanyahu hat angeboten, nach Washington zu reisen, um die Verhandlungen fortzusetzen.

 
Libanesische Armee wirft Israel Verstöße gegen Waffenruhe vor
Nach Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen den verfeindeten Nachbarländern Libanon und Israel bleibt die Lage angespannt. Die libanesische Armee warf Israel in der Nacht Verstöße gegen die Vereinbarung vor. Die pro-iranische Hisbollah verübte nach eigenen Angaben einen Vergeltungsangriff auf israelische Soldaten. International wurde die Feuerpause begrüßt. US-Präsident Donald mahnte die Hisbollah zur Einhaltung der Waffenruhe. In den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut waren Freudenschüsse zu hören.

Libanon sieht Bruch der Waffenruhe
Die zehntägige Waffenruhe begann um Mitternacht Ortszeit (23.00 Uhr MESZ). Die libanesische Armee erklärte in der Nacht im Onlinedienst X jedoch, es seien „mehrere israelische Aggressionen registriert worden“. Die pro-iranische Hisbollah-Miliz teilte mit, sie habe als Vergeltungsmaßnahme „eine Ansammlung israelischer Soldaten in der Nähe der Stadt Chiam“ im Südlibanon bombardiert.


 
Südlibanon
Zu Flucht Gezwungene kehren zurück
Nach Inkrafttreten einer zehntägigen Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon haben sich seit Freitagfrüh Zehntausende Menschen im Libanon auf den Weg zurück in ihre Heimatorte gemacht. Israel hält weiter einen breiten Gebietsstreifen besetzt. Die Waffenruhe scheint vorerst in groben Zügen zu halten.

Auf den Straßen in Richtung Süden bildeten sich Augenzeugen zufolge lange Staus. Zahlreiche Fahrzeuge waren dicht bepackt und mit Matratzen und weiteren Habseligkeiten beladen. Sie ignorierten dabei auch die Warnung der libanesischen Armee.

Einige der Rückkehrenden schwenkten Fahnen der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz aus dem Fenster, anderen zeigten das Siegeszeichen mit den Händen. Viele kehrten zu Fuß zurück. Einige der von den israelischen Luftstreitkräften zerstörten Brücken über das Wadi Litani wurden provisorisch so weit repariert, dass die Menschen auch mit Autos zurückkehren können.

 
Der Deal mit Libanon ist eine historische Chance – wenn Israel sie nützt
Beide Länder wollen die Hisbollah entmachten und könnten dann Frieden schließen. Aber israelische Bombenangriffe und die Besetzung des Südlibanon stehen dem im Weg

Ist das Abkommen zwischen Israel und dem Libanon ein historischer Durchbruch oder eine taktisch motivierte Atempause in einem anhaltenden Krieg? Beides dürfte wahr sein.

Israel und die schwache libanesische Regierung verfolgen das gleiche Ziel: Sie wollen die schiitische Hisbollah, die beide bedroht, entmachten. Wenn das gelingt, könnte Israel mit einem weiteren Nachbarstaat Frieden schließen.

Aber dafür muss Israel einmal beginnen, die staatliche Souveränität des Libanon zu respektieren. Dauerbombardements bis hinauf nach Beirut und die Besetzung der Südregion bis zum Litani-Fluss verwandeln nicht nur das Land in ein Schlachtfeld, sondern untergraben auch die Autorität der Regierung. Und trotz Israels militärischer Überlegenheit vernichtet diese Strategie die Hisbollah nicht.

Zugeständnis an Trump
Es gibt bisher keine Anzeichen, dass die Regierung Netanjahu von diesem Kurs abzuweichen plant; die zehntägige Waffenruhe, wenn sie überhaupt eingehalten wird, dürfte bloß ein Zugeständnis an US-Präsident Donald Trump sein.

 
Präsident von Libanon sieht Land vor „neuer Phase“
Der libanesische Präsident Joseph Aoun sieht das Land nach Inkrafttreten der zehntägigen Waffenruhe mit Israel am Beginn einer „neuen Phase“. „Es ist die Phase des Übergangs von der Arbeit an einer Waffenruhe zur Arbeit an einem dauerhaften Abkommen“, sagte Aoun gestern in einer im Fernsehen übertragenen Rede an die Nation. Diese sollten „die Rechte unseres Volkes, die Einheit unseres Landes und die Souveränität unserer Nation bewahren“.

Der Libanon sei nicht mehr „der Faustpfand im Spiel“ der anderen oder „der Schauplatz der Kriege“ anderer Akteure, sagte der Staatschef weiter. „Und wir werden es nie wieder sein.“ Vielmehr habe die libanesische Regierung die Entscheidungsgewalt im Land zum ersten Mal in fast einem halben Jahrhundert wieder an sich gezogen.

Verhandlungen mit Israel „keine Schwäche“
Aoun deutete damit auf die mächtige Hisbollah-Miliz. Diese hatte nach Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar Raketenangriffe auf Israel gestartet – und den Libanon damit in den Krieg der USA und Israels gegen den Iran hineingezogen.

In der Nacht auf gestern war eine zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon in Kraft getreten. Präsident Aoun sagte in seiner Ansprache, direkte Verhandlungen mit Israel seien „kein Zeichen der Schwäche“. Es werde kein Abkommen geben, „das unsere nationalen Rechte beschneidet“.

 
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