In Israels Norden steigt die Angst vor einem offenen Krieg mit der Hisbollah
Immer mehr Militärexperten fordern einen präventiven Angriff Israels auf die libanesische Miliz. Schon jetzt werden die Truppen im Grenzgebiet aufgestockt. Ein Bericht aus Jerusalem
Als kurz vor 21 Uhr am Freitag die Sirenen losheulten, klangen sie anfangs heiser. In Haifa, einer Küstenstadt sechzig Kilometer südlich der Grenze zum Libanon, wurde der Luftschutzalarm selbst in den explosiven Monaten seit dem 7. Oktober kaum gebraucht. Die Raketen der Hamas reichen nicht bis hierher – jene der Hisbollah im Libanon aber sehr wohl. Entsprechend groß war die Sorge, als die Menschen am Freitag in ihre Luftschutzräume rannten.
Der Luftschutzalarm in Haifa stellte sich als Fehlalarm heraus. Er wurde nicht durch eine Rakete ausgelöst, sondern durch die israelische Luftraumverteidigung, die auf eine nicht registrierte Drohne abzielte. Der Vorfall zeigt aber, wie angespannt die Lage ist. Sollte der "Krieg in geringer Intensität", wie Militärexperte Amos Yadlin die ständigen Gefechte im Norden nennt, in einen tatsächlichen Krieg umschlagen, wäre das eine Eskalation völlig neuen Ausmaßes. Das Arsenal der Hisbollah ist nicht nur zehnmal so groß wie jenes der Hamas, es kann auch längere Strecken bedienen und erlaubt präzisere Schläge.
Immer mehr Militärexperten fordern einen präventiven Angriff Israels auf die libanesische Miliz. Schon jetzt werden die Truppen im Grenzgebiet aufgestockt. Ein Bericht aus Haifa
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