Druck auf Israel steigt: Laut Hungersnot-Skala ist "schlimmstes Szenario" eingetreten
Auch London will einen Palästinenserstaat anerkennen, wenn sich die Lage in Gaza nicht ändert. Israel bestreitet eine Hungersnot. Die Bilder und Berichte sprechen eine andere Sprache
Die Not in einem Kriegsgebiet akkurat aus der Ferne zu beurteilen ist schwierig. Ähnlich hat es am Dienstag auch der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, in einem vielbeachteten ORF-Interview formuliert.
Deutsch ging allerdings so weit, die Opferzahlen im Gazastreifen und Warnungen vor einer Hungersnot von etablierten humanitären Organisationen infrage zu stellen. "Das wissen wir nicht", sagte Deutsch auf Nachfrage. Damit steht er aktuell – neben dem offiziellen Israel, das eine Hungersnot bestreitet – zunehmend allein da. So sieht etwa der US-Präsident, ebenfalls ein Freund und Verbündeter Israels, die Sache anders. Donald Trump widersprach jüngst dem Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, der Berichte über eine Hungersnot in Gaza als "Lügen" abtat: "Diese Kinder sehen echt hungrig aus. Das ist echtes Hungersnot-Zeug", sagte der US-Präsident, der schon im Frühjahr den sich in Gaza ausbreitenden Hunger kritisiert hatte.
Israel hatte damals die Hilfslieferungen für 80 Tage blockiert. Das international führende Instrument zur Evaluierung der Nahrungsmittelkrisen, die sogenannte IPC-Skala (Integrated Food Security Phase Classification), warnte daraufhin, dass im Gazastreifen bald die gesamte Bevölkerung von akutem Nahrungsmangel betroffen sein werde und dass das Risiko für eine Hungersnot sehr hoch sei, wenn nicht gegengesteuert werde. Zwar wurde seither die humanitäre Blockade gelockert. Allerdings – wie Uno und NGOs stets warnen – nicht genug. Am Dienstag zeigte die IPC-Skala an, dass das "schlimmste Szenario" eingetreten sei: Ein Massensterben stehe bevor, wenn nicht unmittelbar eingegriffen werde.
www.derstandard.at
Auch London will einen Palästinenserstaat anerkennen, wenn sich die Lage in Gaza nicht ändert. Israel bestreitet eine Hungersnot. Die Bilder und Berichte sprechen eine andere Sprache
Die Not in einem Kriegsgebiet akkurat aus der Ferne zu beurteilen ist schwierig. Ähnlich hat es am Dienstag auch der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, in einem vielbeachteten ORF-Interview formuliert.
Deutsch ging allerdings so weit, die Opferzahlen im Gazastreifen und Warnungen vor einer Hungersnot von etablierten humanitären Organisationen infrage zu stellen. "Das wissen wir nicht", sagte Deutsch auf Nachfrage. Damit steht er aktuell – neben dem offiziellen Israel, das eine Hungersnot bestreitet – zunehmend allein da. So sieht etwa der US-Präsident, ebenfalls ein Freund und Verbündeter Israels, die Sache anders. Donald Trump widersprach jüngst dem Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, der Berichte über eine Hungersnot in Gaza als "Lügen" abtat: "Diese Kinder sehen echt hungrig aus. Das ist echtes Hungersnot-Zeug", sagte der US-Präsident, der schon im Frühjahr den sich in Gaza ausbreitenden Hunger kritisiert hatte.
Israel hatte damals die Hilfslieferungen für 80 Tage blockiert. Das international führende Instrument zur Evaluierung der Nahrungsmittelkrisen, die sogenannte IPC-Skala (Integrated Food Security Phase Classification), warnte daraufhin, dass im Gazastreifen bald die gesamte Bevölkerung von akutem Nahrungsmangel betroffen sein werde und dass das Risiko für eine Hungersnot sehr hoch sei, wenn nicht gegengesteuert werde. Zwar wurde seither die humanitäre Blockade gelockert. Allerdings – wie Uno und NGOs stets warnen – nicht genug. Am Dienstag zeigte die IPC-Skala an, dass das "schlimmste Szenario" eingetreten sei: Ein Massensterben stehe bevor, wenn nicht unmittelbar eingegriffen werde.
Druck auf Israel steigt: Laut Hungersnot-Skala ist "schlimmstes Szenario" eingetreten
Auch London will einen Palästinenserstaat anerkennen, wenn sich die Lage in Gaza nicht ändert. Israel bestreitet eine Hungersnot. Die Bilder und Berichte sprechen eine andere Sprache