Es geht nicht darum, dass westliche Länder Immigranten nicht entgegenkommen, sondern dass es die mindeste Pflicht zur Wiedergutmachung geschehener Verbrechen ist. Reparationen egal welcher Art werden kategorisch abgelehnt weil sie ein Eingeständnis begangener Verbrechen wären und dass können Leute wie Sarkozy oder die schweizerische Regierung scheinbar nicht verarbeiten. Bei dem begrenzten geistigen Horizont ist das auch verständlich.
Du solltest wissen, dass ich alles andere als oberflächlich bin und die Probleme eben nicht pauschal kategorisiere. Ich habe das Problem in seinem ganzen Ausmaß erfasst und meine Schlüsse daraus gezogen.
Wenn man anfängt zu reden a la "Ja, aber so einfach ist das auch nicht, das Thema ist viel zu komplex", dann kann man gleich einpacken. Ich weiß, dass die Themen komplex sind aber die, die ununterbrochen von der Komplexität der Sachverhalte reden sind die, die entweder keine Lust haben, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen oder die, die schlicht zu dumm sind um den Problembereich präzise zu erfassen und sachlich abzugrenzen um keinen Populismus aufkommen zu lassen.
Wenn ein Tunesier und seine Familie unter Ben Ali verfolgt und ihrer Existenzgrundlage beraubt wurde, dieser im Anschluss nach Europa flieht um sich und seiner Familie ein besseres Leben zu ermöglichen (also in die Region der Welt, die diese Probleme überhaupt erst verursacht hat) und hier sieht, dass er in keiner Hinsicht erwünscht ist und unterstützt wird, dann habe ich vollstes Verständnis dafür, wenn er in die Kriminalität abrutscht.
Kriminalität entsteht nicht aus Langeweile sondern weil Menschen keine anderen Handlungsalternativen haben. Bis auf die verirrten Geister, die das nur machen um cool zu sein, sind Kriminelle mit Sicherheit nicht in ihrem Handwerk beschäftigt weil es ihnen Spaß macht.
Wie gesagt, ich habe nirgendwo die Tat an sich gerechtfertigt sondern Verständnis gezeigt dafür, dass Asylanten sich gezwungen sehen, an kriminellen Machenschaften teilzunehmen um sich ein Leben zu ermöglichen. Dass diese Art von Kapitalbeschaffung auf lange Sicht unrentabel ist (Gefängnisaufenthalte etc.), interessiert einen einfachen Asylanten erstmal nicht.
Selbstverständlich wäre ich erst einmal verärgert über einen Einbruch in mein Auto/Haus oder was auch immer. Nur halte ich es nicht für nötig, die ganze Sache nach dem Motto "Seht ihr, ich habs euch doch gesagt, die sind alle gleich" aufzuziehen nur um gleichgesinnte Vollidioten zu finden, die aufgrund ihrer eigenen Beschränktheit einfach zustimmen ohne zu denken.
Wenn der erste Ärger verflogen wäre, würde ich zumindest die ganze Sache relativ sehen.
Und was die Monopolstellung angeht kann ich sagen, dass es völliger Schwachsinn ist, monopolistische Produkte nicht fair beziehen zu können.
Was du hier schreibst ist die Rechtfertigung für Rohstoffkriege - wir können es ja eh nicht ändern, wir haben da ein Monopol und müssen das Monopol brechen um unsere Vorstellungen zu befriedigen.
Viel eher ist die Tatsache des Ölmonopols hauptsächlich in Ländern des Nahen Ostens ein Zeichen dafür, über Öl und seinen Nutzen nachzudenken und Substitute dafür zu finden. Das erfordert viel Arbeit und Energie aber ist für mich eine deutlich bessere Alternative zu Mord und Totschlag in unserem Namen.
Mal ganz abgesehen dafür, dass Öl und unsere verschwenderischer Umgang damit auf lange Sicht der Tod unseres Planeten ist.
Das hat nichts mit Idealisierung zu tun sondern mit Realitätssinn. Ich bin jedenfalls nicht bereit, mich über Asylanten aufzuregen, die durch uns erst direkt oder indirekt in die Lage gekommen sind, kriminell zu werden.