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US-News

Der taumelnde Riese – Trumps Politik und der fallende Dollar
Es war ein Höhenflug, der abrupt endete. Kurz nach Donald Trumps Wahl zum Präsidenten verzeichnete der US-Dollar einen kräftigen Anstieg – getrieben von Versprechen wirtschaftlicher Renaissance, Steuererleichterungen und Investitionen in Infrastruktur. Die Märkte reagierten mit Euphorie, der Dollar legte im Dezember und Januar kräftig zu. Doch ab dem Zeitpunkt seiner Vereidigung am 20. Januar begann die Ernüchterung. Der Kurs sackte langsam, aber stetig ab – und beschleunigte sich dramatisch nach der Verkündung der ersten Strafzölle am 2. April. Innerhalb weniger Monate verlor der US-Dollar-Index über 11 Prozentpunkte – von einem Plus von sechs auf ein Minus von über fünf Prozent.

Diese Entwicklung ist mehr als ein bloßer Ausschlag an den Währungsbörsen. Sie spiegelt ein schwindendes Vertrauen in die ökonomische Linie der USA unter Trump. Wer in einer globalisierten Welt Protektionismus predigt, zieht Kapital nicht an – er vertreibt es. Investoren fliehen aus Währungen, denen ein strategischer Kompass fehlt oder deren Führer mit Handelskriegen spielen wie mit Dominosteinen. Das Problem: Der Dollar ist nicht irgendeine Währung. Er ist Weltreserve, Maßstab, Vertrauensanker – oder war es zumindest. Für Anleger bedeutet der Kursverfall eine Zwickmühle. Ein schwacher Dollar kann Exporte beflügeln, US-Aktien attraktiver machen, Gold und Rohstoffe verteuern. Doch wer in den Dollar investiert, setzt auf Stabilität – nicht auf Spekulation. In einer solchen Phase lohnt sich die Wette nur, wenn man von einer baldigen Korrektur überzeugt ist.

 
Alligator-Alcatraz, Abschiebe-Hotline und Rache per T-Shirt – Wie Trumps Regierung den Staatsapparat zur Menschenjagd umbaut
Es beginnt mit einem Tweet – nicht von einem Trollaccount, nicht von einem anonymen Provokateur, sondern vom Generalstaatsanwalt Floridas. James Uthmeier, ein loyaler Weggefährte des Trump-Lagers, schreibt auf X: „Wir bekamen kürzlich einen Hinweis von jemandem, dessen gewalttätiger Ex das Touristenvisum überzogen hat. Jetzt steht seine Abschiebung an. Wenn Ihr Ex illegal im Land ist, melden Sie sich gerne bei uns. Wir helfen gern weiter.“ Dazu ein freundliches Emoji, als handle es sich um eine Dienstleistung für Scheidungssorgen – nicht um die Mobilisierung eines staatlichen Repressionsapparats. Was folgt, ist kein Dementi, keine Klarstellung. Im Gegenteil: Das Heimatschutzministerium (DHS) greift den Tweet auf – und macht Werbung. Öffentlich. Auf Regierungskanälen. In großen Lettern steht da: „From domestic abuser to deported loser.“ – Vom häuslichen Gewalttäter zum abgeschobenen Verlierer. Darunter: die Telefonnummer zur ICE-Hotline, direkt verlinkt. Ein kurzer, populistischer Spruch, wie man ihn aus Trump-Wahlkampagnen kennt – diesmal allerdings im Namen der Bundesbehörden. Was hier geschieht, ist mehr als geschmacklos. Es ist gefährlich. Denn dieser Vorstoß markiert eine neue Qualität in der Instrumentalisierung staatlicher Macht für persönliche Racheakte. Das Versprechen lautet: Wer genug Groll hegt, braucht keinen Anwalt – ein Anruf bei ICE genügt. Damit wird nicht nur ein ohnehin repressives System zur Denunziation ermuntert. Es wird auch ein neues gesellschaftliches Klima geschaffen, in dem zwischenmenschliche Konflikte in rassifizierte Machtverhältnisse umgedeutet werden. „Dein Ex ist undokumentiert? Zeig ihn an. Wir kümmern uns.“ Weder der Generalstaatsanwalt noch das DHS liefern Informationen über den angeblich verfolgten Fall. Es gibt keinen Beleg, keine Dokumentation, keine unabhängige Instanz, die prüft, ob die Anzeige berechtigt war. Der angebliche Täter bleibt anonym – genauso wie die Person, die ihn gemeldet hat. Was bleibt, ist die Inszenierung: ein moralischer Triumph, eine Retourkutsche mit offizieller Rückendeckung, ein Triumph der neuen Rechtsordnung, in der persönliche Kränkungen politische Munition werden. Doch selbst wenn es sich im Einzelfall tatsächlich um einen Gewalttäter handeln sollte – ist es dann Sache des Einwanderungsrechts, dieses Unrecht zu ahnden? Seit wann ersetzt die Visumsüberprüfung ein Gerichtsverfahren? Seit wann genügen Anschuldigungen, um das Leben eines Menschen in den Abgrund zu stoßen?

 
Amerikas Preis – Wie Trumps Handelskrieg Konzerne, Universitäten und die Presse trifft
Es ist ein unscheinbarer Tweet der Wall Street Journal, der die Wucht amerikanischer Wirtschaftspolitik in einem Satz verdichtet: „General Motors‘ profit shrank 35% last quarter after taking a $1.1 billion tariff hit.“ Ein Milliardenverlust – verursacht durch Zölle, erlassen von einem Präsidenten, der sich selbst als Dealmaker versteht, aber seine Volkswirtschaft in Geiselhaft nimmt. Die Fahrzeuge auf dem dazugehörigen Foto stehen da wie auf einem Schlachtfeld: weiß, silbern, grau – stillgelegte Hoffnung auf vier Rädern. Was sich hier andeutet, ist keine isolierte Betriebsbilanz. Es ist ein Fieberthermometer für den Zustand eines Landes im Handelskrieg gegen sich selbst.

Während General Motors mit dem Rücken zur Wand steht, verkündet Donald Trump eine neue Vereinbarung mit Japan: 15 Prozent Zoll auf Importe, „herunterverhandelt“ von ursprünglich 25 Prozent. Japans Premier Shigeru Ishiba versucht, das Ergebnis als bilateralen Erfolg zu verkaufen – nicht zuletzt, um nach einer krachenden Wahlniederlage seine politische Haut zu retten. Doch selbst in Tokio ist die Fassade dünn geworden. „Ich muss das Abkommen erst prüfen“, weicht Ishiba aus, während Washington das Ergebnis bereits in Dollar beziffert: 550 Milliarden sollen aus Japan in die USA fließen – auf Trumps „direkte Anweisung“, wie er auf Truth Social schreibt. Und Europa? Dort bereitet man sich auf das nächste Ultimatum vor. Ein Schreiben des Weißen Hauses droht den 27 EU-Mitgliedsstaaten mit 30 Prozent Strafzoll – ab dem 1. August. Beim Abendessen mit Republikanern kündigt Trump an: „Wir haben Europa diese Woche hier. Morgen oder übermorgen.“ Die Gespräche beginnen unter dem Damoklesschwert des wirtschaftlichen Exitus.

 
Oper in Washington soll nach Melania Trump benannt werden
Das bisher als „Opera House“ bekannte Opernhaus im Kennedy Center in der US-Hauptstadt Washington soll nach einem Plan der Republikaner umbenannt werden und künftig den Namen „First Lady Melania Trump Opera House“ tragen.

Der Haushaltsausschuss im Repräsentantenhaus stimmte gestern für einen Änderungsantrag, der die Namensänderung zur Voraussetzung für die Zahlung von Fördergeldern im Haushaltsjahr 2026 machen soll.

Der Kongressabgeordnete Mike Simpson aus dem US-Bundesstaat Idaho, der den Antrag einbrachte, bezeichnete die Umbenennung als „ausgezeichnete Möglichkeit“, um Melania Trumps „Unterstützung und ihr Engagement für die Förderung der Künste zu würdigen“.

Es handelt sich um einen weiteren Vorstoß der Regierung von US-Präsident Donald Trump, die Kontrolle über die angesehene Kultureinrichtung zu übernehmen.

Trump: „Haben das Kennedy Center übernommen“
Trump hatte im Februar den Vorsitz des Kennedy Center übernommen und mehrere Mitglieder des Verwaltungsrats entlassen, die der oppositionellen Demokratischen Partei angehören. Der neue Verwaltungsrat ist mit Trump-Getreuen besetzt, darunter Usha Vance, die Ehefrau von Vizepräsident JD Vance.

 
Angeblicher Putschversuch
Nach tagelangen Trump-Pöbeleien äußert sich Obama zu »lächerlichen Anschuldigungen«
Normalerweise kommentiert Ex-US-Präsident Obama »den ständigen Unsinn« aus dem Weißen Haus unter Trump nicht. Doch weil dessen Pöbeleien zuletzt immer ungeheuerlicher wurden, bezog Obama nun doch Stellung.
US-Präsident Donald Trump steht wegen der Epstein-Affäre massiv unter Druck – mittlerweile sogar bei seiner Kernwählerschaft. Womöglich deshalb teilt er gerade umfangreich unter anderem gegen seinen Vorgänger Barack Obama aus. Letzterer ließ das lange unkommentiert, nun reicht es ihm offenbar: »Diese bizarren Anschuldigungen sind lächerlich und ein schwacher Ablenkungsversuch«, teilte ein Sprecher Obamas laut übereinstimmenden Medienberichten mit.

Hintergrund sind Behauptungen Trumps, Obama habe dereinst »versucht, einen Putsch anzuzetteln« und sei des »Verrats« schuldig. Als Begründung führte Trump Erkenntnisse an, die ihm die Direktorin des nationalen Geheimdienstes, Tulsi Gabbard, vergangene Woche überstellt hatte. Gabbard sagte dazu, sie habe Beweise für eine ihrer Ansicht nach »verräterische Verschwörung« unter Beamten des nationalen Sicherheitsdienstes unter Obama an das Justizministerium weitergeleitet und deren strafrechtliche Verfolgung empfohlen.

 
Tesla ist wieder die am wenigsten vertrauenswürdige E-Automarke in den USA
Elon Musks Konzern sieht sich sinkendem Kaufinteresse, schwindender Beliebtheit und großer Skepsis gegenüber selbstfahrenden Taxis gegenüber

Dass Tesla in Schwierigkeiten steckt, ist nicht ganz neu. In Europa haben sich die Absätze teilweise mehr als halbiert. Auch am US-Heimatmarkt lässt die Nachfrage seit einiger Zeit deutlich nach. Der mit großen Hoffnungen und viel Fanfare gestartete Cybertruck sitzt wie Blei auf den Parkplätzen der Händler und dürfte heuer bestenfalls ein Zehntel der Verkaufsprognosen von Firmenchef Elon Musk erreichen. Dessen politisches Wirken in der jüngeren Vergangenheit hat mit hoher Wahrscheinlichkeit auch zu dieser Entwicklung beigetragen.

Auch wenn Musks Arbeit für die US-Regierung als De-facto-Chef des Department of Government Efficiency (Doge) seit einigen Wochen beendet ist, ist kein Ende des Trends in Sicht. Das zeigt auch die jüngste Meinungsumfrage im Electric Vehicle Intelligence Report (PDF), an der 8000 US-Konsumenten teilgenommen haben. Tesla ist zur unbeliebtesten Automarke der USA geworden und hält diese Position auch bereits seit Monaten.

 
Das Schweigen der Geschworenen – Wie eine Richterin Trumps Offenlegungswunsch im Fall Epstein zurückweist
Es war ein Moment, auf den viele gewartet hatten – manche mit Hoffnung, andere mit Angst. Doch als der Beschluss fiel, war er ebenso deutlich wie endgültig: Eine Bundesrichterin hat am Mittwoch einen Antrag der Trump-Regierung abgelehnt, die geheimen Protokolle der Grand Jury im Fall Jeffrey Epstein aus den frühen 2000er-Jahren in Florida freizugeben. Die Begründung ist ebenso knapp wie unmissverständlich: Die gesetzlich vorgesehenen Ausnahmen, die eine Veröffentlichung solcher Unterlagen ermöglichen würden, seien nicht gegeben. Die Geschworenenakten bleiben damit versiegelt. Vorerst. Der Entscheid fällt mitten in eine politische Konstellation, die selbst kaum dramatischer sein könnte: Während Präsident Trump öffentlichkeitswirksam die totale Aufklärung im Epstein-Komplex fordert – und dabei gezielt Verschwörungstheorien über vertuschte Beweise, angeblich verschwundene Überwachungsvideos und einen „Täterstaat Obama“ befeuert –, pocht die Justiz auf das, was sie als Grundpfeiler ihrer Arbeit begreift: das Gesetz. Die Aufzeichnungen der Grand Jury unterliegen in den Vereinigten Staaten einem besonders strengen Schutz. Nur in eng umrissenen Ausnahmefällen – etwa zur Verhinderung eines Justizirrtums – können sie überhaupt zur Veröffentlichung freigegeben werden. Die nun beantragte Veröffentlichung hingegen, so die Richterin, diene nicht der Wahrheitssuche, sondern vielmehr der öffentlichen Stimmungslage. Na, da sind wir ja jetzt richtig überrascht – damit hätten wir nun wirklich nie gerechnet (zynisch).

 
"Go fuck yourself, Mr. President": Stephen Colbert fängt gerade erst an
Man kann einen Satiriker feuern. Aber nicht gänzlich zum Schweigen bringen

Stephen Colbert wird bald nicht mehr im Fernsehen sein. Keine Tragödie per se. Viele Late-Night-Talker waren irgendwann nicht mehr im TV: Conan O'Brien. Harald Schmidt. Männer, die spätabends am Schreibtisch saßen, kluge Sätze sagten, Witze machten – und einem das Gefühl gaben, der Irrsinn des Tages sei vielleicht doch zu ertragen, solange man gemeinsam darüber lachen kann.

"Wladimir Putin's cock holster"
Colbert war einer der Besten. Seit 2015 moderiert er bei CBS die Late Show, die er von David Letterman übernahm – politisch scharf, rhetorisch präzise, lange Marktführer im US-Spätprogramm. Als er 2017 über Trump sagte, "the only thing your mouth is good for is being Wladimir Putin's cock holster", folgte ein Shitstorm – und eine Quotensteigerung.

Nun kündigte CBS das Ende der Late Show für Mai 2026 an. Offiziell: zu teuer. Inoffiziell: zu unbequem. Donald Trump jedenfalls triumphiert. Für ihn ist die Absetzung jeder Sendung, in der je ein kritisches Wort über ihn fiel, ein persönlicher Sieg. Der Mann freut sich wie ein Kind, das glaubt, die Sonne gehe unter, weil es das Licht ausgemacht hat. "Colbert ist tot", schreibt er auf Truth Social – ganz der subtile Rhetoriker, der er nie war.

Colbert reagiert. Nicht mit Ironie, sondern mit einem glasklaren: "Go fuck yourself." Ein Satz wie ein Tritt – unhöflich, schmerzhaft, verdient.

 
Naja, mit den Zahlen hat es Trumpltier nicht so
Fed-Umbaukosten: Trump irritiert Powell mit neuer Zahl
US-Präsident Donald Trump hat US-Notenbank-Chef Jerome Powell mit angeblich neuen Zahlen zu den steigenden Kosten der Renovierungsarbeiten der Federal Reserve (Fed) merklich irritiert. „Ich habe das noch von niemandem gehört“, sagte Powell zu Trump, als dieser ihm gestern (Ortszeit) bei einem Besuch der Notenbank mit gestiegenen Ausgaben von 3,1 Milliarden US-Dollar (circa 2,6 Mrd. Euro) konfrontierte.

Powell schüttelte sichtbar den Kopf. Beim Sichten eines Schreibens, das Trump ihm aushändigte, stellte der Fed-Chef fest: „Das ist ein Gebäude, das bereits gebaut wurde. Es wurde vor fünf Jahren fertiggestellt.“

Zwischen Trump und Powell herrscht seit Längerem eine Fehde. Immer wieder forderte der Präsident Leitzinssenkungen, während Powell angesichts bestehender Inflationsrisiken auf eine umsichtige Geldpolitik setzt und mit Zinssenkungen zögert.

 
Ein Präsident als Huhn – Trumps Rückzug, Musks Triumph und die Angst vor den Epstein-Akten
Von einem Moment auf den anderen kräht es anders aus dem Weißen Haus – oder vielmehr von Trumps Lieblingsspielwiese Truth Social. Wo noch vor wenigen Tagen das große Säbelrasseln gegen Elon Musk im Gange war, flattert nun eine Botschaft durch die sozialen Kanäle, die eher an ein Hühnerhaus mit Erdbebenwarnung erinnert als an die Kommandozentrale der freien Welt.

„Ich möchte nicht, dass Elon scheitert“, gurrte Trump digital. „Ich möchte, dass er gedeiht.“ Und das von einem Mann, der noch kürzlich andeutete, das Tesla-Imperium sei „eine Bedrohung für die nationale Souveränität“ und „ein Werkzeug fremder Interessen“. Was ist passiert? Die Antwort liegt – wie so vieles in Trumps Universum – im Dunkel der Epstein-Akten. Oder genauer: im gleißenden Licht, das sich anschickt, dieses Dunkel zu durchbrechen. Denn seitdem Medien bestätigen, dass Donald Trumps Name in neu freigegebenen Grand-Jury-Dokumenten auftaucht, ist aus dem brüllenden Hahn ein gackerndes Huhn geworden. Der Satz, den Musk im April absetzte – „Ich würde vorsichtig sein, wenn ich Trump wäre. Sein Name taucht öfter in den Akten auf, als er glaubt“ – war damals noch als Dunst politischer Rivalität abgetan worden. Heute wirkt er wie eine Prophezeiung mit Nachbrenner. Und so erleben wir nun ein Schauspiel, das an Shakespeare erinnert, wenn Shakespeare Twitter gehabt hätte. Der König, von Enthüllungen gepeinigt, reicht dem Hofnarr die Hand – nicht aus Einsicht, sondern aus Angst.

 
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