Warum macht Europa Donald Trump so zornig?
Keine andere Weltregion beschäftigt den US-Präsidenten so sehr wie der alte Kontinent. Aber er ist nicht so, wie er sich ihn wünscht
Niemand kann behaupten, dass Donald Trump in den vergangenen Tagen Europa zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat. Der Staatsbesuch von Charles III. war ein Erlebnis, das den US-Präsidenten offensichtlich begeisterte. Ein echter Monarch zu Besuch, da fühlte er sich für einen Moment selbst als jener König, den er stets vorgibt zu sein. Da bekamen die Briten sogar ein kleines Geschenk mit, eine Zollerleichterung für ihren Whisky.
Aber seither gibt es nur Ärger mit den Europäern, die einfach nicht verstehen wollen, dass er allein die Welt vor den iranischen Atomwaffen rettet. Seine Freundin, Italiens Premierministerin Georgia Meloni, fällt ihm in den Rücken, der spanische Premier Pedro Sanchez, dieser verrückte Kommunist, verletzt alle Verpflichtungen des Nato-Bündnisses, an die sich die USA ihrerseits absurderweise immer noch halten. Auch dieser Premier Keir Starmer, den King Charles in London eingesetzt hat, ein echter Loser.
Und dann beleidigt ihn dieser Friedrich Merz, zu dem er doch noch vor wenigen Tagen im Weißen Haus so freundlich war – und das vor Schülern. Das muss Konsequenzen haben: Wir ziehen Soldaten aus seinem Deutschland ab, die wir immer nur aus sinnloser Gefälligkeit stationiert haben - 5000? Nein, noch viele mehr. Damit er es auch wirklich spürt.
Ach ja, und der großartige Zolldeal, den vergangenes Jahr diese Pseudopräsidentin Ursula von der Leyen mit ihm abgeschlossen hat, liegt in der EU immer noch auf Eis. Also bekommen sie neue Zölle aufgebrummt, solche, die der Supreme Court nicht verbieten kann, auf Autos und Lkws. Das wird diese undankbaren Deutschen besonders hart treffen. Take this, Fritz!
Wut, Zorn und Kränkungen
Dass Trump in seinen Entscheidungen stets von Emotionen geleitet wird und nicht von strategischen Überlegungen, ist bekannt. Meist sind es Wut, Zorn und Kränkungen, die ihn treiben. Und da fällt auf, dass ihn außerhalb seiner Heimat keine Weltregion so auf die Palme bringt wie der alte Kontinent.
Keine andere Weltregion beschäftigt den US-Präsidenten so sehr wie der alte Kontinent. Aber er ist nicht so, wie er sich ihn wünscht
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