Es ist wie 1933 – ICE-Beamte stellen sich selbst ihre Durchsuchungs- und Haftbefehle aus
Sie rammen die Tür. Sie gehen rein. Und sie zeigen ein Stück Papier, das nach Recht aussieht, aber keines ist. Der ICE-Einsatz im Süden von Minneapolis hat sichtbar gemacht, was schon lange befürchtet wurde: Die US-Einwanderungsbehörde agiert mit eigenen Regeln – vorbei an jeder richterlichen Kontrolle.
Die Bilder vom Sonntag zeigen einen Einsatz in einer ruhigen Wohnstraße. Protestierende hupen, pfeifen, versuchen Zeit zu gewinnen. Beamte in schwarzer Schutzkleidung setzen Pfefferspray ein. Sekunden später ist die Haustür gebrochen, ein Mann wird abgeführt. Seine Frau kommt kurz darauf aus dem Haus – mit einem Dokument in der Hand. Kein Gerichtssiegel. Kein Richtername. Nur das Kreuz eines ICE-Beamten. Juristisch ist das Papier klar einzuordnen. Es ist kein Durchsuchungsbefehl. Es ist nicht einmal ein gültiger Haftbefehl im klassischen Sinn. Es ist ein Verwaltungsformular – unterzeichnet von demjenigen, der den Zugriff leitet. Genau das ist das Problem: Die Einwanderungsbehörde stellt sich selbst die Erlaubnis zur Durchsetzung aus. Und benutzt sie, um Wohnungen zu stürmen.
Die Szene spielte sich nur wenige Tage nach dem Tod von Renée Nicole Good ab. Die 37-Jährige war in ihrem Auto von einem ICE-Agenten erschossen worden. Der Beamte filmte den Einsatz mit seinem eigenen Handy. Auch in diesem Fall berief sich das Heimatschutzministerium auf ein solches hausgemachtes Dokument. Die Proteste in Minneapolis rissen seitdem nicht ab. Schulen blieben geschlossen. Tausende stellen sich seither auf Straßen, um ihre Nachbarschaften zu beobachten. Nicht bewaffnet – sondern mit Trillerpfeifen, Kameras, Warnwesten.
Sie rammen die Tür. Sie gehen rein. Und sie zeigen ein Stück Papier, das nach Recht aussieht, aber keines ist. Der ICE-Einsatz im Süden von Minneapolis hat sichtbar gemacht, was schon lange befürchtet wurde: Die US-Einwanderungsbehörde agiert mit eigenen Regeln – vorbei an jeder richterlichen...
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