Trump sucht Schuldige für teures Benzin – der Iran-Krieg bleibt der große Preistreiber
Donald Trump erklärt den Amerikanern die hohen Benzinpreise inzwischen anders als noch vor wenigen Monaten. Nicht mehr die Straße von Hormus sei das Hauptproblem, schrieb er am 5. Oktober, sondern Raffinerien. Die Ukraine bombardiere russische Anlagen, in demokratisch regierten Bundesstaaten wie Kalifornien würden Raffinerien geschlossen. Damit schiebt Trump einen erheblichen Teil der Verantwortung nach außen und zugleich zu seinen politischen Gegnern. Ganz aus der Luft gegriffen ist das nicht: Ukrainische Angriffe auf russische Energieanlagen haben den internationalen Markt zusätzlich belastet, besonders beim Diesel. Nur erklärt das die Lage nicht annähernd vollständig.
Die Preise schossen nach Beginn des Krieges gegen Iran hoch, als der Verkehr durch die Straße von Hormus einbrach. Durch diese Meerenge läuft normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Öls. Die Lage hat sich zuletzt gebessert, aber von einer Rückkehr zur alten Normalität kann keine Rede sein. Ende September lagen die sichtbaren Schiffsbewegungen laut einer Auswertung weiterhin weit unter dem Stand vor dem Krieg, auch wenn ein Teil der Tanker ohne eingeschaltetes Ortungssystem fährt und deshalb in solchen Zählungen fehlt. Gleichzeitig bleiben Raffinerien im Nahen Osten beschädigt, Transportwege teuer und Treibstoffe knapp. Rohöl floss zuletzt zeitweise wieder stärker, doch Benzin und Diesel entstehen nicht aus einer Schlagzeile über mehr Barrel, sondern in Anlagen, die funktionieren müssen.
An den Tankstellen merkt man davon wenig Entspannung. Am 5. Oktober kostete eine Gallone Normalbenzin in den USA im Durchschnitt rund 4,37 Dollar. In Kalifornien waren es rund 6,39 Dollar. Noch Mitte September verwies selbst der amerikanische Automobilverband bei den steigenden Preisen ausdrücklich auf die anhaltenden Probleme rund um Hormus und das teure Rohöl. Die Vereinigten Staaten importieren zudem seit 2022 praktisch kein russisches Öl mehr. Vor dem Verbot kamen rund 8 Prozent der amerikanischen Erdölimporte aus Russland. Russische Raffinerien können den Weltmarkt also treffen, aber sie erklären nicht plötzlich allein, warum Amerikaner heute so viel an der Zapfsäule zahlen.
Trump hat recht damit, dass mehrere Ursachen zusammenkommen. Seine Behauptung, Hormus sei inzwischen praktisch aus dem Spiel, hält der aktuellen Lage jedoch nicht stand. Der Iran-Krieg, die beschädigte Raffinerieversorgung und die weiter unsicheren Transportwege wirken nach wie vor auf die Preise. Die Ukraine trägt ihren Teil zur Verknappung bei. Kalifornische Raffinerieschließungen spielen regional ebenfalls eine Rolle. Wer daraus aber eine Geschichte macht, in der vor allem die Ukraine und die Demokraten die Rechnung geschrieben haben, lässt den teuersten Teil der Rechnung liegen: den Krieg, der den Ölmarkt seit Februar aus dem Takt gebracht hat.
Faktencheck: Trumps Darstellung hält in dieser Form nicht stand. Ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien haben den internationalen Treibstoffmarkt zusätzlich belastet, besonders beim Diesel. Auch Raffinerieschließungen in Kalifornien können dort regional die Preise erhöhen. Für den starken landesweiten und internationalen Anstieg der Benzinpreise nennen die geprüften Daten jedoch vor allem den Krieg gegen Iran, die anhaltenden Störungen an der Straße von Hormus, hohe Rohölpreise und knappe Raffineriekapazitäten. Auch der G7-Beschluß vom 2. Oktober 2026 war eine falsche Entscheidung. Auch Trumps Behauptung, die Straße von Hormus spiele inzwischen praktisch keine Rolle mehr, wird durch die Daten nicht gedeckt. Die Ausfuhren haben sich zwar teilweise erholt, die Lage ist aber nicht auf das Vorkriegsniveau zurückgekehrt. Ebenso wenig lässt sich aus Raffinerieschließungen in demokratisch regierten Bundesstaaten ableiten, dass die Demokraten für den landesweiten Preisanstieg verantwortlich seien. Trumps Behauptung, die Ukraine und die Demokraten seien die Hauptverursacher der hohen Benzinpreise, wird von den geprüften Daten nicht getragen.
Wir haben vor dem G7-Beschluss gewarnt, weil unsere Recherche schon damals zeigte, dass das Freigeben von Reserven die Ursachen nicht beseitigt. Der Krieg gegen Iran blieb, Hormus blieb unsicher, Raffinerien blieben knapp, Transportwege teuer. Jetzt, wenige Tage später, sehen wir genau das, was wir beschrieben hatten: Die Entlastung fällt schwach und ungleich aus, in Deutschland steigen die Preise nach dem ersten Rückgang bereits wieder, Frankreich und Belgien treten praktisch auf der Stelle.
Donald Trump erklärt den Amerikanern die hohen Benzinpreise inzwischen anders als noch vor wenigen Monaten. Nicht mehr die Straße von Hormus sei das Hauptproblem, schrieb er am 5. Oktober, sondern Raffinerien. Die Ukraine bombardiere russische Anlagen, in demokratisch regierten Bundesstaaten wie Kalifornien würden Raffinerien geschlossen. Damit schiebt Trump einen erheblichen Teil der Verantwortung nach außen und zugleich zu seinen politischen Gegnern. Ganz aus der Luft gegriffen ist das nicht: Ukrainische Angriffe auf russische Energieanlagen haben den internationalen Markt zusätzlich belastet, besonders beim Diesel. Nur erklärt das die Lage nicht annähernd vollständig.
Die Preise schossen nach Beginn des Krieges gegen Iran hoch, als der Verkehr durch die Straße von Hormus einbrach. Durch diese Meerenge läuft normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Öls. Die Lage hat sich zuletzt gebessert, aber von einer Rückkehr zur alten Normalität kann keine Rede sein. Ende September lagen die sichtbaren Schiffsbewegungen laut einer Auswertung weiterhin weit unter dem Stand vor dem Krieg, auch wenn ein Teil der Tanker ohne eingeschaltetes Ortungssystem fährt und deshalb in solchen Zählungen fehlt. Gleichzeitig bleiben Raffinerien im Nahen Osten beschädigt, Transportwege teuer und Treibstoffe knapp. Rohöl floss zuletzt zeitweise wieder stärker, doch Benzin und Diesel entstehen nicht aus einer Schlagzeile über mehr Barrel, sondern in Anlagen, die funktionieren müssen.
An den Tankstellen merkt man davon wenig Entspannung. Am 5. Oktober kostete eine Gallone Normalbenzin in den USA im Durchschnitt rund 4,37 Dollar. In Kalifornien waren es rund 6,39 Dollar. Noch Mitte September verwies selbst der amerikanische Automobilverband bei den steigenden Preisen ausdrücklich auf die anhaltenden Probleme rund um Hormus und das teure Rohöl. Die Vereinigten Staaten importieren zudem seit 2022 praktisch kein russisches Öl mehr. Vor dem Verbot kamen rund 8 Prozent der amerikanischen Erdölimporte aus Russland. Russische Raffinerien können den Weltmarkt also treffen, aber sie erklären nicht plötzlich allein, warum Amerikaner heute so viel an der Zapfsäule zahlen.
Trump hat recht damit, dass mehrere Ursachen zusammenkommen. Seine Behauptung, Hormus sei inzwischen praktisch aus dem Spiel, hält der aktuellen Lage jedoch nicht stand. Der Iran-Krieg, die beschädigte Raffinerieversorgung und die weiter unsicheren Transportwege wirken nach wie vor auf die Preise. Die Ukraine trägt ihren Teil zur Verknappung bei. Kalifornische Raffinerieschließungen spielen regional ebenfalls eine Rolle. Wer daraus aber eine Geschichte macht, in der vor allem die Ukraine und die Demokraten die Rechnung geschrieben haben, lässt den teuersten Teil der Rechnung liegen: den Krieg, der den Ölmarkt seit Februar aus dem Takt gebracht hat.
Faktencheck: Trumps Darstellung hält in dieser Form nicht stand. Ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien haben den internationalen Treibstoffmarkt zusätzlich belastet, besonders beim Diesel. Auch Raffinerieschließungen in Kalifornien können dort regional die Preise erhöhen. Für den starken landesweiten und internationalen Anstieg der Benzinpreise nennen die geprüften Daten jedoch vor allem den Krieg gegen Iran, die anhaltenden Störungen an der Straße von Hormus, hohe Rohölpreise und knappe Raffineriekapazitäten. Auch der G7-Beschluß vom 2. Oktober 2026 war eine falsche Entscheidung. Auch Trumps Behauptung, die Straße von Hormus spiele inzwischen praktisch keine Rolle mehr, wird durch die Daten nicht gedeckt. Die Ausfuhren haben sich zwar teilweise erholt, die Lage ist aber nicht auf das Vorkriegsniveau zurückgekehrt. Ebenso wenig lässt sich aus Raffinerieschließungen in demokratisch regierten Bundesstaaten ableiten, dass die Demokraten für den landesweiten Preisanstieg verantwortlich seien. Trumps Behauptung, die Ukraine und die Demokraten seien die Hauptverursacher der hohen Benzinpreise, wird von den geprüften Daten nicht getragen.
Wir haben vor dem G7-Beschluss gewarnt, weil unsere Recherche schon damals zeigte, dass das Freigeben von Reserven die Ursachen nicht beseitigt. Der Krieg gegen Iran blieb, Hormus blieb unsicher, Raffinerien blieben knapp, Transportwege teuer. Jetzt, wenige Tage später, sehen wir genau das, was wir beschrieben hatten: Die Entlastung fällt schwach und ungleich aus, in Deutschland steigen die Preise nach dem ersten Rückgang bereits wieder, Frankreich und Belgien treten praktisch auf der Stelle.
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