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Wirtschaft Weltweit

Gemeinsame Erklärung: Zahlreiche Länder fordern WTO-Reform
Die Europäische Union und die Staaten des transpazifischen Handelspakts CPTPP fordern eine tiefgreifende Reform der Welthandelsorganisation (WTO). Die WTO befinde sich angesichts der zunehmenden Spannungen im globalen Handelssystem an einem „kritischen Punkt“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung heute.

Es bedürfe einer „dringenden, tiefgreifenden, umfassenden und integrativen Reform“. Zum CPTPP-Pakt gehören zwölf Länder, darunter Australien, Japan, Kanada, Mexiko und Großbritannien.

Eigene Abkommen als „Plan B“
Die WTO-Ministerkonferenz findet derzeit in Kamerun statt. Dort sind die neuen Zölle der US-Regierung Thema. Sollte kein Weg zu einer Reform gefunden werden, könnten die EU, das CPTPP und andere Partner ihre Zusammenarbeit vertiefen und als „Plan B“ eigene Abkommen anstreben, sagte der schwedische Handelsminister Benjamin Dousa zu Reuters.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer hatte vor den Beratungen betont, mit Sorge auf das Treffen zu schauen. Es stehe viel auf dem Spiel: „Mehr als die Hälfte des außereuropäischen Waren- und Dienstleistungsverkehrs Deutschlands basiert ausschließlich auf WTO-Regeln – darunter solche zentralen Handelsbeziehungen wie die mit den USA, China oder Indien.“

Für Unternehmen bedeute das mehr Risiken, mehr Diskriminierung und fehlende Planungssicherheit. Teil einer Reform müssten strengere Subventionsregeln sein. Es brauche auch wieder eine funktionierende Streitschlichtung.

Kaum Aussicht auf Umsetzung
Zwei Diplomaten sagten laut Reuters aber, es gebe weiterhin große Differenzen zwischen den USA und Indien auf der einen Seite und zahlreichen anderen Staaten auf der anderen Seite. Obwohl sich die USA und Indien zur Notwendigkeit einer Reform bekannten, lehnten sie aber Vorschläge dazu ab.

 
Krieg in Nahost
Auch Tourismus gerät in Turbulenzen
Der Krieg im Nahen Osten erschüttert die gesamte Weltwirtschaft, erste Auswirkungen zeigen sich auch im Tourismus – und das längst nicht nur in der betroffenen Region. Der Flugverkehr steht vor der größten Herausforderung seit der CoV-Pandemie, Luftraumsperren, blockierte Drehkreuze und stark gestiegene Kerosinkosten haben die Ticketpreise in die Höhe schnellen lassen. Dazu kommen Sicherheitsbedenken, Zypern etwa erfasste bereits eine Welle von Stornierungen. Österreich bangt insbesondere um arabische Gäste.

Zypern ist das EU-Land, das der Krisenregion im Nahen Osten geografisch am nächsten liegt, es befindet sich rund 150 bis 250 Kilometer vom Libanon und von Israel entfernt. Groß ist die Sorge auf der Insel, dass der Tourismus nachhaltig einbrechen könnte, macht er doch bis zu 15 Prozent der Wirtschaftsleistung aus.

Anfang März traf eine Drohne iranischer Bauart den britischen Luftstreitkräftestützpunkt RAF Akrotiri bei Limassol und verursachte leichte Schäden. Frankreich, Griechenland und andere EU-Staaten verlegten daraufhin Marineeinheiten und Luftabwehrsysteme nach Zypern. Seitdem betonen die Behörden, dass Zypern nicht Teil des Konflikts ist – „im Gegenteil, es fungiert als Säule des Friedens und der Stabilität“, sagte Tourismusminister Kostas Koumis.

Welle an Stornierungen auf Zypern
Doch der Schaden war angerichtet, Stornierungen schossen in die Höhe, Buchungen blieben aus: Der zypriotische Hotelverband verzeichnete im März einen Rückgang um fast 40 Prozent und einen ähnlichen Rückgang für April, wie der Generaldirektor des Verbandes, Christos Angelides, gegenüber Reuters erklärte. Die USA forderten ihre Staatsbürger und -bürgerinnen dazu auf, geplante Reisen nach Zypern zu überdenken, das Außenministerium in Wien vermerkt derzeit ein Sicherheitsrisiko.

Ähnlich exponiert wie Zypern ist die griechische Insel Kreta, und auch hier befindet sich ein Militärstützpunkt westlicher Mächte: die US-Basis Naval Support Activity (NSA) in Souda Bay nahe der Stadt Chania. Reisehinweise oder -warnungen für Griechenland liegen derzeit nicht vor, leichte Turbulenzen sind aber auch dort zu bemerken. Aegean Airlines, die größte Fluggesellschaft des Landes, verzeichnete seit Beginn des Iran-Konflikts einen zweistelligen Rückgang bei den Sommerbuchungen aus Israel und den Golfstaaten.

Griechenland „in Abwartephase“
„Wir befinden uns in einer Abwartephase“, sagte George Vernicos, Generalsekretär des griechischen Tourismusverbands SETE, gegenüber Reuters. Zwar gebe es einen Nachfragerückgang aus den größten Märkten Griechenlands in Nordeuropa und den Vereinigten Staaten, „doch das Jahr verläuft weiterhin positiv, auch weil die Dynamik vor Kriegsbeginn recht hoch war“.

 
Die Märkte kippen – Öl, Krieg und die Angst vor dem, was noch kommt
Die Nervosität ist zurück, aber diesmal wirkt sie anders. Wochenlang hielten sich die Kurse erstaunlich stabil, obwohl Raketen flogen und Drohnen eine der sensibelsten Energie-Regionen der Welt durchzogen. Jetzt bricht diese Ruhe sichtbar auf. Der S&P 500 ist fünf Wochen in Folge gefallen und steht so tief wie zuletzt im August. Dow Jones und Nasdaq haben jeweils mehr als zehn Prozent von ihren jüngsten Höchstständen verloren. Das ist keine kurzfristige Reaktion mehr, sondern ein klarer Stimmungswechsel.

Die Märkte handeln nicht mehr nach Hoffnung, sondern nach Risiko. Was zuvor ausgeblendet wurde, rückt in den Mittelpunkt. Der Krieg mit Iran wird nicht mehr als begrenztes Ereignis gesehen, sondern als offenes Szenario mit globalen Folgen. Selbst Signale aus Washington reichen nicht mehr aus, um gegenzusteuern. Als Donald Trump am Freitag mögliche Auswege aus einer weiteren Eskalation andeutete, blieb der Ölpreis unbeeindruckt. Für Händler ist das ein klares Zeichen: Worte verlieren an Wirkung, Fakten gewinnen an Gewicht.

Im Pentagon wird parallel geprüft, ob bis zu 10.000 zusätzliche Soldaten in die Region entsandt werden sollen. Gleichzeitig laufen Gespräche mit Teheran. Diese Mischung aus militärischer Vorbereitung und diplomatischer Annäherung sorgt für Unsicherheit, nicht für Entspannung. Anleger reagieren darauf mit Rückzug. Sie reduzieren Risiken und greifen auf Erfahrungen aus früheren Konflikten zurück, vom Irakkrieg bis zur russischen Invasion in der Ukraine.

 
Hersteller weltweit unter Druck
Iran-Krieg trifft auch Plastikpreise
Der Iran-Krieg dauert mittlerweile seit mehr als einem Monat an. Während viele Länder vor allem mit den steigenden Spritpreisen kämpfen, treffen die Auswirkungen des Krieges auch zunehmend eine Branche, die tief in vielen Bereichen des täglichen Lebens präsent ist: die Kunststoffindustrie. Steigende Energiepreise, unterbrochene Lieferketten und unsichere Versorgung setzen Hersteller weltweit unter Druck.

Über die Straße von Hormus wird ein Großteil der globalen Öl- und petrochemischen Rohstofftransporte abgewickelt. Die faktische Sperre der Meerenge wirkt sich direkt auf Lieferketten und Verfügbarkeit aus. Preise für zentrale Kunststoffe wie Polyethylen und Polypropylen steigen, Lieferanten erhöhen ihre Preise teils mehrfach innerhalb kurzer Zeiträume. Währenddessen berufen sich Unternehmen auf „höhere Gewalt“, um Lieferungen auszusetzen bzw. zu reduzieren.

Für die Unternehmen bedeutet das vor allem steigenden Druck auf die Margen. „Die Preise sind extrem volatil und nach oben gegangen“, sagte Bernhard Rainer, Leiter des Forschungszentrums Nachhaltigkeitsbewertung und Verpackungslösungen am Campus Wien, gegenüber ORF.at. Gleichzeitig bleibe der Spielraum für Preisanpassungen begrenzt. „Verpackungen sind sehr billig, müssen sie sein. Wenn der Ausgangsstoff teurer wird, geht das direkt auf die Marge.“

 
Spartenfusion
OMV und ADNOC schaffen Chemieriesen
Die heimische OMV und ihr arabischer Kernaktionär ADNOC haben am Dienstag die seit Langem verhandelte Fusion ihrer Chemiesparten abgeschlossen. Mit der neuen Borouge Group International AG schaffen die beiden Konzerne einen der weltgrößten Kunststoffproduzenten. Ihren Sitz soll die Gruppe in Wien haben.

An der Borouge International halten die OMV und der ADNOC-Investmentarm XRG nun je 50 Prozent. Der Konzern im Wert von rund 60 Mrd. US-Dollar (52,1 Mrd. Euro) vereint die bisherigen Töchter Borealis, Borouge und den nordamerikanischen Hersteller Nova Chemicals.

Bei Borouge handelt es sich um einen 1998 gegründeten, in Abu Dhabi ansässigen Petrochemiekonzern und führenden Hersteller von Kunststoffen. Das Unternehmen gehörte zu 54 Prozent der ADNOC und zu 36 Prozent der Borealis. Die restlichen zehn Prozent befinden sich seit einem Börsengang im Jahr 2022 im Streubesitz und notieren an der Börse in Abu Dhabi.

Bekannte Namen im Aufsichtsrat
Der globale Hauptsitz des neuen Kunststoffriesen ist neben der Wiener OMV-Zentrale angesiedelt, CEO wird der bisherige Nova-Chemicals-Chef Roger Kearns, Borealis-Chef Stefan Doboczky wird Chief Commercial Officer (CCO). Im Aufsichtsrat unter dem Vorsitz von ADNOC-Chef Sultan Ahmed al-Dschaber sitzen neben Konzernchef Stern auch ÖBAG-Vorständin Edith Hlawati und der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Georg Knill.

 
Mehr Symbolwirkung: OPEC+ fährt Ölförderung hoch
Die acht Kernstaaten des Ölkartells OPEC+ zeigen sich tief besorgt über Angriffe auf die Energieinfrastruktur durch den Iran. Die Wiederherstellung beschädigter Energieanlagen sei kostspielig und zeitaufwendig, was die allgemeine Versorgungssicherheit beeinträchtige, erklärten die Länder gestern nach einem Onlinetreffen.

Entscheidend für die Versorgung sei auch der Schutz internationaler Seewege, so das Bündnis mit Blick auf die weitgehende Blockade der Straße von Hormus. Zugleich drehen die acht Länder – zu ihnen gehören vom Iran-Krieg besonders betroffene Staaten wie Saudi-Arabien, Kuwait, Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate – den Ölhahn etwas auf. Die Tagesproduktion könne im Mai um 206.000 Barrel (je 159 Liter) gesteigert werden, hieß es.

Schritt mit Symbolcharakter
Der Schritt hat wegen der weitgehenden Blockade der Meerenge von Hormus eher Symbolcharakter. Der Ölmarkt hat aktuell weniger ein Produktions- als ein Lieferproblem.

US-Präsident Donald Trump hat zuletzt die von den aktuellen Ölengpässen betroffenen – vor allem asiatischen – Länder aufgefordert, Öl aus den Vereinigten Staaten zu beziehen. Ob sich das auf Weltmarktpreise auswirken würde, ist fraglich. Denn die werden vom globalen Angebot bestimmt, das wegen des Krieges eingeschränkt wurde.

 
Ölpreis fällt nach Einigung zwischen USA und Iran um 12,9 Prozent
Die Preise für Öl gingen zurück, die Börsen in Asien legten kräftig zu. US-Präsident Donald Trump sagt zum "Deal" mit dem Iran: "Es wird viel Geld verdient werden"

Islamabad/Washington – US-Präsident Donald Trump rechnet nach der Einigung mit dem Iran auf eine Waffenruhe und der Öffnung der Straße von Hormus mit einem großen wirtschaftlichen Gewinn. "Es wird viel Geld verdient werden", frohlockte der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social. Die vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe bezeichnete er als "totalen und vollständigen Sieg" für die USA. "Hundert Prozent. Ohne jeden Zweifel", sagte er der Nachrichtenagentur AFP in einem kurzen Telefonat.

Ölpreis fiel stark
Die Weltwirtschaft reagierte umgehend auf die Verkündung einer Waffenruhe. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent verbilligte sich um 12,9 Prozent auf 95,22 Dollar – liegt aber weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau von etwa 70 Dollar. Das US-Öl WTI notierte 14,7 Prozent schwächer bei 96,39 Dollar. Der Goldpreis stieg dagegen um mehr als zwei Prozent auf 4812 Dollar je Feinunze.

 
Eine Generation ohne Jobs – und keiner stoppt es
Ajay Banga, Präsident der Weltbank, sagt einen Satz, der hängen bleibt. 800 Millionen junge Menschen in Entwicklungsländern könnten in den nächsten 10 bis 15 Jahren ohne Arbeit bleiben. Nicht vielleicht. Nicht irgendwann. Sondern in einem Zeitraum, der längst begonnen hat. Die Rechnung dahinter ist einfach. Rund 1,2 Milliarden Menschen erreichen in dieser Zeit das Arbeitsalter. Die Wirtschaft schafft unter den aktuellen Bedingungen aber nur etwa 400 Millionen Jobs. Der Rest bleibt außen vor. Das ist eine Realität, die sich aufbaut. Jahr für Jahr, ohne Pause. Banga sagt offen, wie schwer es ist, Aufmerksamkeit dafür zu bekommen.

Krisen kommen und gehen, kurzfristige Themen dominieren. Langfristige Probleme verschwinden aus dem Blick. Trotzdem bleibt er dabei. Arbeitsplätze, Zugang zu Strom, sauberes Wasser. Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten, stehen weiter ganz oben. Gleichzeitig wird an Lösungen gearbeitet. Weniger Bürokratie, weniger Korruption, einfachere Regeln für Unternehmen. Alles Punkte, die seit Jahren bekannt sind. Parallel dazu soll ein Projekt gestartet werden, das einer Milliarde Menschen Zugang zu sauberem Wasser verschafft. Doch die Warnung ist klar. Wenn diese Jobs nicht entstehen, bleiben die Folgen nicht lokal. Mehr Migration. Mehr Instabilität. Die Vereinten Nationen sprechen bereits von über 117 Millionen Menschen, die weltweit auf der Flucht sind. Diese Zahl kann weiter steigen. Nicht wegen eines einzelnen Konflikts. Sondern weil Arbeit fehlt.
 
China floppt, Wachstum in Europa und bei E-Autos – wohin die Reise für VW, Mercedes und BMW geht
Bei VW drücken die Flaute in China und Bremsspuren in den USA im ersten Quartal den Absatz. Mercedes wächst in den USA, BMW kommt insgesamt besser durch die Krise

Bei VW und Töchtern hinterlassen die Flaute in China und Bremsspuren in den USA in den ersten drei Monaten deutliche Spuren. 2,05 Millionen Fahrzeuge haben die Wolfsburger über alle Konzernmarken weltweit ausgeliefert. Das wäre auf den ersten Blick mit einem kleinen Minus von vier Prozent gar nicht schlecht. Der zweite Blick zeigt: Die Kernmarke VW schnitt mit minus 7,6 Prozent und 1,05 Millionen Auslieferungen schlechter ab. Grund ist der höhere Chinaanteil. Die Tochter Audi lieferte weltweit um 6,1 Prozent weniger Autos (360.000) aus. Am härtesten traf es Porsche mit einem Minus von 14,7 Prozent. Knapp 61.000 Sport- und Geländewagen brachte die frühere Ertragsperle im Konzern an Mann und Frau.

Aus Konzernsicht ist der Blick auf China und die USA besonders unerquicklich. In China schrumpften die Auslieferungen gegenüber dem Vorjahresquartal um 15 Prozent. Die Probleme auf dem größten Automarkt der Welt treffen die japanische und koreanische Konkurrenz ebenso wie die deutschen Autobauer. Letztere hatten 2019 in China einen Marktanteil von 25 Prozent, bis zum Vorjahr schmolz er auf gut 15 Prozent. Über 100 einheimische Marken buhlen gemeinsam mit der europäischen Konkurrenz um die Gunst der Konsumenten, der Preiskampf, den China unterbinden will, ist ruinös. Weniger Subventionen, strengere Regeln beim Verkauf, und Konsumenten, die bei den Ausgaben auf der Bremse stehen – all das führt dazu, dass laut dem chinesischen Autoverband CPCA im ersten Quartal 4,226 Millionen Pkw verkauft wurden. Das sind 17 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, 548.700 davon gehen auf das Konto des Volkswagen-Konzerns.

 
IWF senkt Prognose und warnt
Der Internationale Währungsfonds (IWF) schraubt seine Erwartungen für das Wachstum der Weltwirtschaft – und auch der Euro-Zone – angesichts des Nahost-Krieges nach unten. Weltweit erwartet der IWF für heuer ein Wachstum von 3,1 Prozent, im Jänner waren die Ökonomen und Ökonominnen noch von einem Anstieg um 3,3 Prozent ausgegangen. „Erneut droht die Weltwirtschaft aus der Bahn zu geraten“, hieß es am Dienstag anlässlich des neuesten Ausblicks der Organisation.

Waren es vergangenes Jahr noch „höhere Handelsbarrieren und verstärkte Unsicherheit“ – wohl eine Umschreibung für die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump –, belasten jetzt das eingebrochene Angebot von Rohstoffen infolge der blockierten Straße von Hormus und die Unsicherheit durch den Krieg die Weltwirtschaft.

2027 soll die globale Wertschöpfung um 3,2 Prozent zulegen. Damit würde sich die Weltwirtschaft langsamer entwickeln als in den Jahren zuvor. Bei vielen Nationen korrigierte der IWF seine Prognosen nach unten. Die Annahmen seien allerdings nur dann gültig, sofern der Krieg in Nahost in Dauer, Intensität und Umfang begrenzt bleibe und die wirtschaftlichen Störungen bis Mitte 2026 abklingen würden.

Für die Euro-Zone rechnet der IWF für 2026 nunmehr mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 1,1 Prozent, im Jänner war die Prognose noch bei 1,3 Prozent gelegen. Für das nächste Jahr erwartet die Organisation ein Konjunkturplus von 1,2 Prozent, statt bisher 1,4 Prozent.

Gesenkte Prognosen für Österreich
Für Österreich wurden die Prognosen gegenüber der vorherigen Prognose im Vorjahr leicht gesenkt. Beim Wirtschaftswachstum wird für heuer ein Anstieg um 0,7 Prozent erwartet, die Schätzung im Vorjahr war hier von einem Anstieg um 0,8 Prozent ausgegangen. Für 2027 wird ein BIP-Plus von einem Prozent erwartet. Die Prognose für die Inflation dieses Jahres wurde von 2,3 Prozent auf 2,5 Prozent hinaufgesetzt. Nächstes Jahr soll sie bei 2,6 Prozent liegen.
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Ausblick für Deutschland ebenfalls eingetrübt
Aber auch die Prognosen für die deutsche Wirtschaft wurde angesichts der Folgen des Iran-Krieges herabgesetzt. Nur ein Vierteljahr nach ihrer jüngsten Anhebung korrigierte die Organisation ihre Prognose für die Bundesrepublik wieder: 2026 dürfte die deutsche Wirtschaft nun um 0,8 Prozent wachsen – noch im Jänner hatten die Konjunkturexperten ihre Erwartungen auf 1,1 Prozent nach oben gehievt. Der Anstieg der Energiepreise dürfte auch das Wachstum der Weltwirtschaft in diesem Jahr abbremsen.

 
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