Aktuelles
  • Herzlich Willkommen im Balkanforum
    Sind Sie neu hier? Dann werden Sie Mitglied in unserer Community.
    Bitte hier registrieren

Eine tragische Geschichte....

  • Ersteller Ersteller Gelöschtes Mitglied 8317
  • Erstellt am Erstellt am
Gemäss vieler Aussagen hier ist das nicht spekulativ. Viele bestätigen ja, dass das in einigen Gegenden so praktiziert wird. Seit gestern habe ich mich zusätzlich informiert. 2 aus BiH (1 davon aus der Hercegovina) und 1 Albaner haben mir das auch so bestätigt, während mir ein Palästinenser, 2 Bosnier und ein Türke gesagt haben, dass an den Beerdigungen, an denen sie dabei gewesen sind, auch Frauen zugegen waren. Die Antwort eines Algeriers ist noch ausstehend.
ken das problem ist die unterschiedlichen rechtschulen im islam,eine arabische beerdigung ist anders als z.b eine türkische,ähnlich aufgebaut (waschung,totengebett)
aber doch verschieden.
 
@Liberitas
Man wäre bei euch eine Sau und gesellschaftlich unten durch,wenn man es nicht ertragen könnte,dass der ein geliebter Mensch für immer unter der Erde verschwindet,und man es nicht mitansehen möchte?!Sorry,aber einfach nur asozial!!Es sollte doch jedem selbst überlassen sein,ob er zum Begräbnis geht oder nicht.Ich könnte mir absolut nicht vorstellen,mit ansehen zu müssen wie ein Verwandter beerdigt wird.Der Schmerz über den Verlust,wäre noch viel zu frisch.Es müsste schon ne gewisse Zeit verstreichen,und der Tot des geliebten Menschen einigermaßen auch akzeptiert sein,um zum Grab zu gehen.
Bei und ist es so,dass Frauen Zuhause bleiben(sehr selten gehen Frauen mit).Die Tradition hat sich so ergeben,weil Frauen am Grab zu hysterisch werden.Und diese Tradition ist jedem Recht,habe noch nie gehört,dass man es anders handhaben wollen würde.Wenn wir diese art des Begräbnisses nicht mehr pflegen wollen wurden,hätte sich doch schon was geändert.Von einer Verwandten der Sohn ist vor einigen Jahren gestorben,und für die wäre es das Schlimmste,wenn so'n gesellschaftlicher Druck,wie du es in deinem Beitrag erwähnt hast,vorhanden wäre.

Siehst du, ich nenne es nicht asozial wie du, es sind eben verschieden Riten. Jedes Volk hat seine Gebräuche, nenne es Tradition oder Religion. Ich würde es nicht ertragen können, einem geliebten Menschen nicht auf seinem letzten Weg begleiten zu können.
P.S.: Bei uns werden die Frauen nicht hysterisch.
 
Hier geht es um Tradition vs. Tradition. Wir können uns nicht vorstellen, bei einem Begräbnis eines geliebten Menschen nicht dabei zu sein umgekehrt ist es genau so.
Bei uns ist es so: Der Leichnam wird im Sarg der Leichenhalle, geschmückt mit Blumen und Kerzen aufgebahrt. Die Kränze werden rechtzeitig aufgestellt und es erklingt leise Trauermusik. Die engsten Verwandten sind ca. eine Stunde vorher da und sagen dem Pfarrer od. bei Atheisten dem Magistratsbeamten etwas über den Verstorbenen., sitzen ausschließlich in der ersten Reihe und nehmen die Kondolenzwünsche der eintreffenden Trauergesellschaft entgegen.
Dann beginnt der Pfarrer/Magistratsbeamte mit seiner Rede. Im Anschluß daran ertönt die, vom engsten Familienanghörigen, bestellte Musik (bei meinem Mann der Gefangenchor aus Nabucco). Der Sarg kommt auf einen Wagen, wird mit einer schwarzen, bestickten Samtdecke bedeckt, rundherum die Kränze und es geht zum bereits ausgehobenen Grab. Dem Sarg folgen in erster Reihe Mutter, Vater od. Ehepartner, die anderen, je nach Verwandschaftsgrad hinterher und dann kommen die anderen Trauernden. Am Grab folgt dann wieder eine Rede, der Sarg wird abgesenkt und man wirft eine kleine Schaufel Erde hinterher (ich habe eine rote Rose hinterhergeworfen). Man hat eine Zeit noch zu trauern dann wird man gefragt ob das Grab zugeschaufelt werden darf. Über das geschlossene Grab kommen alle Kränze und Blumen. Im Anschluß wird den engsten Verwandten von der Trauergemeinde noch einmal kondoliert
Ich habe vergessen, bei der Afbahrung hat man als engster Verwandter die Wahl den Srag geschlossen oder offen zu halten.

Bei uns ist es halt gesellschaftlich unmöglich als engster Verwandter nicht bei einem Begräbnis dabei zu sein, gesellschaftlich wäre man unten durch und man wäre schlichtweg eine Sau. Bei uns bedeutet an einem Begräbnis teilzunehmen, einem Verstorbenen die letzte Ehre zu erweisen.
Übrigends, ich habe bei keinem Begräbnis hysterische Weiber gesehen, jedoch auch viele weinende Männer.

Das find ich jetzt doch etwas zu pauschal. Es kann immer Gründe geben, vor allem wenn man weiß, dass man das nicht durchstehen könnte.
 
P.S.: Bei uns werden die Frauen nicht hysterisch.
Das kann man nicht pauschalisieren, habe früher auf dem Dorf gelebt, da gehen zu Beerdigungen immer alle mit so ich auch: es war ganz unterschiedlich, aber am schrecklichsten war wenn Mütter ein Kind beerdigt haben, die mussten regelmäßig davongetragen werden. Mein guter Freund und Nachbar ist mit 16 wie schon viele vor ihm in der Scheissdonau ertrunken, die Mutter ist völlig hysterisch zusammengebrochen und hat sich nie mehr so richtig erholt - aber auch das ist ihr gutes Recht, sie ist halt nur ein Mensch und begrenzt belastbar, wer will es ihr verdenken? Wer will schon festlegen, wie viel und laut man weinen darf?

ps und wer nicht mitgehen möchte bleibt eben fern
 
Das find ich jetzt doch etwas zu pauschal. Es kann immer Gründe geben, vor allem wenn man weiß, dass man das nicht durchstehen könnte.

Man geht bei uns einfach zum Begräbnis, außer man ist krank und noch jeder hat es durchgestanden. Man begleitet einen geliebten Menschen auf seinem letzten Weg, so ist es.
 
Das kann man nicht pauschalisieren, habe früher auf dem Dorf gelebt, da gehen zu Beerdigungen immer alle mit so ich auch, ea war ganz unterschiedlich, aber am schrecklichsten war wenn Mütter ein Kind beerdigt haben, die mussten regelmäßig davongetragen werden. Mein guter Freund und Nachbar ist mit 16 wie schon viele vor ihm in der Scheissdonau ertrunken, die Mutter ist völlig hysterisch zusammengebrochen und hat sich nie mehr so richtig erholt - aber auch das ist ihr gutes Recht, sie ist halt nur ein Mensch und begrenzt belastbar, wer will es ihr verdenken? Wer will schon festlegen, wie viel und laut man weinen darf?

war zur Zeit meiner Eltern auch so, viele sind in der Neretva ertrunken, auch der Bruder meines Vaters, als sie noch Kinder waren. Wie es heute ist, weiß ich leider nicht.
 
Man geht bei uns einfach zum Begräbnis, außer man ist krank und noch jeder hat es durchgestanden. Man begleitet einen geliebten Menschen auf seinem letzten Weg, so ist es.

und wenn man nicht hingeht, ist man noch lang keine "Sau". Man kann den Leuten nicht in die Köpfe gucken, um ihre Motive zu verstehen.
 
:lol:

Der Algerier ist dann sozusagen das Zünglein an der Waage... Also, zumindest was Gleichstand oder Nicht-Gleichstand bedeutet. Die Frage ist aber doch eine andere- wie geht man damit um, falls jemand eine Abänderung des Ritus wünscht, z.B.. aufgrund einer Mischehe. Oder weil die verstorbene Person außerhalb der eigenen Gemeinde Relevanz besaß. Und sagen wir mal- eine Abänderung ohne eine vergiftete Hintergrundgeschichte.

Der Gleichstand ist doch völlig egal. Es reicht ja nur schon, dass es irgendwo so praktiziert wird, und für jede Frau, die gerne dabei wäre, ist es diskriminierend.

ken das problem ist die unterschiedlichen rechtschulen im islam,eine arabische beerdigung ist anders als z.b eine türkische,ähnlich aufgebaut (waschung,totengebett)
aber doch verschieden.

Das ist mir schon klar.
 
Siehst du, ich nenne es nicht asozial wie du, es sind eben verschieden Riten. Jedes Volk hat seine Gebräuche, nenne es Tradition oder Religion. Ich würde es nicht ertragen können, einem geliebten Menschen nicht auf seinem letzten Weg begleiten zu können.
P.S.: Bei uns werden die Frauen nicht hysterisch.

Es ist aber ein antisoziales Verhalten,wenn man Menschen gesellschaftlich ausschließt,weil sie eine andere Art der Trauerbewältigung wählen.Wie kann man Menschen in solch einer Situation vorschreiben wollen,wie sie sich beim Verlust eines geliebten Menschen zu verhalten haben?!Weder sozial noch menschlich nachvollziehbar,einfach nur traurig.
 
Das kann man nicht pauschalisieren, habe früher auf dem Dorf gelebt, da gehen zu Beerdigungen immer alle mit so ich auch: es war ganz unterschiedlich, aber am schrecklichsten war wenn Mütter ein Kind beerdigt haben, die mussten regelmäßig davongetragen werden. Mein guter Freund und Nachbar ist mit 16 wie schon viele vor ihm in der Scheissdonau ertrunken, die Mutter ist völlig hysterisch zusammengebrochen und hat sich nie mehr so richtig erholt - aber auch das ist ihr gutes Recht, sie ist halt nur ein Mensch und begrenzt belastbar, wer will es ihr verdenken? Wer will schon festlegen, wie viel und laut man weinen darf?

ps und wer nicht mitgehen möchte bleibt eben fern


Ich musste beim Grab meines Mannes auch gehalten werden und habe geweint. Unter hysterisch verstehe ich etwas anderes.
 
Zurück
Oben