Wir könnten lange darüber reden, wie viel Verständnis man für Mörder und Kidnapper im Allgemeinen haben sollte, das ist aber irrelevant. Terrorismus ist kein gewöhnliches Verbrechen, es ist ein Mittel der Politik, ob es einem gefällt oder nicht. Es ist die Waffe des Schwächeren: die Starken haben die staatliche Gewalt, die Schwachen haben den Terrorismus. Und die Terroristen von heute sind oft die Staatsmänner von morgen: dann hören sie auch mit Terrorismus auf, und sie wechseln auf staatliche Gewalt, was nicht unbedingt weniger mörderisch ist. Das hat mit persönlichem Geschmack nichts zu tun. Ich würde es auch gern haben, wenn alle Täter von staatlicher Gewalt bestraft werden (u.a. auch die türkischen Staatsmänner), so ist aber die Welt nicht.
Ich weiß nicht, über welche Kulturkreise du hier sprichst, aber ich wiederhole: gerade bei uns, in Ostmittelmeer (und dazu gehört auch die Türkei), ist Terrorismus i.d.R. ein Ausdruck von ethnischen und sozialen Spannugen. Und das gilt auch für den kurdischen Terrorismus. An dieser Tatsache kann man nicht vorbei kommen, egal wie viel man die staatliche Propaganda hört.