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Nachrichten aus Österreich

Wann nehmen große Batteriespeicher auch in Österreich Fahrt auf?
Große Batteriespeicher könnten künftig einen großen Teil der Schwankungen bei erneuerbaren Energien ausgleichen. Während im Ausland fleißig daran gebaut wird, tut sich hierzulande noch wenig

Dort, wo früher ein Gaskraftwerk stand, reiht sich in Houston in Texas nun Container an Container. Im Inneren: hunderte Batterien, dicht an dicht übereinandergestapelt. Der große Batteriespeicher des Unternehmens Jupiter Power soll künftig erneuerbaren Strom speichern, wenn er im Überfluss vorhanden ist, und bei Bedarf bis zu 50.000 Haushalte in der Stadt am Abend wieder mit Strom versorgen.

In Texas und Kalifornien entstehen laufend neue solcher großen Batteriespeicher. Allein Kalifornien hat seit 2020 mehr Batteriespeicher gebaut als irgendein anderes Land auf der Welt außer China. Diese sollen dabei helfen, die größte Schwäche erneuerbarer Energien auszugleichen: deren schwankende Stromproduktion über den Tag. PV-Anlagen produzieren am meisten zu Mittag, wenn der Bedarf niedrig ist, und wenig am Abend, wenn der Strombedarf hoch ist. Um die Energiewende zu schaffen, braucht es daher nicht nur neue Solar- und Windanlagen, sondern vor allem viel mehr Speicher.

Sinkende Preise

 
Nehammer träumt von blauer Vernunft
Der Bundeskanzler sollte Namen nennen, statt von der "Kraft der Mitte" zu reden

Nach dem Wochenende sind die Wahlkampfauftakte auch vorbei, ihren Zweck haben sie voll erfüllt, die Wählerinnen und Wähler müssen ihre vorgefassten Überzeugungen nicht mehr revidieren, und alle seither stattgefundenen Konfrontationen konnten daran auch nichts ändern. Jetzt kann nur noch einer der drei Spitzenkandidaten im Rennen um den ersten Platz mit einer Überraschung aufwarten, wie er diesen zu erobern plant, und das ist Karl Nehammer. Noch hält er mit seinem süßen Geheimnis hinter dem Berg, wie er es schaffen will, mithilfe einer Freiheitlichen Partei Bundeskanzler zu bleiben, die zu diesem Zweck freundlicherweise ihren Gröfaz demontiert. Gegen eine FPÖ im Geiste Kickls hätte er gar nichts, es ist offenbar nur die physische Erscheinung, die ihn noch hindert, in blaue Arme zu fallen. Das ehrt ihn zwar als neurolinguistisch geframten Ästheten, nötigt ihn aber dazu, sich auf die Suche nach – wie er es nennt – vernünftigen Leuten zu begeben, die es in der FPÖ auch geben soll.

Vernünftige Freiheitliche
Obwohl er nun schon längere Zeit von solchen schwärmt, hat er bisher darauf verzichtet, Namen zu nennen, womit er den Wählerinnen und Wählern einen besseren Dienst erwiese, als mit dem haltlosen Gerede von der Kraft der Mitte, die ja, wie zweimalige Erfahrungen zeigten, wohl kaum in einer Neuauflage von Schwarz-Blau wirken kann. Um wen könnte es sich bei besagten vernünftigen Leuten in der FPÖ nur handeln? Denkt Nehammer vielleicht an den von Johanna Mikl-Leitner empfohlenen Udo Landbauer? Oder an Mario Kunasek, den Wüstenfuchs im Korruptionskarussell? Christian Hafenecker? Es ist Zeit, Namen zu nennen, das Publikum hat schließlich ein Recht, über die Phrasen hinaus zu erfahren, was ihm bevorsteht.

 
Unwetter
Zahlreiche Veranstaltungen abgesagt
Die bis über das Wochenende hinaus vorhergesagten starken Niederschläge über Österreich haben den gesamtem Freitag über angehalten. Die Prognosen wurden vor allem für Niederösterreich noch einmal erhöht. Hier mussten etliche Großveranstaltungen abgesagt werden, aber auch Events und Sportveranstaltungen in anderen Bundesländern wurden gestrichen.

Die ÖBB und die Stadt Wien riefen bereits am Freitag dazu auf, vermeidbare Wege nicht anzutreten – die Lage war zu riskant. Regenmassen, Wind und ein heftiger Wintereinbruch in den Bergen haben zahlreiche Warnungen mit sich gebracht.

 
Österreicher wählen Klimaleugner, auch wenn sie dabei untergehen
Trotz verheerender Extremwetterereignisse spielt die Klimakrise im Wahlkampf kaum eine Rolle. In den Umfragen führt eine Partei, die den Klimawandel leugnet

2024 ist nicht vorbei, aber es wird schon jetzt als Jahr der Extreme in die Geschichte eingehen. Der 21. Juli war weltweit der heißeste Tag der Messgeschichte, der August der heißeste Monat in Österreich. Die Wiener Innenstadt verzeichnete 53 Tropennächte, um ein Drittel mehr als im bisherigen Rekordjahr 2019.

Auf tödliche Hitzewellen und Dürren folgen Regenmassen und Überflutungen. Kaum jemals hat die Republik die Naturgewalten stärker zu spüren bekommen als heuer. Zwar lässt sich kein einzelnes Wetterereignis allein dem Klimawandel zuordnen, aber die Häufigkeit und Heftigkeit der Wetterextreme nimmt rasant zu, genau wie es die Klimaforscher seit Jahrzehnten vorhergesagt haben.

 
Hochwasser
Schwere Regenfälle noch bis Sonntagmittag
In den meisten der besonders vom Hochwasser betroffenen Gebiete wird es in der Nacht und bis Sonntagmittag noch intensiv weiterregnen. Es fallen derzeit teilweise in der Stunde rund zwölf Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Besonders angespannt ist die Lage in Ober- und Niederösterreich, ganz besonders im Waldviertel, wo der Ottensteiner Stausee am Sonntag überlaufen dürfte.

Laut ORF-Wetterredaktion erlebt Österreich derzeit den Höhepunkt des Regens in dieser Wetterlage. Besonders betroffen sind das Traun- und Mostviertel, der Wienerwald und weiterhin auch das Waldviertel. Sonntag und Montag könnten an einzelnen Orten noch bis zu 150 Liter pro Quadratmeter zu den bisherigen Niederschlägen dazukommen. Im Waldviertel sollten die Höchstwerte für die beiden Tage gesamt bei 80 Litern pro Quadratmeter liegen – auch das weiter gewaltige Mengen, insbesondere angesichts der bereits extrem angespannten Lage.

 
Niederösterreich zu Katastrophengebiet erklärt
Die Hochwassersituation bleibt wegen der starken Niederschläge äußerst angespannt. In Niederösterreich wurden Sonntagfrüh erst zwei weitere Bezirke zu Katastrophengebieten erklärt, dann das ganze Bundesland. Auf Bahnstrecken gibt es Sperren. Eine Reisewarnung gilt weiter. In Wien wurde der U-Bahnbetrieb eingeschränkt.

In Niederösterreich waren bereits bis Samstag 42 Gemeinden zum Katastrophengebiet erklärt worden, in der Nacht auf Sonntag bzw. Sonntagfrüh kamen die beiden Bezirke St. Pölten und Tulln hinzu, dann folgte der Alarm für das gesamte Bundesland. In mehreren Gemeinden wurde Zivilschutzalarm ausgelöst, Bewohnerinnen und Bewohner mussten aus Häusern in Sicherheit gebracht werden.

Der Bahnverkehr auf der Weststrecke zwischen Amstetten und St. Valentin im Westen des Bundeslandes wurde eingestellt, teilten die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) mit. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet, die bis Montagabend geltende Reisewarnung bleibt vorerst aufrecht.

 
Wie es sich anfühlt, schon lange in Österreich zu leben, aber nicht wählen zu dürfen
Rund ein Fünftel der in Österreich lebenden Menschen im Wahlalter ist am 29. September mangels Staatsbürgerschaft nicht stimmberechtigt. Fünf Betroffene erzählen

Sie sind fest in Österreich verwurzelt, engagieren sich für die Gesellschaft, arbeiten und zahlen ihre Steuern. Dennoch bleiben sie politische Außenseiter. Rund 1,5 Millionen Menschen im Wahlalter, die in Österreich leben, dürfen nicht an der Nationalratswahl am 29. September teilnehmen. Der Grund: Ihnen fehlt die österreichische Staatsbürgerschaft.

Die Hälfte der Betroffenen lebt seit mehr als zehn Jahren in Österreich, viele sind hier geboren. Sie machen 19 Prozent der Bevölkerung im Wahlalter aus – und werden jedes Jahr mehr. Eine Prognose von SOS Mitmensch besagt: Bis 2064 könnte mehr als ein Drittel der Einwohnerinnen und Einwohner Österreichs und mehr als die Hälfte Wiens vom Wahlrecht ausgeschlossen sein.

 
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