Bekenntnis zur Ausgrenzung – Wie Trump Universitäten zur Rechenschaft zwingt, weil Herkunft zählt
Was aussieht wie eine bürokratische Anordnung, ist in Wahrheit ein Angriff auf das Herz amerikanischer Bildung: Präsident Donald Trump will Hochschulen landesweit dazu zwingen, offenzulegen, wie sehr die Herkunft eines Menschen ihre Auswahlentscheidungen beeinflusst. Mit einer neuen Direktive, die er an diesem Donnerstag unterzeichnen will, kündigt der Präsident nichts weniger als ein Misstrauensvotum gegenüber einem Bildungssystem an, das jahrzehntelang versucht hat, soziale Ungleichheiten zumindest an der Tür zur höheren Bildung zu korrigieren. Jetzt soll diese Tür wieder geschlossen werden – unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit.
Die angekündigte Maßnahme folgt einem monatelangen Machtkampf mit zwei symbolträchtigen Eliteuniversitäten: Columbia und Brown. Beide einigten sich im Juli mit der Bundesregierung darauf, künftig Daten über die ethnische Zugehörigkeit ihrer Bewerber preiszugeben – zusätzlich zu Testergebnissen und akademischen Kennzahlen. Der Preis für diesen Schritt war hoch, denn die Einigung kam unter dem Druck von drohendem Fördermittelentzug zustande. Doch was als Einzelfall begann, soll nun Gesetz werden: Wer Steuergeld will, muss dem Staat offenlegen, wie „rasseneutral“ er wirklich ist – nach Maßgabe einer Regierung, die bereits mehrfach bewiesen hat, dass sie nichts von Vielfalt hält. Der politische Hintergrund ist klar: Im Jahr 2023 hatte der Supreme Court die jahrzehntelange Praxis der Affirmative Action für verfassungswidrig erklärt. Die Urteile gegen Harvard und die University of North Carolina zielten auf die zentrale Idee, dass Rasse – neben anderen Faktoren – ein zulässiges Kriterium für Zulassungsentscheidungen sein könne, wenn sie dazu dient, strukturelle Benachteiligung zu überwinden. Für Konservative war das Urteil ein Triumph: Endlich Schluss mit „umgekehrtem Rassismus“, wie sie es nannten – mit Vorteilen für Schwarze, Latinos oder indigene Bewerber auf Kosten weißer und asiatischer Studierender. Für Befürworter inklusiver Bildung war es ein Rückfall in eine Zeit, in der Gleichheit nur auf dem Papier existierte. Verfassungsrichterin Ketanji Brown Jackson brachte es in ihrem abweichenden Votum auf den Punkt: „Rasse im Recht für irrelevant zu erklären, macht sie im Leben nicht irrelevant.“ Ihre Worte trafen einen Nerv – denn sie machten deutlich, was viele im akademischen Raum empfinden: Dass die Realität sozialer Herkunft, rassistischer Diskriminierung und Bildungsungleichheit sich nicht durch juristische Dekrete auslöschen lässt. Und dass es fatal ist, wenn Hochschulen dafür bestraft werden, dass sie diese Realität ernst nehmen.
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Was aussieht wie eine bürokratische Anordnung, ist in Wahrheit ein Angriff auf das Herz amerikanischer Bildung: Präsident Donald Trump will Hochschulen landesweit dazu zwingen, offenzulegen, wie sehr die Herkunft eines Menschen ihre Auswahlentscheidungen beeinflusst. Mit einer neuen Direktive, die er an diesem Donnerstag unterzeichnen will, kündigt der Präsident nichts weniger als ein Misstrauensvotum gegenüber einem Bildungssystem an, das jahrzehntelang versucht hat, soziale Ungleichheiten zumindest an der Tür zur höheren Bildung zu korrigieren. Jetzt soll diese Tür wieder geschlossen werden – unter dem Deckmantel der Gerechtigkeit.
Die angekündigte Maßnahme folgt einem monatelangen Machtkampf mit zwei symbolträchtigen Eliteuniversitäten: Columbia und Brown. Beide einigten sich im Juli mit der Bundesregierung darauf, künftig Daten über die ethnische Zugehörigkeit ihrer Bewerber preiszugeben – zusätzlich zu Testergebnissen und akademischen Kennzahlen. Der Preis für diesen Schritt war hoch, denn die Einigung kam unter dem Druck von drohendem Fördermittelentzug zustande. Doch was als Einzelfall begann, soll nun Gesetz werden: Wer Steuergeld will, muss dem Staat offenlegen, wie „rasseneutral“ er wirklich ist – nach Maßgabe einer Regierung, die bereits mehrfach bewiesen hat, dass sie nichts von Vielfalt hält. Der politische Hintergrund ist klar: Im Jahr 2023 hatte der Supreme Court die jahrzehntelange Praxis der Affirmative Action für verfassungswidrig erklärt. Die Urteile gegen Harvard und die University of North Carolina zielten auf die zentrale Idee, dass Rasse – neben anderen Faktoren – ein zulässiges Kriterium für Zulassungsentscheidungen sein könne, wenn sie dazu dient, strukturelle Benachteiligung zu überwinden. Für Konservative war das Urteil ein Triumph: Endlich Schluss mit „umgekehrtem Rassismus“, wie sie es nannten – mit Vorteilen für Schwarze, Latinos oder indigene Bewerber auf Kosten weißer und asiatischer Studierender. Für Befürworter inklusiver Bildung war es ein Rückfall in eine Zeit, in der Gleichheit nur auf dem Papier existierte. Verfassungsrichterin Ketanji Brown Jackson brachte es in ihrem abweichenden Votum auf den Punkt: „Rasse im Recht für irrelevant zu erklären, macht sie im Leben nicht irrelevant.“ Ihre Worte trafen einen Nerv – denn sie machten deutlich, was viele im akademischen Raum empfinden: Dass die Realität sozialer Herkunft, rassistischer Diskriminierung und Bildungsungleichheit sich nicht durch juristische Dekrete auslöschen lässt. Und dass es fatal ist, wenn Hochschulen dafür bestraft werden, dass sie diese Realität ernst nehmen.
Bekenntnis zur Ausgrenzung – Wie Trump Universitäten zur Rechenschaft zwingt, weil Herkunft zählt
Was aussieht wie eine bürokratische Anordnung, ist in Wahrheit ein Angriff auf das Herz amerikanischer Bildung: Präsident Donald Trump will Hochschulen landesweit dazu zwingen, offenzulegen, wie sehr die Herkunft eines Menschen ihre Auswahlentscheidungen beeinflusst. Mit einer neuen Direktive...