Wie die Hisbollah in Europa Gelder lukriert
Am Mittwoch präsentierte die Dokustelle Politischer Islam eine neue Studie zur Hisbollah. Demnach stammt etwa ein Drittel ihrer Einnahmen aus weltweiten illegalen Aktivitäten. Die Autoren sehen auch in Österreich Schlupflöcher
Europa als finanzielle Lebensader für die im Westen als Terrororganisation eingestufte Hisbollah? Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Studie, die am Mittwoch in Wien vorgestellt wurde. Sie wurde unter der Leitung der renommierten libanesischen Forscherin Lina Khatib (Chatham House) in Kooperation mit der Dokumentationsstelle Politischer Islam durchgeführt. Bei der Präsentation sagte Khatib: "Die Geschehnisse in Nahost haben nicht nur Auswirkungen auf Europa, sondern auch umgekehrt."
Das zentrale Ergebnis der Studie: Die Hisbollah ist in Europa finanziell stark verankert. US-Regierungsschätzungen zufolge verfügt sie über ein Jahresbudget von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Davon stammen rund 30 Prozent aus weltweiten illegalen Aktivitäten, die teilweise in Europa generiert, gewaschen oder über Umwege in den Nahen Osten verschoben würden, so Khatib, der zufolge die Trennung zwischen organisierter Kriminalität und Terrorfinanzierung immer mehr verschwimmen würde.
Konkret agiere die Hisbollah wie eine Art globaler Dienstleister für organisierte Verbrechen. Dabei stützt sie sich auf eine Mischung von legalen wie illegalen Praktiken. Europa fungiere dabei als eine Art Knotenpunkt. Ein Netzwerk an Scheinfirmen und Vereinen sowie rechtliche Graubereiche machten es demnach zu einer Herausforderung, die Finanzierung terroristischer Aktivitäten nachzuweisen.
Geldwäsche mit Luxusgütern
Der Bericht verweist auf eine Vielzahl an Methoden: Etwa werden Drogengelder mit Erlösen aus dem Auto- oder Immobilienhandel vermischt. Zudem setze das Netzwerk zur Geldwäsche auf Luxusgüter wie Diamanten oder Kunstwerke, und auf das Sammeln von Spenden. Ein Beispiel ist das in Frankreich zerschlagene "Cedar Network", das Drogengelder über Europa schleuste, in Luxusgüter umwandelte und in den Libanon transferierte. Immer wieder käme auch das informelle Finanzsystem Hawala, bei dem teils unbeteiligte Mittelsmänner Bargeld transferieren, zum Einsatz. In den letzten Jahren seien zusätzlich verstärkt Kryptowährungen, bevorzugt der Stablecoin Tether, genutzt worden, um finanzielle Mittel anonym zu bewegen.
Am Mittwoch präsentierte die Dokustelle Politischer Islam eine neue Studie zur Hisbollah. Demnach stammt etwa ein Drittel ihrer Einnahmen aus weltweiten illegalen Aktivitäten. Die Autoren sehen auch in Österreich Schlupflöcher
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