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Antisemitismus:Erziehung zum Hass

Regierung verurteilt Antisemitismus (Österreich)
Nach kolportierten Fällen von Diskriminierung israelischer Gäste hat die Regierungsspitze am Montag Antisemitismus scharf kritisiert. „Antisemitismus hat in unserem Land keinen Platz – nicht in Worten, nicht in Taten“, betonte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP). Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG) forderte von Politik, Kulturinstitutionen und Zivilgesellschaft klare Worte gegen „Israel-Hass“.
Im Tiroler Ort Ehrwald soll einer israelischen Familie wegen ihrer Herkunft die Aufnahme auf einem Campingplatz verweigert worden sein. In Wien erhob ein israelisch-amerikanischer Musiker den Vorwurf, ihm, einer Musikerin und einem weiteren Musiker sei in einer Pizzeria die Bedienung verweigert worden, nachdem sie sich bei Tisch auf Hebräisch unterhalten hätten. Der Betreiber des Campingplatzes wies die Vorwürfe zurück. Aus dem Lokal wurde der Vorfall gegenüber Medien dementiert.

Die Regierungsspitze reagierte mit scharfen Worten. Jüdisches Leben sei ein Teil Österreichs, schrieb Bundeskanzler Stocker auf der Plattform X. Wer Menschen wegen ihrer jüdischen Identität ablehne, stelle sich gegen das Fundament der österreichischen Gesellschaft.

 
Jüdischer Vater mit Sohn auf Autobahnraststätte in Mailand attackiert
Eine Gruppe habe ihn verbal attackiert und getreten, berichtet der französische Tourist. Die italienische Politik reagiert empört

Rom – Ein französischer Tourist, der eine Kippa trug, ist gemeinsam mit seinem sechsjährigen Sohn in einer Raststätte bei Lainate, an der Autobahn bei Mailand, antisemitisch angegriffen worden. Die Familie befand sich am Sonntag in Mailand, um die dort lebende Tochter zu besuchen.

Der 53-jährige Mann teilte mit, dass es bereits beim Betreten der Raststätte zu ersten Beschimpfungen kam. Mit dem Ruf "Free Palestine" begann eine Gruppe von Personen, den Mann verbal zu attackieren. Die Situation eskalierte schnell. Der Tourist versuchte, sich zu verteidigen, begann das Geschehen zu filmen und brachte seinen Sohn auf die Toilette. Doch beim Verlassen der Toilette hätten ihn rund 15 bis 20 Personen erwartet, sie forderten die Löschung des Videos – was er verweigerte.

Mailänder Staatsanwaltschaft prüft

 
Deutsch zu Lügen als Quelle des Antisemitismus (Videobericht im Link)
Antisemitische Vorfälle in Österreich sind häufiger geworden, speziell seit Beginn des Kriegs in Gaza. Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, sprach in der ZIB2 über historische Lügen als Quelle des Judenhasses. „Der Schuldige, leider auch in der Geschichte, ist immer der Jude.“

 
Wie Antisemitismus im österreichischen Radio nach 1945 weiterlebte
Auch nach dem Ende des NS-Regimes mobilisierten Radiosendungen antisemitische Stereotype

Musikwissenschaftler Elias Berner zeigt im Gastblogbeitrag, wie Musik und Klang genutzt wurden, um gemeinsame nationale Identität zu erzählen – oder zu verschweigen.

In der offiziellen Erinnerungspolitik Österreichs dominierte nach 1945 lange die sogenannte "Opferdoktrin": Österreich sei das erste Opfer des Nationalsozialismus gewesen – über die tatsächliche Beteiligung vieler Österreicher:innen an NS-Verbrechen wurde jahrzehntelang kaum gesprochen. Besonders der Holocaust wurde weitgehend tabuisiert. Dennoch lebte antisemitisches Gedankengut in der österreichischen Gesellschaft weiter. Studien belegen, dass antisemitische Einstellungen auch nach 1945 weiterwirkten – oft subtil, indirekt und codiert.1

Musik als emotionales Bindemittel
Musik wirkt nicht nur als atmosphärisches Beiwerk, sondern als emotionalisierendes Medium, das kollektive Identitäten formen und verfestigen kann. In der Kulturwissenschaft spricht man dabei vom Affective Turn: Emotionen – oft durch Musik vermittelt – erzeugen Zugehörigkeit, können aber auch Ausgrenzung legitimieren.

Meine aktuelle Analyse österreichischer Radiosendungen aus der Zeit nach 1945 geht den Fragen nach: Wie klingt Erinnerung? Welche Rolle spielt Musik, wenn es darum geht, eine gemeinsame nationale Identität zu erzählen – oder zu verschweigen? Und kann Musik dabei antisemitische Stereotype mobilisieren? Im Mittelpunkt stehen sogenannte "Features" – ein in Österreich erstmals ab Mitte der 1950er Jahre produziertes Format. Es hat oft dokumentarischen Charakter und setzt sich aus diversen Materialien zusammen. Archivmaterial, Hörspielszenen und aktuelle Interviews werden durch eingespielte Musik und andere Soundbrücken miteinander verbunden. Seit der Nachkriegszeit nutzte man dieses Format rund um Jubiläen und Gedenktage, um sich als "kulturell wiederauferstandene" Nation zu inszenieren.

 
Ein paar grobe Richtlinien, wann es Antisemitismus und wann nicht
Kritik an Israels Politik ist legitim, solange sie sich auf konkrete Handlungen oder Entscheidungen bezieht und nach denselben Maßstäben erfolgt wie bei anderen Staaten. Antisemitisch wird es dort, wo Israel dämonisiert, mit Nazis gleichgesetzt oder sein Existenzrecht abgesprochen wird. Politik kritisieren = okay, Existenz delegitimieren oder Holocaust relativieren = antisemitisch.
 

Und wie Druck gemacht wird, dass die Union doch bitte mit der Linken kooperiert! Dieser Vorfall wird natürlich schnell vergessen sein. Keine Ahnung, wo der Verfassungsschutz ist.
 
„In der Schule in Teheran musste ich beim Morgenappell ‚Tod Israel‘ rufen“
Der Grünen-Politiker Omid Nouripour hält die Entscheidung von Bundeskanzler Merz, Waffenlieferungen nach Israel teilweise zu stoppen, für „kurzsichtig“ und spricht von Symbolpolitik. Nouripour erinnert sich zudem an seine Kindheit im israelfeindlichen Iran.

Bundestagsvizepräsident Omid Nouripour kritisiert die Entscheidung von Bundeskanzler Merz, Waffenlieferungen nach Israel teilweise zu stoppen. Das sagte der Grünen-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag). „Die Entscheidung, Waffenlieferungen an Israel zu stoppen, klingt bei der verheerenden Lage in Gaza nachvollziehbar, auch in meiner Partei finden sie viele richtig. Sie ist aber kurzsichtig“, sagte der Grünen-Politiker.

Deutsche Waffen spielten im Gaza-Krieg keine Rolle, so Nouripour. „Das ist Symbolik für das eigene Publikum. Das heißt, diese Entscheidung hilft keinem Kind in Gaza und befreit keine Geisel.“ Gleichzeitig sei Deutschland aber sowohl bei der Rüstungstechnologie als auch in der nachrichtendienstlichen Zusammenarbeit sehr auf Israel angewiesen. „In den Belangen brauchen wir die Israelis mehr als sie uns. Das ist die brutale Realität“, betonte der frühere Grünen-Chef. „In einer Zeit, in der wir nicht wissen, wie es in der Ukraine und mit der europäischen Friedensordnung weitergeht, sollte man nicht so tun, als würde man ohne Partnerschaften auskommen.“

„Musste beim Morgenappell ‚Tod Israel‘ rufen“
Nouripour sprach gegenüber der Funke-Mediengruppe auch über sein Verhältnis zum Staat Israel – insbesondere vor dem Hintergrund seines iranischen Migrationshintergrunds. Der 50-Jährige war als Kind mit seiner Familie nach der Islamischen Revolution aus dem Iran nach Frankfurt am Main geflüchtet.

 
Antisemitisches Posting: ORF beendet Dienstverhältnis
Nachdem ORF-Redakteur Robert Gordon in sozialen Netzwerken ein antisemitisches Posting verfasst hat, gab der ORF nun die Auflösung seines Dienstvertrags bekannt.

ORF-Generaldirektor Roland Weißmann verurteilte das Posting zuvor bereits als völlig inakzeptabel.

In seinem mittlerweile wieder gelöschten Eintrag schrieb der Journalist: „Wenn ich 2000 Jahre lang Opfer bin, dann sollte ich mir langsam überlegen, woran das wohl liegen mag.“

Gordon erklärte zu seinem Posting: „Ich bedaure zutiefst, einen Satz geschrieben zu haben, den ich von niemandem so unwidersprochen stehen lassen würde. Dieser Satz steht gegen alles, wofür ich mich in meinem privaten und beruflichen Leben eingesetzt habe.“

 
Mit der Antisemitismus-Karte sind wir heute an einem Punkt angekommen, der das genaue Gegenteil dessen darstellt, was im Zweiten Weltkrieg ins andere Extrem verlaufen ist. Gerade deshalb darf es bei berechtigter Kritik keine Zurückhaltung geben

Zaka


  • Eine freiwillige jüdische Hilfsorganisation, die ursprünglich bei der Bergung von Leichen und Katastropheneinsätzen half.
  • Direkt nach dem 7. Oktober veröffentlichte Zaka Berichte über entsetzliche Funde (etwa von Babys, schwangeren Frauen), die sich später als übertrieben oder irreführend herausstellten. Laut einer Haaretz-Untersuchung wurden diese Berichte offenbar auch genutzt, um Spenden zu generieren und mediale Aufmerksamkeit zu gewinnen
 
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