300 Milliarden für nichts. Und die Mullahs bleiben
Selbst beim Atomprogramm bleiben entscheidende Punkte offen. Donald Trump hat nicht verhandelt, er hat kapituliert. Die Zeche zahlen vor allem die USA, die Golfstaaten und Israel
In Versailles, jenem Schloss, das wie kein anderes für die Inszenierung politischer Macht steht, unterzeichnete Donald Trump gestern Abend ein Memorandum of Understanding mit dem Iran. Der iranische Präsident Massud Peseschkian soll Medienberichten zufolge digital aus Teheran zugeschaltet gewesen sein. Eine Randnotiz vielleicht – und doch eine symbolträchtige. Die eine Seite zelebrierte den historischen Moment unter Kronleuchtern und Goldverzierungen, die andere blieb zu Hause.
Sollten die bisher durchgesickerten Inhalte des mutmaßlichen 14-Punkte-Entwurfs zutreffen – die Agenturen Bloomberg, Reuters und Al Arabiya berichten übereinstimmend darüber – stellt sich eine unangenehme Frage: Was genau wurde mit diesem Krieg eigentlich erreicht?
"Die realen Kosten dieser Monate waren enorm – und sie wurden nicht von Politikerinnen und Politikern getragen, sondern von Unternehmen, Märkten und am Ende von Menschen."
Israel und die USA haben über Monate militärischen Druck auf den Iran ausgeübt. Anlagen wurden beschädigt, Menschenleben gingen verloren – im Iran, in Israel und im Libanon. Die Straße von Hormus war zeitweise blockiert, Lieferketten gerieten unter Druck, Energie- und Rohstoffpreise exportierten. Als Aufsichtsrätin und Investorin, die Energiemärkte und industrielle Lieferketten aus nächster Nähe kennt, kann ich sagen: Die realen Kosten dieser Monate waren enorm – und sie wurden nicht von Politikerinnen und Politikern getragen, sondern von Unternehmen, Märkten und am Ende von Menschen. Nach einer Schätzung der US-Ratingagentur Moody's soll Trumps Feldzug die amerikanischen Steuerzahler und Konsumenten bereits mehr als 130 Milliarden US-Dollar gekostet haben. Und das Ergebnis? Iran soll Zugang zu einem Wiederaufbaufonds von bis zu 300 Milliarden US-Dollar erhalten, dazu ein weitreichender Abbau von Sanktionen – primäre, sekundäre, UN-Resolutionen inklusive.
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Selbst beim Atomprogramm bleiben entscheidende Punkte offen. Donald Trump hat nicht verhandelt, er hat kapituliert. Die Zeche zahlen vor allem die USA, die Golfstaaten und Israel
In Versailles, jenem Schloss, das wie kein anderes für die Inszenierung politischer Macht steht, unterzeichnete Donald Trump gestern Abend ein Memorandum of Understanding mit dem Iran. Der iranische Präsident Massud Peseschkian soll Medienberichten zufolge digital aus Teheran zugeschaltet gewesen sein. Eine Randnotiz vielleicht – und doch eine symbolträchtige. Die eine Seite zelebrierte den historischen Moment unter Kronleuchtern und Goldverzierungen, die andere blieb zu Hause.
Sollten die bisher durchgesickerten Inhalte des mutmaßlichen 14-Punkte-Entwurfs zutreffen – die Agenturen Bloomberg, Reuters und Al Arabiya berichten übereinstimmend darüber – stellt sich eine unangenehme Frage: Was genau wurde mit diesem Krieg eigentlich erreicht?
"Die realen Kosten dieser Monate waren enorm – und sie wurden nicht von Politikerinnen und Politikern getragen, sondern von Unternehmen, Märkten und am Ende von Menschen."
Israel und die USA haben über Monate militärischen Druck auf den Iran ausgeübt. Anlagen wurden beschädigt, Menschenleben gingen verloren – im Iran, in Israel und im Libanon. Die Straße von Hormus war zeitweise blockiert, Lieferketten gerieten unter Druck, Energie- und Rohstoffpreise exportierten. Als Aufsichtsrätin und Investorin, die Energiemärkte und industrielle Lieferketten aus nächster Nähe kennt, kann ich sagen: Die realen Kosten dieser Monate waren enorm – und sie wurden nicht von Politikerinnen und Politikern getragen, sondern von Unternehmen, Märkten und am Ende von Menschen. Nach einer Schätzung der US-Ratingagentur Moody's soll Trumps Feldzug die amerikanischen Steuerzahler und Konsumenten bereits mehr als 130 Milliarden US-Dollar gekostet haben. Und das Ergebnis? Iran soll Zugang zu einem Wiederaufbaufonds von bis zu 300 Milliarden US-Dollar erhalten, dazu ein weitreichender Abbau von Sanktionen – primäre, sekundäre, UN-Resolutionen inklusive.
300 Milliarden für nichts. Und die Mullahs bleiben
Selbst beim Atomprogramm bleiben entscheidende Punkte offen. Donald Trump hat nicht verhandelt, er hat kapituliert. Die Zeche zahlen vor allem die USA, die Golfstaaten und Israel