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Nachrichten aus Österreich

Geld für Entlastung, aber Sparen bei Unis: Regierung setzt falsche Prioritäten
Die Senkung der Lohnnebenkosten und der Bonus für Arbeit im Alter haben wackelige Erfolgsaussichten. Das Geld wäre in Bildung und Forschung besser angelegt

Eva-Maria Holzleitner gab keine gute Figur ab: Ungeschickte Kommunikation hat die SPÖ-Politikerin in die Defensive gebracht. Dennoch wäre es falsch, ihr die Verantwortung für Kürzungen an den Unis persönlich umzuhängen. Denn wo kann eine Wissenschaftsministerin, die sparen muss, sonst ansetzen? Das Problem sind die falschen Prioritäten der Regierung: ÖVP, SPÖ und Neos geben Geld für Vorhaben aus, die weniger dringlich sind als die Absicherung von Bildung und Forschung.

Fast eine halbe Milliarde im Jahr lässt sich die Koalition auf ÖVP-Wunsch einen Steuerbonus für Arbeit im Pensionsalter kosten. Dass massenhaft Senioren die Facharbeiterlücke schließen werden, ist eine höchst gewagte Annahme. Viel spricht dafür, dass vor allem Gutverdiener profitieren, die ohnedies weitergearbeitet hätten und haben.

Fraglicher Nutzen
Bessere Argumente gibt es für die von ÖVP und Neos betriebene Senkung der Lohnnebenkosten, doch wieder sind die Erfolgsaussichten wackelig. Selbst, wenn man glauben mag, dass ein solcher Schritt prinzipiell Jobs verspricht: Trotz Kosten von zwei Milliarden geht sich nur eine Entlastung von einem Prozentpunkt aus – fraglich, ob da ein Effekt spürbar ist.

 
Wiener Festwochen: Diese Gäste haben leider abgesagt
Milo Rau sucht das Gespräch mit Faschisten, solange man noch reden darf. Doch nach Kritik am geplanten Auftritt von Peter Thiel rechtfertigt sich der Intendant der Wiener Festwochen mit einer langen Liste an Absagen. Er habe versucht, weniger kontroverse Figuren einzuladen, erhielt jedoch nur Absagen. Diese Gäste hatte er zuvor erfolglos eingeladen:

Josef Fritzl
Programm: Innenarchitektur-Workshop

Begründung: Terminkollision Gipfeltreffen mit Familienministerin Claudia Bauer.

Anders Behring Breivik
Programm: Der Islam – eine kritische Diskussion

Begründung: Möchte aus moralischen Gründen nicht in einer Stadt auftreten, die Statuen von Antisemiten aufstellt.

Ghislaine Maxwell
Programm: Podiumsdiskussion „Female Empowerment & Mentoring für junge Mädchen“

Begründung: Bekam keinen Freigang vom US-Justizministerium.

Adolf Hitler
Programm: Open-Air-Performance: „Cancel Culture 1945 – Mein Weg in die innere Emigration“

Begründung: Vor 81 Jahren von der Cancel Culture in den Suizid getrieben.

Eislady Estibaliz C.
Programm: Immersives Theater im Keller der Schleckeria

Begründung: Das strenge Abfallwirtschaftsgesetz der Stadt Wien (AWG) machte die fachgerechte Entsorgung der Requisiten unmöglich.

P. Diddy
Programm: Freak-Out im Loco

Begründung: 500.000 Euro Steuergeld für Babyöl war für den Künstler nicht mit seinen Werten vereinbar.

Taylor-Swift-Attentäter Beran A.
Programm: Interaktives Jugendtheater: „Radikalisierung als Chance im ländlichen Raum“

Begründung: Die Event-Versicherung ist abgesprungen.

Elon Musk
Programm: Ausdruckstanz-Performance „Winken mit dem rechten Arm“

Begründung: Mit dem Tesla Cybertruck auf der Tangente liegen geblieben.

Kim Jong-un
Programm: Synchroner Massentanz „Der liebe Führer“ mit tausenden freiwilligen Burgenländern

Begründung: Austrian verlangt von übergewichtigen Passagieren seit März 2026 die Buchung von zwei Sitzplätzen.

Wladimir Putin
Programm: Große Pyrotechnik-Show inklusive Raketen-Feuerwerk

Begründung: Flugangst

Roland Weißmann
Programm: Aktfotografie-Ausstellung

Begründung: Compliance-Abteilung sieht Auftritt auf Festwochen problematisch.

Karin Kneissl
Programm: Theaterstück mit Ponys

Begründung: Einreise der Ponys verweigert nach positivem Hantavirus-Test.


 
„Exxpress“-Herausgeberin Eva Schütz bewirbt sich um ORF-Spitze
Die 52-jährige baute das umstrittene Online-Boulevardmedium „Express“ auf. Als ORF-Generaldirektorin, ein Posten, um den sie sich nun bewirbt, will sie „Privilegien im Haus beenden“ und mehr Mittel für private Medien.

„Exxpress“-Herausgeberin Eva Schütz will an die ORF-Spitze. In einer Aussendung hat sie am Dienstag eine Kandidatur für die ORF-Generaldirektion angekündigt, wobei sie eine „umfassende Reformagenda unter dem Titel “ORF 2030'“ vorlegen wolle. Die 52-jährige gebürtige Wienerin will das öffentlich-rechtliche Medienhaus strategisch neu ausrichten, finanzielle Mittel auch für private Medien, die einen öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllen, und “Privilegien im Haus beenden“.

Schütz hat das umstrittene, 2021 gestartete Online-Boulevardmedium „Exxpress“ aufgebaut. Es befindet sich mittlerweile mehrheitlich in Hand des deutschen Unternehmens Vius. Dieses verantwortet auch das rechtspopulistische Onlinemedium „Nius“ von Ex-„Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt. Schütz ist zwar noch beteiligt, hat ihre Anteile in den vergangenen Jahren aber deutlich gesenkt. Sie agiert weiterhin als Herausgeberin und neben der Ex-ÖVP-Politikern Laura Sachslehner auch als Chefredakteurin, wobei das Medium in der Vergangenheit auch immer wieder mit Attacken gegen den ORF aufgefallen ist.


Da wären ja Fake-News an der Tagesordnung, FPÖ und AfD hätten Narrenfreiheit und Rest....
 
Weniger Dramatik, mehr Augenmaß beim Universitätsbudget
Die angekündigten Kürzungen im Uni-Budget sind ernst zu nehmen, aber nicht zu dramatisieren. Fallen sie doch moderater aus, als die öffentliche Debatte vermuten lässt

Elmar Pichl, Sektionschef im Wissenschaftsministerium, geht in seinem Gastkommentar auf die scharfe Kritik an den geplanten Einsparungen im Uni-Bereich. Er verteidigt die Pläne.

Die in den Medien diskutierten Einsparungsziele für Österreichs öffentliche Universitäten im Zeitraum 2028 bis 2030 klingen nach einer ernsten Lage für das heimischen Wissenschafts- und Hochschulsystem. Es wäre falsch, diese Entwicklung kleinzureden. Aber ebenso falsch ist es, in Panik zu verfallen. Denn das österreichische Universitätsrecht kennt für genau solche Situationen kluge Sicherheitsmechanismen; und die Zahlen verdienen eine ruhige Einordnung.

Österreichs öffentliche Universitäten sind keine beliebigen Budgetposten, sondern Einrichtungen des Bundes – verankert nicht nur im Universitätsgesetz 2002, sondern auch auf Verfassungsebene. Als Teil der Bundesverwaltung, beschrieben im dritten Hauptstück der Bundesverfassung, genießen sie mit ihrer Universitätsautonomie einen Sonderstatus, der weit über eine bloße Verwaltungseinheit hinausgeht.

 
So kann Österreich den Strompreis drücken: Neue Studien zeigen starke Effekte von Wind und Sonne
Ein schnellerer Ausbau der Erneuerbaren könnte die Stromrechnungen von Haushalten um viele Millionen Euro senken und hunderttausende Arbeitsplätze sichern. Die Strombranche fordert Tempo bei Reformen

Dass die Importe von Erdgas und Erdöl Österreich jedes Jahr im Schnitt über zehn Milliarden Euro kosten, die ins Ausland abfließen, ist bekannt. Weniger deutlich war bisher, wie viel der Umstieg auf erneuerbare Energien auf der anderen Seite einbringen kann. Zwei neue Studien, die der Branchenverband Oesterreichs Energie in Auftrag gegeben hat, liefern nun Zahlen dazu, wie viel Wertschöpfung die Energiewende in Österreich erzeugt, wie viele Jobs sie schafft und wie sich der Erneuerbaren-Ausbau auf die Strompreise von Haushalten auswirkt.

Die erste Studie, die vom Economica Institut für Wirtschaftsforschung erstellt wurde, zeigt: Allein die Bruttowertschöpfung aus der Elektrizitätswirtschaft im engeren Sinne bringt insgesamt über 15,5 Milliarden Euro ein. Zählt man neben der Stromproduktion, -übertragung, -verteilung und dem Vertrieb auch Bereiche wie etwa E-Tankstellen ein, steigt der Betrag auf über 19 Milliarden Euro. Das entspricht in etwa der Wertschöpfung des gesamten Einzelhandels in Österreich.

 
Superreiche müssen auch zur Kasse gebeten werden
Vermögen konzentriert sich immer stärker, vor allem in den USA. Dort wurde die Steuerlast aber vermindert. Das Gegenteil wäre nötig, im Interesse des Gemeinwohls

Der "Global Wealth Report" zeigt einmal mehr: die Reichen werden immer reicher. Soweit ist das keine Neuigkeit. Doch die Konzentration des Vermögens an der Spitze nimmt immer weiter zu. 97.000 Personen weltweit verfügen derzeit über ein Vermögen von mehr als 100 Millionen US-Dollar. Die meisten dieser Ultra High Net Worth Individuals leben in den USA.

Just dort hat Präsident Donald Trump mit seiner "big beautiful bill" die Steuern jedoch umfangreich gesenkt. Trump selbst ist Teil dieser Superreichen. Ihm wird ein Vermögen von rund sechs Milliarden Dollar zugerechnet. Finanziert werden die US-Steuersenkungen zum großen Teil ausgerechnet durch massive Einsparungen bei staatlichen Sozialleistungen. Das ist zutiefst ungerecht.

Ausgleich schaffen
Eigentlich müsste es umgekehrt laufen. Die Superreichen müssten offensiver besteuert werden. Sie hatten das Glück, sich Reichtum aufbauen zu können oder das Vermögen vererbt bekommen zu haben. In einem so reichen Land wie den USA sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass durch eine gerechte Besteuerung von Vermögen ein Ausgleich geschaffen wird. Ebenso in Österreich. Bereiche wie Schulbildung, medizinische Versorgung oder Unterstützung der sozial Schwächsten werden in vielen Ländern zu einer immer größeren finanziellen Herausforderung. Große Demokratien sollten hier mit gutem Beispiel vorangehen und nicht dadurch auffallen, dass sie es nur den ohnehin Privilegierten recht machen. (Bettina Pfluger, 27.5.2026)

 
Ja, dieses Plakat stammt glaube ich aus den späten 60er frühen 70er Jahren. Damals gab es keine Syrer, Afghanen usw., da mussten die Menschen aus Ex-Yu und der Türkei die Ausländerfeindlichkeit ertragen. Glaube dieses Plakat wurde dann auch 1992/1993 nochmals hervorgeholt

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Anhänge

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Einsparungen: Das sind die neuen Anforderungen für Ihren Universitätsabschluss

Die Unis müssen den Rotstift radikal ansetzen. Lange Vorlesungen, Seminare und Prüfungen gehören schon bald der Vergangenheit an. Ein Papier aus der Rektorenkonferenz zeigt nun, welche Befähigungsnachweise in Zukunft für einen Abschluss notwendig sind:

Mathematik: Vorlage eines beglaubigten Nachweises über mindestens zehn vollständig angesehene YouTube-Tutorials von 14-jährigen Indern.

Publizistik: Drei selbstverfasste Kommentare im Standard-Forum mit mindestens zehn grünen Stricherln

Kunstgeschichte: Findet ohne Zuhilfenahme von Google Maps den schnellsten Fußweg vom Institut zum nächsten AMS.

BWL: Kann sich innerhalb von 15 Sekunden erfolgreich einen pastellfarbenen Pullover um den Hals binden, ohne dass das Ralph-Lauren-Logo verdeckt wird.

Archäologie: Hat schon mal den WG-Kühlschrank abgetaut.

Jura: Kann 300 Euro für ein fünfminütiges Telefonat verrechnen („Kann man so oder so sehen“).

Politikwissenschaften: Versteht, dass Kapitalismus das Problem ist, aber nicht, was Kapitalismus ist.

Architektur: Kann mindestens 100 Spielstunden in Minecraft nachweisen.

Chemie: Hat schon einmal eine Packung Mentos in einer Flasche Cola versenkt.

Soziologie: Hat zumindest fünf Abende in Bauchstichbeisln und Tankstellencafés verbracht.

Wirtschaftsinformatik: Hat erfolgreich das Erbe von der Oma mit Kryptowährungen verzockt.

Medizin: Kann eine Partie Golf mit drei Schlägen über Par spielen und Antibiotikum verschreiben.

Lehramt: Tiefsitzender Hass auf Kinder (psychologisches Attest erforderlich).

Informatik: Kann der Mama den Drucker erfolgreich einrichten.

Philosophie: Besitzt das Gesamtwerk von Richard David Precht (lesen optional).

Marketing & PR: Besitzt ein ChatGPT-Abo (Anmerkung: So wie bisher).


 
Ministerin Holzleitner und eine Partie Pingpong mit Armin Wolf
Das Gespräch mit SPÖ-Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner hatte jedenfalls Match-Charakter – auch in Fragen der Beckmesserei. Doch was erfuhr man zu den Unis?

Nun kam sie also doch noch in die „ZiB 2“: SPÖ-Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner, die zuletzt wegen ihrer Aussagen zum Sparbedarf an den Universitäten ziemlich in der Kritik stand. In der Vorwoche hatte sie die Einladung abgelehnt, stattdessen kam die Rektorenchefin Brigitte Hütter, was die Causa für Holzleitner sicher nicht einfacher machte. Die Stimmung an den Hochschulen ist aufgeheizt, bald starten Demos gegen die Kürzungen. Und Holzleitner? Zeigte sich durchaus angriffig.

Wobei sie ihr Möglichstes tat, die Nennung von Zahlen zu vermeiden. Das ist schwierig, immerhin ist die große Frage derzeit, ob den Unis für die drei Jahre ab 2028 tatsächlich nur noch 15,5 Milliarden Euro zur Verfügung stehen werden, also deutlich weniger als zuvor. Holzleitner soll das so kommuniziert haben. Was sie, danach gefragt, wortreich weder bejahte noch verneinte. Irgendwann erfuhr man: Die Zahl sei mittlerweile „der Stand damals, der heute aber wieder anders ist“.

 
Braco und Egisto
Über zwei Scharlatane und ihre größte Leistung

Die Auftritte zweier Scharlatane in Wien haben dieser Tage Staunen erregt. Bei der Eröffnung der Wiener Festwochen gab man dem kroatischen Esoteriker Braco eine Bühne, um seinen "gebenden Blick" zu präsentieren. Zu den Klängen eines an die Dauerbeschallung im Spa-Bereich eines burgenländischen Thermenhotels aus den 1990er-Jahren gemahnenden New-Age-Gesäusels kam das Publikum am Heldenplatz und jenes der ORF-Übertragung in den Genuss einer Darbietung, für die man sonst Eintritt zahlen muss.

Der von seinen Fans als "Heiler" verehrte Braco predigt nicht, legt keine Hände auf, hat keine heiligen Requisiten, sondern lässt sich einfach beim Schauen zuschauen, und erinnert somit an einen Hütchenspieler, der auf Kugerl und Hütchen verzichtet.

Nicht lachen
Der erhebliche Unterschied ist aber, dass auf so einen Hütchenspieler kaum jemand reinfallen würde, während es bei Braco schon sehr viele waren, die auf seinen "gebenden Blick" statt auf medizinische Behandlung vertraut haben, was ihrer Gesundheit in den meisten Fällen nicht gut getan hat.

Die in diesem Fall sich aufdrängende Frage "Wo war sei Leistung?" lässt sich aber beantworten: Braco schaffte es auch diesmal wieder, nicht lachen zu müssen. Ein bewundernswerter Akt der Selbstbeherrschung. Nachdem sein Auftritt von Festwochen-Intendant Milo Rau mit den Worten "ein kleines Kunstwerk der Menschlichkeit" angekündigt wurde, muss es den gebenden Blicker innerlich zerrissen haben.

Die Fähigkeit, nicht lachen zu müssen, konnte man kurz davor auch bei einem anderen Bluffer bewundern. Mit entschlossener Ernsthaftigkeit verteidigte sich Egisto Ott vor Gericht zu allen ihm gemachten Vorwürfen mit dem Verweis auf eine "Operation Doktor", die so geheim sei, dass er nicht darüber reden dürfe.

 
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