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Ob Krisen oder Kriege: Hört der Zeitgeschichte zu!
Historikerinnen und Historiker sollen sich mehr Gehör verschaffen, denn ihre Erkenntnisse finden zu wenig Beachtung. Dabei könnten gerade sie politisch-gesellschaftliche Umwälzungen erklären
Zeit- und Kulturhistoriker Peter Pichler wirbt in seinem Gastkommentar dafür, mehr auf die Zeitgeschichte zu hören und er fordert gleichzeitig seine Kollegenschaft auf, sichtbarer zu werden.
Mai Thi Nguyen-Kim, eine profilierte Erklärerin von Wissenschaft im deutschsprachigen Raum, hat vor Kurzem im STANDARD erläutert (25.4.2026), dass wir völlig überschätzen, was Rationalität leisten kann. Gerade im Vermitteln von Forschungsergebnissen geht es viel mehr darum, Vertrauen zu bilden und das gute alte Bauchgefühl zu nutzen. Damit legte sie den Finger an eine Schlüsselstelle und zeigte auf, wie schlecht wir eigentlich oft mit den Krisen unserer Zeit umgehen.
Wenn man derzeit in die öffentliche Debatte gerade in Österreich blickt, ist eines beachtenswert paradox: Wir befinden uns in der historisch prägendsten und furchteinflößendsten Phase der Zweiten Republik seit 1945, inklusive der Umbrüche um 1989/90 (Deutsche Einheit und Fall des Eisernen Vorhangs, Anm.). Die Geschichte ist am Dampfen, Kochen und Voran-Rasen wie seit Jahrzehnten nicht. Und dennoch gibt es in der Wahrnehmung und Deutung der aktuellen Krisen als zeithistorisches Geschehen ein bemerkenswertes Defizit.
www.derstandard.at
Historikerinnen und Historiker sollen sich mehr Gehör verschaffen, denn ihre Erkenntnisse finden zu wenig Beachtung. Dabei könnten gerade sie politisch-gesellschaftliche Umwälzungen erklären
Zeit- und Kulturhistoriker Peter Pichler wirbt in seinem Gastkommentar dafür, mehr auf die Zeitgeschichte zu hören und er fordert gleichzeitig seine Kollegenschaft auf, sichtbarer zu werden.
Mai Thi Nguyen-Kim, eine profilierte Erklärerin von Wissenschaft im deutschsprachigen Raum, hat vor Kurzem im STANDARD erläutert (25.4.2026), dass wir völlig überschätzen, was Rationalität leisten kann. Gerade im Vermitteln von Forschungsergebnissen geht es viel mehr darum, Vertrauen zu bilden und das gute alte Bauchgefühl zu nutzen. Damit legte sie den Finger an eine Schlüsselstelle und zeigte auf, wie schlecht wir eigentlich oft mit den Krisen unserer Zeit umgehen.
Wenn man derzeit in die öffentliche Debatte gerade in Österreich blickt, ist eines beachtenswert paradox: Wir befinden uns in der historisch prägendsten und furchteinflößendsten Phase der Zweiten Republik seit 1945, inklusive der Umbrüche um 1989/90 (Deutsche Einheit und Fall des Eisernen Vorhangs, Anm.). Die Geschichte ist am Dampfen, Kochen und Voran-Rasen wie seit Jahrzehnten nicht. Und dennoch gibt es in der Wahrnehmung und Deutung der aktuellen Krisen als zeithistorisches Geschehen ein bemerkenswertes Defizit.
Ob Krisen oder Kriege: Hört der Zeitgeschichte zu!
Historikerinnen und Historiker sollen sich mehr Gehör verschaffen, denn ihre Erkenntnisse finden zu wenig Beachtung. Dabei könnten gerade sie politisch-gesellschaftliche Umwälzungen erklären