Digitales Vermummungsverbot: Das Ende des Versteckspiels im Netz
Die Regierung schickt am Mittwoch, ein Gesetz in die Begutachtung, das der Anonymität im Netz zumindest teilweise einen Riegel vorschieben soll.
09.04.2019 um 17:24
Hasspostings, Morddrohungen, Lügenverbreitung und Mobbing geschieht täglich im Internet. Strafen mussten die Verfasser derartiger Beiträge bislang nicht befürchten. Das will die Bundesregierung nun ändern. Am Mittwoch soll das Gesetz zum „Digitalen Vermummungsverbot“ in die Begutachtung gehen.
Das Internet soll nicht länger als rechtsfreier Raum verstanden werden. Die Idee hinter dem Ganzen sei, dass jemand, der Unrecht begehe, nicht mehr die Möglichkeit haben dürfe, sich in der Anonymität des Internet zu verstecken, betonte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bereits im November bei einem Gipfel gegen Hass im Netz. Künftig müssen sich Nutzer vorab registrieren. Wie die Seitenbetreiber die Identifikationspflicht technisch umsetzen, bleibt ihnen überlassen. Die Betreiber müssen aber Sorge dafür tragen, dass die angegebenen Daten stimmen.
So kann zwar ein Nutzer weiterhin mit einem Pseudonym posten. Bevor das aber möglich ist, muss dieser seinen Vor- und Nachnamen sowie seine Adresse angeben. Ob diese Daten stimmen, müssen die Seitenbetreiber feststellen.
Diesen stehen dann mehrere technische Möglichkeiten zur Verfügung: Einerseits kann eine Zwei-Faktor-Authentifizierung implementiert werden. Dabei muss sich der Nutzer nach Einrichten eines Kontos über sein Handy identifizieren. In den meisten Fällen wird eine SMS an die hinterlegte Handynummer geschickt und diese muss zur Bestätigung auf der Anmeldeseite angegeben werden. Andererseits sei auch eine Anmeldung über die Bürgerkarte oder das Hochladen eines Ausweises möglich. Das wird den Anbietern freigestellt.
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https://diepresse.com/home/techscie...ngsverbot_Das-Ende-des-Versteckspiels-im-Netz
Übrigens ein Wunsch von mir, den ich vor Jahren auch schon für dieses Forum gefordert habe.