Aktuelles
  • Herzlich Willkommen im Balkanforum
    Sind Sie neu hier? Dann werden Sie Mitglied in unserer Community.
    Bitte hier registrieren

Nachrichten aus Österreich

Demografischer Wandel
AMS warnt vor drastischen Folgen
Der Chef des Arbeitsmarktservice (AMS), Johannes Kopf, warnt vor drastischen Folgen für den Arbeitsmarkt, sollte die Politik dem demografischen Wandel und anderen Gesellschaftstrends nicht rasch mit weiteren Maßnahmen begegnen. Derzeit geht das AMS davon aus, dass 2050 rund 120.000 Erwerbspersonen fehlen werden, wobei sich die Lage außerhalb Wiens besonders ungünstig entwickeln dürfte. Das Problem ist zwar bekannt, bisher sei aber „viel zu wenig“ passiert, so Kopf am Dienstagabend bei einem Pressegespräch.

Hintergrund der Erwartungen des AMS sind die Bevölkerungsprognose und die damit verwobene Erwerbspersonenprognose der Statistik Austria. In diese fließen unter anderem Geburtenraten, die Entwicklung der Sterblichkeit und die erwartete Zuwanderung bzw. Abwanderung ein. Die zugrundeliegenden Annahmen werden dabei gut alle drei Jahre einer Neubewertung unterzogen, um ein möglichst realitätsgetreues Bild der weiteren Entwicklung entwerfen zu können.

Beispielsweise hat sich der Anstieg der Lebenserwartung in jüngerer Vergangenheit verlangsamt, die Geburtenrate in Österreich ging nach einem kurzen Hoch nach der Coronavirus-Pandemie aber wieder zurück. Die Konsequenz: Die Alterung in Österreich schreitet weiter voran.

 
Bildungs-Revolution: Kroatisch soll eigenständiges Schulfach werden
Kroatisch aus dem BKS-Sammelkonstrukt: Österreich will eine jahrzehntealte Schulempfehlung ändern.

Der Unterricht in kroatischer Sprache soll an österreichischen Schulen künftig eigenständig möglich sein – getrennt vom bisherigen Sammelbegriff BKS (Bosnisch/Kroatisch/Serbisch). Das erklärte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger am Donnerstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ihrem kroatischen Amtskollegen Gordan Grlić Radman in Zagreb. Demnach soll das Bildungsministerium eine Empfehlung aus den späten 1990er-Jahren zurückziehen, die im Schulbetrieb eine gemeinsame Organisation des muttersprachlichen Unterrichts begünstigte.

Diese Empfehlung stammt aus dem Jahr 1996 und zielte darauf ab, Kinder im Unterricht nicht nach ethnischer Zugehörigkeit zu trennen. In der Praxis führte sie dazu, dass Bosnisch, Kroatisch und Serbisch häufig gemeinsam im Rahmen des BKS-Unterrichts angeboten wurden. Künftig soll stärker die Autonomie der Schulen betont werden, sodass Kroatisch auch als eigenständiger Unterricht möglich ist.

Kroatisch als eigenes Fach
Bereits Anfang 2024 war angekündigt worden, dass die Steiermark ab dem Schuljahr 2024/25 Kroatisch als eigenständiges Fach im muttersprachlichen Unterricht anbieten will. Grlić Radman begrüßte die jüngsten Ankündigungen als „sehr gute Nachricht“ und verwies auf die Rolle der Kroaten in Österreich als Brücke zwischen beiden Ländern.

 
Der Staat kann die Kosten des Iran-Kriegs nicht abfedern
Der neuerliche Energiepreisschock wird alle Menschen in Österreich ärmer machen. Weder Staat noch Arbeitgeber können das ausgleichen. Das muss ehrlich und offen ausgesprochen werden.


Die Ankündigung der Industriestaaten, rund ein Drittel ihrer strategischen Ölreserven auf den Markt zu werfen, ist wie der sprichwörtliche Tropfen auf dem heißen Ölfass verpufft. Denn nur einen Tag später bewegte sich der Preis für das schwarze Gold wieder in Richtung 100 Dollar. Zu groß sind die Sorgen an den Märkten, dass die Sperre der wichtigen Straße von Hormus länger dauert. Zu schwerwiegend sind die Angriffe des Iran auf die Ölinfrastruktur in vielen Ländern der Region. Eine Entwicklung, die man an der Wall Street und auch im Weißen Haus wohl etwas unterschätzt hat.

Hohe Treibstoffpreise dürften daher auch den Menschen in Österreich noch einige Zeit erhalten bleiben. Und das werden alle im Land spüren – auch jene, die nicht mit dem Auto fahren. Denn die gestiegenen Kraftstoffpreise erhöhen auch die Kosten für sämtliche Güter, die im Supermarkt konsumiert oder beim Online-Händler nach Hause bestellt werden. So machen die Ausgaben für Diesel rund ein Drittel der Transportkosten aus.

 
ORF-Chefin Thurnher in der "ZiB 2": Eine "Herkulesaufgabe" und ein "desaströses Bild"
Nach dem Rücktritt von Roland Weissmann wurde Ingrid Thurnher mit der vorläufigen Führung der Geschäfte betraut. Sie verspricht Transparenz und Aufklärung

Es war ein ungewohntes Bild: Viele Jahre war Ingrid Thurnher als Moderatorin das Aushängeschild der "ZiB 2". Am Donnerstagabend – nach dem Rücktritt von Generaldirektor Roland Weissmann infolge von Vorwürfen einer Mitarbeiterin – wollte sie sich als frisch betraute ORF-Geschäftsführerin jedoch selbst den Fragen von Martin Thür stellen.

Sie müsse den ORF in einer "schwierigen Phase" übernehmen. Wie groß ist der Scherbenhaufen?, fragt Thür. Das könne sie noch nicht sagen, antwortet Thurnher. Seit 41 Jahren sei sie im ORF. Das sei eine "unglaubliche Ehre", werde aber eine "Herkulesaufgabe". Das Bild, das der ORF abgebe, sei "desaströs", so Thurnher.

"Transparenz" schuldig
Wie geht es mit dem abgetretenen Generaldirektor Roland Weissmann weiter, der die Vorwürfe abstreitet und weiterhin als Mitarbeiter angestellt, aber zurzeit beurlaubt ist? Sie müsse sich erst ein Bild davon machen, da werde die ORF-interne Compliance-Abteilung viel zu tun haben, sagt die bisherige Radiodirektorin. Externe Experten, die zurate gezogen werden, dürften keine Interessenkonflikte, Parteiabhängigkeiten oder sonstige Interessen haben, die eine unabhängige Aufklärung verhindern würden.

 
Warum die Regierung bei den Spritpreisen nichts richtig machen kann
Angesichts explodierender Öl- und Gaspreise wäre es klug, die Inflation einzudämmen. Aber jeder staatliche Eingriff hat unerwünschte Folgen

In diesem Im-Fokus-Newsletter schreibt Eric Frey, Leitender Redakteur, über die vielen schlechten Optionen für Österreichs Politik angesichts des Irankriegs.

Als "dismal science" (trübsinnige Wissenschaft) wird die Volkswirtschaft seit dem 19. Jahrhundert genannt. Und dieser Tage kann man auch verstehen, warum. Denn der Krieg der USA und Israels gegen den Iran bringt auch Österreichs Regierung in eine Mehrfach-Zwickmühle, aus der es keinen guten Ausweg gibt. Und schuld daran sind die Gesetze der Ökonomie.

Da der Iran auf die Luftangriffe mit der Schließung der Straße von Hormuz reagiert, durch die ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung und Unmengen von Flüssiggas transportiert wird, gehen Öl- und Gaspreise wieder einmal durch die Decke. Zuletzt geschah das nach dem russischen Überfall auf die Ukraine vor vier Jahren.

Damals entschied sich die türkis-grüne Bundesregierung, nicht in den Markt einzugreifen, sondern nur die Folgen der Preissteigerungen durch Beihilfen zu dämpfen. Die Ergebnisse sind bekannt: eine viel zu hohe Inflationsrate, die auch anhielt, als sich die Energiepreise wieder beruhigten. Das belastete die Haushalte zumindest psychologisch schwer – psychologisch, weil die Kaufkraftverluste zum Großteil durch Lohnsteigerungen ausgeglichen wurden. Das aber wiederum schwächte die Wettbewerbsfähigkeit der Exportwirtschaft und trug so zu langen Rezession und Arbeitskraftverlusten bei.

Preisanstieg eindämmen
Die Lehre aus all dem: Rasante Anstiege bei den Energiekosten darf man nicht durchrauschen lassen, sie müssen eingedämmt werden. Aber wie?

 
Unschuldige Rücktritte
An eine Rückkehr Roland Weißmanns für den Fall, dass sich seine Unschuld in dem von ihm behaupteten Ausmaß erweist, scheint gegenwärtig niemand zu denken

Da hilft kein Küniglbergdoktor, es ist einfach zu viel, was in diesen Wochen an verkannter Unschuld vor einer gnadenlosen Justiz und einer noch gnadenloseren Öffentlichkeit zuschanden wird. Und da ist noch gar nicht von der gnadenlosen Führung des ORF-Stiftungsrates die Rede, die den Cheforganisten an der größten Orgel des Landes angeblich zu einem freiwilligen Rücktritt veranlasste, der aber laut dessen Anwalt gerade nicht freiwillig war, sondern nur erklärt war "aus wichtigem Grund, der ihn vertraglich zum Rücktritt berechtigt". Der feine Unterschied zwischen einem freiwilligen und einem vertraglich berechtigten Rücktritt ist bedeutsam, erfolgt letzterer "schweren Herzens und ausschließlich in reiner Verbundenheit zum ORF", während ein freiwilliger Rücktritt auf jenes Fehlverhalten schließen lassen könnte, von dem Roland Weißmann nichts wissen will.

Das Schicksal der Orgel muss die Gebührenzahler an dieser Stelle umso weniger interessieren, als es bis auf Weiteres in den verlässlichen Händen von Ingrid Thurnher sowie in denen von Stiftungsräten ruhen soll. An eine Rückkehr Weißmanns für den Fall, dass sich seine Unschuld in dem von ihm behaupteten Ausmaß erweist, scheint gegenwärtig niemand zu denken.

Einige Parallelen

 
Erinnerungen an den 13. März 1938
Vom Anschluss, Kindertransport, Verlust der Eltern und der Rückkehr nach Wien: Die Geschichte meiner Eltern in Bruchstücken

Das Opernkino zeigte am 13. März 1938 den Film "Hoheit flirtet" mit Sonja Henie und Tyrone Power. Das habe ich mir notiert, als ich für den Roman über die Kindheit meiner Mutter recherchierte. Ich versuchte mir den Weg vorzustellen, den die Gruppe von Buben und Mädchen genommen haben musste, als sie vom evangelischen Waisenhaus in der Hamburger Straße zum Hotel Imperial geführt wurden, um den Führer zu begrüßen. Der Naschmarkt war am Sonntag geschlossen, da gab es nicht viel zu sehen. Am Opernkino mussten sie vorbeigekommen sein. Nach einem ungewöhnlich warmen Monatsbeginn war es wieder kalt geworden. Am Morgen hatte es noch geschneit, am Nachmittag gab es frostigen Sonnenschein. Die Mäntel der Waisenhauskinder waren so dünn, dass man durch den Stoff durchsehen konnte.

Die Eltern meiner Mutter sind beide früh verstorben, der Vater an den Spätfolgen einer Kriegsverletzung, die Mutter an den Folgen einer unsachgemäß durchgeführten illegalen Abtreibung. So erlebten meine Mutter und ihre große Schwester Ossi die Zeit vor und nach dem "Anschluss" im Waisenhaus. Meine Mutter hat ihre Erinnerungen nie aufgeschrieben, obwohl sie es sich immer wieder vorgenommen hatte. Nach ihrem sechzigsten Geburtstag habe ich sie in einer Reihe von Interviews auf Tonband aufgezeichnet und dann transkribiert.

 
IHS-Chef gegen voreilige Eingriffe der Politik
IHS-Direktor Holger Bonin hat sich in der ORF-„Pressestunde“ am Sonntag gegen voreilige Eingriffe der Politik in die hohen Spritpreise ausgesprochen. Schließlich bedarf es zuerst einer Analyse der genauen Gründe für den Preisanstieg. Was es aber zweifellos brauche, sei weniger Abhängigkeit – und einen Ausbau erneuerbarer Energien.

Der Spritpreis spiele in der Lebenswirklichkeit vieler Menschen eine „ganz wichtige“ Rolle. Steige dieser, steige folglich auch der Druck auf die Politik einzugreifen, erklärte Bonin. Der Preis sei maßgeblich vom Weltgeschehen abhängig, schließlich seien Öl und Gas nach wie vor „wichtige Schmiermittel dieser Weltwirtschaft“. Und würden zugleich auch erfolgreich als geopolitische Waffe eingesetzt werden.

Der Ukraine-Krieg sei der erste große Preisschock gewesen, der Iran-Krieg nun der zweite. „Wir sind etwas unabhängiger geworden. Die Elektromobilität ist ein gewisser Entlastungsfaktor natürlich, aber offensichtlich sind wir eben noch nicht unabhängig genug“, konstatierte der Experte.

 
Ich glaube, der Attentäter war ein Kroate und die Opfer 2 Afghanen
Amoklauf angekündigt
Nach Messerattacke in Linz mit einem Toten: Täter einvernommen und geständig
Ein 34-Jähriger kündigte gegenüber seiner Frau an, Amok laufen zu wollen. Wenig später kam es in der Linzer Innenstadt zu einer Messerattacke – ein Mann starb, ein weiterer wurde schwer verletzt

Ein tödlicher Messerangriff hat am Samstagabend die Linzer Innenstadt erschüttert. Ein 34-jähriger Kroate griff in der Bismarckstraße zwei junge Männer mit einem Küchemesser an. Ein 26-jähriger Afghane erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen, ein 24-jähriger Landsmann wurde schwer verletzt, befindet sich jedoch außer Lebensgefahr.

Nach Angaben der Polizei hatte der Täter zuvor gegenüber seiner Frau angekündigt, dass er Amok laufen und gesagt, dass er sich danach selbst das Leben nehmen werde. Die Frau alarmierte daraufhin die Polizei, die eine Fahndung einleitete. Noch während der Suche nach dem 34-Jährigen langte aber kurz vor 18 Uhr schon ein Notruf ein, dass in der Linzer Innenstadt jemand niedergestochen worden sei.

Der Tat vorausgegangen ist eine kleine Auseinandersetzung auf der Straße. Der Mann soll zunächst in der Bismarckstraße einen ihm unbekannten Autofahrer angepöbelt haben. Drei Afghanen, die sich in der Nähe aufgehalten hatten, griffen in die Situation ein und wiesen den Mann zurecht. Anschließend entfernten sich die Männer und gingen in einen Barbershop in der Nähe.

 
Start-ups von Frauen bekommen in Österreich fast kein Geld – was ist da los?
Nur 0,3 Prozent des Risikokapitals gehen an rein weibliche Gründerinnenteams. Eine neue Studie zeigt, dass die Schieflage immer größer wird

Das große Geld für Innovationen sehen in Österreich fast ausschließlich Männer. Denn während der Finanzierungsmarkt für Start-ups insgesamt stark schrumpft, zeigt die Verteilung der knappen Mittel immer deutlicher: Gründerinnen sind in Finanzierungsrunden mit Investorinnen und Investoren selten.

Und bei der Geldverteilung spielen rein weibliche Teams praktisch keine Rolle. Das belegen die diesjährigen Zahlen des "Female Start-up Funding Index Österreich 2025". Die Analyse berücksichtigt Start-ups mit Sitz in Österreich, die im Zeitraum Jänner bis Dezember 2025 eine Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen haben.

Die Untersuchung von der Unternehmensberatung Ernst&Young Österreich, gemeinsam mit der Organisation zur Förderung von Gründerinnen, Female Founders, und dem auf Frauenteams spezialisierte Venture-Capital-Fonds Fund F zeigt eine starke Konzentration des investierten Kapitals: 93 Prozent des Finanzierungsvolumens gingen an rein männliche Gründungsteams, 6,7 Prozent an gemischte Teams – und nur 0,3 Prozent an rein weibliche Teams.

 
Zurück
Oben