Doch während Huawei in den USA keine Geschäfte mehr macht und auch
in Europa zusehends Probleme bekommt, ist der Konzern selbst kaum bedroht. Afrika hat sich für die Chinesen als großer Markt entpuppt. Hier investiert China schon seit Jahren im Rahmen der „Neuen Seidenstraße“ Milliarden in Infrastrukturprojekte. Dazu gehört mittlerweile auch die digitale Ausrüstung. Bis heute hat nicht einmal die Hälfte der Afrikaner Zugang zum Internet. Wer zu den Glücklichen gehört, benutzt meist Mobilfunk dafür.
Huawei investiert massiv
Die Masten, Backbones und sogar Unterseekabel dafür liefert meist Huawei. In Afrika haben die Chinesen bis heute nicht einen einzigen Auftrag verloren. Südafrika,
Kenia und
Äthiopien sind etwa drei der wichtigsten Staaten, in denen der fernöstliche Netzwerkausrüster den digitalen Ausbau betreibt. Neben der Qualität der Produkte liefert China auch günstige Kredite staatlicher Entwicklungsbanken – sonst könnten sich die oft armen Länder den Ausbau gar nicht leisten.
Dazu kommt, dass Ausrüstung von Huawei oft preiswerter ist als selbige aus den USA und Europa. Zudem haben die Chinesen Erfahrung mit dem Mobilfunkausbau auch in wenig erschlossenen Gegenden. Und zu guter Letzt ist Huawei schon länger in Afrika aktiv als andere Ausrüster. Die Firma kann also von guten Erfahrungen mit einzelnen Staaten zehren. Die Analysefirma
World Wide Worx schätzt, dass schon 70 Prozent der afrikanischen Breitband-Infrastruktur von Huawei stammen. In 14 Ländern baut der Konzern sogar so genannte „Smart Cities“, in denen weitere Zukunftstechnologien getestet werden.
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Huawei aus Afrika zu verdrängen dürfte für die USA aber schwer werden. Die Dominanz auf dem Kontinent ist bisher zu groß. Vielleicht versuchen sie aber eine Taktik, die zuletzt
in Brasilien angewandt wurde: Dort versprachen die USA, den kompletten 5G-Ausbau zu bezahlen, wenn das Land Huawei aussperre. Auf einem ganzen Kontinent dürfte diese Strategie aber sehr teuer werden.