12.000 Straftaten von Ausreisepflichtigen in NRW: „Skandal, der immer größer wird“
Köln/Düsseldorf – Seit Wochen steht die Kölner Stadtverwaltung unter Druck. Nun gibt es neue Zahlen zur Coesfelder-Liste. Das zunächst lokale Problem der Stadt Köln, hat sich unterdessen auf ganz Nordrhein-Westfalen ausgeweitet. Das Landeskriminalamt (LKA) Nordrhein-Westfalen hatte bei der Überprüfung von rund 6.800 ausreisepflichtigen Migranten aus Westbalkanstaaten und dem Irak mindestens 12.000 Ermittlungsverfahren im Polizeisystem VIVA gefunden. Rund 2.100 der gelisteten Personen tauchen in Ermittlungsakten auf, berichtet der Kölner Stadt-Anzeiger unter Berufung auf Sicherheitskreise.
Unter den erfassten Ermittlungsverfahren befinden sich elf Straftaten gegen das Leben sowie zahlreiche Drogendelikte, Betrügereien, Einbrüche, bandenmäßige sowie Laden- und Taschendiebstähle, Raubüberfälle und Fälle gefährlicher Körperverletzung. Unklar ist noch, wie viele der Verfahren letztlich zu einem Schuldspruch führten. Eine genaue Aufschlüsselung der Fälle wird erst für die kommenden Tage erwartet.
Worum geht es bei der Kontroverse um die Coesfelder Liste?
Die „Coesfelder Liste“ ist eine Aufstellung von 471 ausreisepflichtigen Migranten aus Westbalkan-Staaten, die die Zentrale Ausländerbehörde (ZAB) des Landes Nordrhein-Westfalen mit Sitz in Coesfeld im November 2024 der Stadt Köln übermittelte. Ziel war es, für diese Personen Passersatzpapiere zu beschaffen, die eine wichtige Voraussetzung für Rückführungen in ihre Herkunftsländer sind. Die Stadt Köln lehnte das Angebot jedoch ab, obwohl auf der Liste auch einschlägig verurteilte Straftäter geführt wurden.
Nach einer größeren Kontroverse um die Coesfelder Liste wertete das Landeskriminalamt NRW nun im Auftrag der Landesregierung weitere Abschiebelisten aus: Von rund 6.800 erfassten ausreisepflichtigen Personen aus den Westbalkan-Staaten und dem Irak sollen gegen etwa 2.100 Ermittlungen laufen oder gelaufen sein.
Die Coesfelder Liste weitet sich aus. Das LKA NRW fand bei 6.800 Ausreisepflichtigen 12.000 Ermittlungsverfahren. Worum es bei der Kontroverse geht.
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