Marine Le Pen will das islamische Kopftuch ganz verbieten
Die Rechtspopulistin Marine Le Pen prescht vor: Gegen Einwände aus der eigenen Partei und auch von Fachleuten will sie im Fall ihres Wahlsieges das islamische Kopftuch komplett von der Straße verbannen
Sie gibt selber zu, das Problem sei "komplex". Nach langer Überlegung während der Sommerpause zündet Marine Le Pen dennoch eine politische Bombe: Wenn sie im kommenden Mai zur Staatspräsidentin gewählt werde, dann ordne sie eine Volksbefragung zur Bekämpfung der islamistischen Ideologie an, führte sie auf der Plattform X aus. Dazu gehöre eine Strafe für das Tragen des ihrer Meinung nach "islamistischen" Kopftuchs.
Frankreich tut sich seit 20 Jahren schwer mit der Hijab-Frage. Teilverbote gelten bereits für Schülerinnen oder Staatsbeamte; untersagt sind auch Ganzkörperbedeckungen wie die Burka. Le Pen will nun aber den "voile", wie die unter Musliminnen verbreitete Haarbedeckung in Frankreich genannt wird, gesamthaft, also auch auf Gehwegen, in Läden oder dem öffentlichen Verkehr verbieten. Wer sich nicht daran halte, werde eine Geldstrafe zahlen – "wie die Leute, die im Auto keine Gurte tragen", präzisierte Le Pens Vertrauter Jean-Philippe Tanguy.
Verbot nur für Muslime
Die 58-jährige Gründerin des Rassemblement National (RN) macht diesen Vorschlag nicht zum ersten Mal. Jetzt, da sie in allen Umfragen klar führt, wird sie aber ernst genommen. In Frankreich befürworten 60 bis 70 Prozent der Stimmberechtigten ein umfassendes Kopftuchverbot. Für sie fällt das Stück Textil nicht unter die Bekleidungsfreiheit, sondern in die Kategorie der religiösen Symbole. Neu ist, dass Le Pen gar nicht mehr so tut, als ginge es ihr um all diese Symbole: Jüdische Kippas oder christliche Kreuze sollen nicht unter das Verbot fallen, da sie den Islam allein im Visier hat.
Die Rechtspopulistin Marine Le Pen prescht vor: Gegen Einwände aus der eigenen Partei und auch von Fachleuten will sie im Fall ihres Wahlsieges das islamische Kopftuch komplett von der Straße verbannen
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