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Nachrichten wenn es mehrere Balkanstaaten betrifft

Wandel durch Handel stößt am Balkan an seine Grenzen
Die EInbindung der Volkswirtschaften der Beitrittskandidatenländer an den Binnenmarkt stockt, weil die Brüsseler Bürokratie sie überfordert. Die Forderung Österreichs und vier anderer Mitgliedstaaten, die Kandidaten an Teilen des Binnenmarktes schon vor EU-Mitgliedschaft teilnehmen zu lassen, wird das nicht beheben.

Beginnen wir mit der guten Nachricht: die EU ist auf dem Westbalkan eine Wirtschaftssupermacht – und ihr ökonomisches Gewicht ist im vergangenen Jahrzehnt fast überall gewachsen. Von 2014 bis 2024 stieg der Anteil von Direktinvestitionen aus der EU am jeweiligen Bruttoinlandsprodukt mit Ausnahme Serbiens in allen Kandidatenländern. In Albanien machen Investitionen von Unternehmen aus der EU 2,7 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. In Montenegro sind es gar 5,7 Prozent. Die Abwendung der illiberalen Regierung in Belgrad von der EU spiegelt sich auch darin wider, dass der Anteil der EU-Investitionen am serbischen BIP von 1,6 Prozent auf 0,4 Prozent absackte. China ist an die Stelle der Europäer getreten.

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EU zahlt Westbalkan-Förderung aus – Serbien und Bosnien gehen leer aus
Drei Westbalkan-Staaten kassieren frisches EU-Geld – zwei andere schauen vorerst in die Röhre. Der Grund liegt in unerfüllten Reformversprechen.

Die Europäische Kommission hat im Rahmen ihres Wachstumsplans für den Westbalkan neue Finanzmittel für drei Länder der Region freigegeben. Albanien erhält 49 Millionen Euro, Montenegro 44,2 Millionen Euro und Nordmazedonien 65,7 Millionen Euro. Grundlage für die Auszahlung ist der dritte Auszahlungsantrag der jeweiligen Länder sowie eine positive Bewertung der von ihnen umgesetzten Reformschritte – in Albanien und Montenegro in den Bereichen Wettbewerbsfähigkeit und Innovation, in Nordmazedonien in den Bereichen Bildung und Digitalisierung.

Ziele des Wachstumsplans
Der 2023 verabschiedete Wachstumsplan verfolgt laut Brüssel das Ziel, den Partnerländern des Westbalkans zentrale Vorteile einer EU-Mitgliedschaft bereits vor einem formellen Beitritt zugutekommen zu lassen. Konkret soll die Integration in den EU-Binnenmarkt vorangetrieben, die regionale wirtschaftliche Zusammenarbeit gestärkt und die Heranführungsfinanzierung ausgeweitet werden. All das soll sowohl den Erweiterungsprozess als auch das Wirtschaftswachstum in der Region beschleunigen.

 
Die USA kündigten eine bedeutende Kursänderung gegenüber dem Balkan an.
Die Vereinigten Staaten von Amerika geben die Politik des Staatsaufbaus und des Interventionismus auf dem Westbalkan auf und setzen stattdessen auf Zusammenarbeit, wobei der Schwerpunkt auf Bosnien und Herzegowina und der Umsetzung der südlichen Gasverbindung mit Kroatien liegt, so der Bericht der US-Regierung an den Kongress über ihre Beziehungen zum Westbalkan.

„Die Ära der amerikanischen Nation-Building-Politik ist beendet“, heißt es im Bericht des US-Außenministeriums an den US-Kongress. Dies bestätigt die Neuausrichtung der US-Regierung auf diese Region der Welt und verdeutlicht, dass ihre Politik nicht länger auf „Rettung oder Wiederaufbau“, sondern auf Stabilität und eine für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft ausgerichtet ist.

Weiter heißt es, dies impliziere die Übertragung von Verantwortung an lokale Akteure anstelle ausländischer Interventionen. „Die Regierung konzentriert sich darauf, lokale Akteure zu befähigen, ihre eigenen Herausforderungen zu bewältigen, anstatt die übermäßige Abhängigkeit von internationaler Intervention oder Aufsicht fortzusetzen“, so der Bericht.

Drei Prioritäten
Das Dokument definiert drei Hauptprioritäten der amerikanischen Politik: die Aufrechterhaltung der regionalen Stabilität, die Stärkung der wirtschaftlichen und energetischen Zusammenarbeit und die Bekämpfung des Einflusses Russlands und Chinas sowie der organisierten Kriminalität.

Im Abschnitt zu Bosnien und Herzegowina wird betont, dass die USA weiterhin zum Friedensabkommen von Dayton sowie zur Souveränität und territorialen Integrität des Landes stehen. Die Regierung erklärt, dass die amerikanische Diplomatie im Jahr 2025 dazu beigetragen habe, die schwerste politische Krise in Bosnien und Herzegowina seit dem Krieg von 1992–1995 zu beenden und gleichzeitig die verfassungsmäßige Ordnung und die rechtliche Einheit des Staates zu wahren. Damit wird offensichtlich auf die Krise angespielt, die durch das Urteil gegen Milorad Dodik und den Aufstand der Behörden der Republika Srpska ausgelöst wurde.

 
Kroatien oder Serbien: Wo lebt es sich 2026 wirklich besser? Der große Vergleich
„Bei uns daheim ist alles billiger.“ – „Aber dort verdient man auch nichts.“ Wer Wurzeln am Balkan hat, kennt dieses Tischgespräch. Es taucht beim Familienbesuch im Sommer auf, beim Telefonat mit der Tante in Belgrad und spätestens dann, wenn die Frage nach einer möglichen Rückkehr im Raum steht. Eine neue Vergleichsgrafik des kroatischen Portals Index.hr hat die Debatte zuletzt neu entfacht – und liefert harte Zahlen zu BIP, Gehältern, Lebensmittelpreisen und Infrastruktur.

KOSMO hat die Zahlen geprüft, mit aktuellen Daten von Eurostat, IWF, dem kroatischen Statistikamt (DZS) und dem statistischen Amt Serbiens (RZS) abgeglichen und für euch eingeordnet. Das Ergebnis ist überraschend differenziert.

Wirtschaftskraft: Kroatien holt EU-Geld – Serbien wächst schneller
Auf dem Papier hat Kroatien die Nase vorn. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für 2025 liegt bei rund 92,97 Mrd. €, Serbien folgt mit 88,67 Mrd. €. Der Abstand ist klein – wird aber dramatisch, sobald man auf die Einwohnerzahl umlegt:

BIP pro Kopf 2025: Kroatien 23.986 €, Serbien 13.355 €
Reale Kaufkraft (PPP) 2025: Kroatien 51.590 $, Serbien 32.720 $
Vergleich zum EU-Schnitt (Eurostat 2025): Kroatien erreicht 78 % des EU-Durchschnitts, Serbien 52 %.
Hinter diesen Zahlen steckt vor allem eines: die EU-Mitgliedschaft Kroatiens seit 2013 und die Euro-Einführung 2023. Brüsseler Strukturfonds, freier Marktzugang und Kapitalzuflüsse haben die kroatische Wirtschaft sichtbar gehoben. Serbien dagegen wächst aus eigener Kraft – und das zuletzt schneller: Das durchschnittliche BIP-Wachstum lag 2020–2025 bei rund 4 % pro Jahr, Kroatien kam zuletzt auf knapp 3,4 %.

Für die Diaspora heißt das: Wer im Heimatmarkt investieren will, findet in Serbien tendenziell mehr Aufholpotenzial, in Kroatien dafür mehr Stabilität und EU-Rechtssicherheit.

 
Grenzübergänge zwischen Kroatien und Bosnien sollen neu strukturiert werden
Ein Brückeneinsturz, monatelange politische Blockaden – und plötzlich geht alles ganz schnell. Kroatien und BiH ordnen ihre Grenze neu.

Die kroatische Regierung hat auf ihrer jüngsten Sitzung einen neuen Vertragsentwurf über Grenzübergänge mit Bosnien und Herzegowina auf den Weg gebracht. Das Vorhaben soll die bilateralen Beziehungen festigen, die Verkehrssicherheit verbessern und die Durchlässigkeit auf den europäischen Korridoren erhöhen. Kern des Entwurfs ist eine umfassende Neuordnung des Grenzübergangssystems sowie die Aufwertung einzelner Übergänge, um den Anforderungen der Bevölkerung und der Wirtschaft beider Länder besser gerecht zu werden.

Auf der 172. Sitzung der kroatischen Regierung am 28. Mai wurde ein Beschlussvorschlag zur Einleitung des Vertragsabschlussverfahrens behandelt. Dabei wurde in Erinnerung gerufen, dass das bestehende Regelwerk – ein Vertrag samt Abkommen aus dem Jahr 2013 – das Grenzüberquerungsregime an der gemeinsamen Grenze festlegt, die mit dem EU-Beitritt Kroatiens zur Außengrenze der Europäischen Union wurde. Damals wurden insgesamt 50 Grenzübergänge definiert: 25 für den internationalen Verkehr, 25 für den Grenzverkehr sowie 44 zusätzliche Übergangsstellen für Inhaber von Grenzausweisen.

 
Wie Trumps USA in den Energiesektor am Balkan vorstoßen – auch aus geopolitischen Gründen
Seit Donald Trump an der Macht ist, unterschreiben viele südosteuropäische Staaten Lieferverträge für amerikanisches Flüssiggas. US-Firmen bauen Gaskraftwerke und kaufen Ölraffinerien.

Der amerikanische General und der bosnische Extremist verstehen einander bestens. Vergangene Woche fand ein "Gipfeltreffen zu Wirtschaft und Sicherheit" in Banja Luka statt. Organisator war das Gold Institute for International Strategy des amerikanischen Ex-Generals Michael Flynn. Wichtigster Gast war der Separatist und Chef der größten bosnisch-serbischen Partei SNSD, Milorad Dodik.

Auf der Einladung wurde Dodik "Präsident" des bosnischen Landesteils Republika Srpska (RS) genannt, obwohl er dieses Amtes vergangenen August wegen Verfassungsbruchs enthoben wurde. Aber Flynn hatte Dodik, zumindest auf der Einladung, wieder im Amt installiert. Die US-Regierung unter Donald Trump kuschelt mit dem Kreml-Freund. Millionen Euro an Lobbying-Geldern der RS landen bei Trumps Freund Flynn; laut dem US-Justizministerium beträgt das Honorar rund 100.000 Dollar monatlich.

Fragwürdige Partnerschaft
Bei der Veranstaltung ging es um Investments, von denen beide Seiten profitieren sollen – finanziell die Freunde von Trump, politisch das faktisch weiterhin existierende Regime von Dodik. Die US-Sanktionen gegen ihn wurden bereits vergangenen Oktober aufgehoben.

Einer der Deals in Bosnien: Flynns Bruder, Joseph Flynn, wird mit dem Unternehmen AAFS Infrastructure and Energy als Hauptkonzessionär eine Pipeline bauen, mit der künftig US-Flüssiggas ins Land gebracht werden soll. Für AAFS arbeitet auch Jesse Binnall – er vertrat Trump als Rechtsanwalt." Auch drei Gaskraftwerke wollen die Amerikaner bauen: eines in Tuzla, eines in Kakanj und eines in Mostar.

 
Neues EU-System sorgt für Grenzchaos auf dem Balkan
Ein neues EU-Zollsystem, eine unvorbereitete Grenze – und Tausende Fahrer stecken seit Tagen fest. Der Stau hat längst System.

An den Grenzübergängen zwischen Bosnien-Herzegowina und Kroatien hat sich der Verkehr in den vergangenen Tagen zu einem handfesten Chaos entwickelt. Kilometerlange LKW-Kolonnen blockieren die Übergänge, Fahrer harren seit Tagen in ihren Kabinen aus – erschöpft, ohne Versorgung, ohne Perspektive auf Besserung.

Auslöser ist die Einführung des neuen EU-Zollsystems NCTS 6 (digitales Zolltransit-System), das Kroatien seit Sonntag, 18 Uhr, in Betrieb genommen hat. Das Problem: Das System wurde offenbar nicht ausreichend getestet, bevor es scharf geschaltet wurde. An den Übergängen Gradiška und Izačić steht der Verkehr seither vollständig still. In Gradina und Velika Kladuša passiert im Schnitt alle eineinhalb Stunden ein einziger LKW die Grenze.

Stimmen aus der Branche
Nikola Grbic, Vorsitzender des Transportunternehmerverbands der Republika Srpska, findet dafür deutliche Worte: „So etwas gibt es nicht einmal in Guinea-Bissau. Ich fahre seit Jahren nach Albanien – dort ist in fünf Minuten alles erledigt, rund um die Uhr. Ich schicke die Papiere per E-Mail aus Banja Luka, komme an der albanischen Grenze an, und alles ist bereits fertig. Was läuft hier in Bosnien-Herzegowina falsch? Man sagt, es fehlt an Personal, die Fahrer laufen davon, die Wirtschaft geht den Bach runter – gibt es in diesen Institutionen irgendjemanden mit Verstand, der mit der EU verhandelt und endlich etwas unternimmt?“

 
Zurück auf den Balkan: AMS-Geld & Förderungen 2026 – der Rückkehrer-Guide
Drei Länder, drei völlig unterschiedliche Regelwerke. Wer von Österreich aus nach Kroatien zieht, kann sein Arbeitslosengeld einfach mitnehmen – aber nur, wenn er weiß, wie. Wer dagegen nach Bosnien oder Serbien geht, kann das nicht. Dafür bekommt er anderes Geld, das in Kroatien wiederum niemand zahlt. Die KOSMO-Redaktion hat sich durch die EU-Verordnungen, die bilateralen Abkommen Österreichs mit BiH und Serbien sowie die nationalen Rückkehrer-Programme gearbeitet. Außerdem haben wir alle Regeln, Fristen und Geldbeträge in einem Leitfaden zusammengeführt.

PDU2 ist ein EU-Formular vom AMS. Es überträgt das österreichische Arbeitslosengeld nach Kroatien oder in einen anderen EWR-Staat. Außerdem gilt es für drei Monate und lässt sich auf sechs Monate verlängern.
PDU1 bestätigt deine in Österreich gesammelten Versicherungs- und Beschäftigungszeiten. Zudem ist es Pflicht für die kroatische Rückkehrer-Förderung „Biram Hrvatsku“.
Wichtige Fristen: vier Wochen AMS-Vormerkung vor der Ausreise, sieben Tage Anmeldefrist beim kroatischen Arbeitsamt nach der Ausreise, 30 Tage Anmeldefrist beim Arbeitsamt in BiH oder Serbien.
Kroatien zahlt über „Biram Hrvatsku“ 7.000 Euro Pauschale und zusätzlich bis zu 20.000 Euro Förderung für Selbstständige – in Summe also bis zu 27.000 Euro.
Bosnien vergibt Förderungen über FMROI und MHRR, vor allem für Wohnbau, Landwirtschaft und kleines Gewerbe.
Serbien gewährt 70 Prozent Steuer- und Beitragsrabatt für fünf Jahre, falls man hochqualifiziert ist. Dazu gibt es Beratung und bis zu 7.000 Euro Zuschuss über die NGO Tačka povratka.
PDU2 funktioniert nicht in BiH oder Serbien – denn diese Länder gehören nicht zum EWR. Pensions- und Krankenversicherungsansprüche aus Österreich bleiben trotzdem über bilaterale Abkommen erhalten.
Warum so viele Rückkehrer:innen leer ausgehen
Jedes Jahr kehren mehrere zehntausend Menschen aus der Balkan-Diaspora in die alte Heimat zurück. Dabei verzichtet ein großer Teil von ihnen unbeabsichtigt auf Geld, das ihnen rechtlich zusteht. Denn niemand erklärt beim AMS-Termin in Wien oder Linz von sich aus, welche Ansprüche bei der Rückkehr auf den Balkan gelten. Außerdem sind die Regeln zwar klar geregelt – aber kompliziert verstreut: in EU-Verordnungen, bilateralen Abkommen und nationalen Förderprogrammen.

 
EU verspricht Tempo bei Erweiterung
Nach zwei Jahrzehnten schleppender Fortschritte wollen die EU-Staaten bei der Annäherung der Westbalkan-Staaten endlich Tempo machen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zeigte sich am Freitag zuversichtlich, „dass unsere Europäische Union in den nächsten Jahren wachsen wird“. Aussichtsreichster Kandidat ist Montenegro.

Zum Westbalkan gehören Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien. Alle sechs bewerben sich seit vielen Jahren um eine Mitgliedschaft in der EU. Für Montenegro sei das Beitrittsdatum 2028 „in Reichweite, und ich hoffe, dass Albanien schnell folgen wird“, sagte von der Leyen bei einer Konferenz von EU- und Westbalkan-Staaten im montenegrinischen Küstenort Tivat.

Der Erweiterungsprozess bleibe weiterhin leistungsbasiert, „aber er muss dynamischer werden“, sagte die Kommissionspräsidentin. „Leistungsbasiert heißt nicht langsam, es heißt fair und vorhersehbar.“ Daher wolle sich die Europäische Union auf eine Strategie festlegen, „die Reformen mit tatsächlicher Integration belohnt“.

Ausschüttung von Fördermitteln geplant
Deutschland und Frankreich hatten vor dem Gipfel einen Plan für den Erweiterungsprozess vorgelegt. Unternehmen des Westbalkan sollen in einzelnen Bereichen Zugang zum EU-Binnenmarkt erhalten, wenn die betreffenden Staaten die dafür vorgesehenen Reformen durchführen.

 
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