Fortschritt bei russischer Konkurrenz für F-22: „Ein großes Geheimnis“
Bei der Entwicklung eines neuen Triebwerks für seinen Kampfjet der 5. Generation ist Russland einen wichtigen Schritt weiter gekommen. Das Triebwerk soll seinem US-Pedant nicht unterlegen sein. Die beiden Länder sind die Spitzenreiter auf diesem Gebiet und setzen ihre Forschungen intensiv fort. Ein Experte klärt auf.
Der erste Prüfstandlauf des sogenannten Erzeugnisses 30, bei dem es sich um einen Triebwerks-Demonstrator für den russischen Kampfjet T-50 handelt, hat im Ljulka-Konstruktionsbüro stattgefunden, wie die Onlinezeitung vz.ru berichtet.
Sobald die T-50 ein solches Triebwerk bekommt, kann sie ohne jeglichen Vorbehalt als Kampfjet der 5. Generation gelten. Das gegenwärtige Triebwerk der Maschine gilt als Zwischenlösung.
Der russische Flugzeugexperte Oleg Pantelejew erläuterte für vz.ru: „In der Sowjetunion waren viele perspektivische Maschinen mit Übergangs-Triebwerken in den Himmel gestiegen, die von ihren Vorläufern stammten. Das wurde getan, um mit Tests anzufangen und jene Baugruppen zu prüfen, die nicht vom Triebwerk abhingen.“
Nur mit dem neuen Triebwerk wird es jedoch laut Pantelejew möglich sein, alle Anforderungen an den Kampfjet der 5. Generation zu erfüllen, deshalb ist die Entwicklung dieses Triebwerks äußerst wichtig: „Damit wird der russische Flugzeugbau in Sachen Forschung und Industrie einen qualitativen Durchbruch erzielen. Von seinen Parametern her soll dieses Triebwerk laut Ankündigungen nicht schlechter sein als die Triebwerke des US-Kampfjets F-22. Hoffentlich kommt es dazu.“
Mit dem neuen Triebwerk soll die T-50 in der Lage sein, Überschall-Flüge ohne Nachbrennen zu absolvieren. Der Kampfjet soll in Sachen Schubleistung effizienter werden, aber auch schwerer zu orten. Das neue Triebwerk ist außerdem sicherer, konstruktiv simpler und leichter zu kontrollieren, wie der Experte weiter erläuterte.
Derzeit verfügen nur die Vereinigten Staaten über Kampfjets der 5. Generation mit entsprechenden Triebwerken. Was die Entwicklung leistungsstarker Triebwerke für Jagdflugzeuge generell betrifft, hatten die USA und die Sowjetunion sich zuvor ein Kopf-an-Kopf-Rennen auf diesem Gebiet geliefert.
„Chinesische Entwicklungen orientierten sich wesentlich an jenem Technologiestand, den die Chinesen anhand der ihnen gelieferten Flugzeuge studieren konnten. Mit anderen Worten: Was sie abgeguckt hatten, konnten sie nachbauen. Es gibt Hinweise darauf, dass es China bisher nicht gelang, die Fragen um Sicherheit und hohe Lebensdauer von Triebwerken vollständig zu lösen“, so Pantelejew.
Er betonte: „Durch bloßes Kopieren von Abmessungen und Erscheinungsbild ist es unmöglich, dieselben Parameter zu erzielen. Hatte es zuvor genügt, ein Erzeugnis sorgfältig auszumessen, um es dann nachzubauen, so ermöglichen derzeit Werkstoffe und Produktionstechniken von Einzelteilen, die Parameter der jeweiligen Baugruppe um Dutzende Prozente oder manchmal sogar auf das Mehrfache zu erhöhen. Auch verschiedene Beschichtungen leisten ihren Beitrag. All dies ist ein großes Geheimnis und Gegenstand ernsthafter Forschungen russischer und US-Hersteller.“
https://de.sputniknews.com/technik/20161121313442911-t-50-vs-f-22/