„Wir sind alle verpflichtet, Israel zu schützen. Auch wir Drusen“
Die Minderheit der Drusen ist eine verschlossene Glaubensgemeinschaft, die in mehreren Ländern im Nahen Osten zu Hause ist. Ihr Oberhaupt, Scheich Muwafak Tarif, positioniert sich klar an der Seite Israels. Im Interview erklärt er, wie eine Friedenslösung aussehen könnte.
Die Religion der Drusen gilt als geheim, die meisten Bräuche sind nur den Mitgliedern der Glaubensgemeinschaft bekannt. In ihr vermischen sich Bestandteile des Hinduismus und der klassischen griechischen Philosophie, doch abgeleitet ist sie aus dem schiitischen Islam. Drusen bleiben immer unter sich, konvertieren kann man nicht. Sie leben streng endogam, heiraten also nur innerhalb ihrer Gemeinschaft, die vor allem im Nahen Osten lebt. Scheich Muwaffak Tarif ist das spirituelle Oberhaupt der Drusen in Israel.
WELT: Scheich Muwaffak Tarif, als kleine arabischsprachige Minderheit leben rund 150.000 Drusen in Israel, mehr als 600.000 in Syrien und etwa 250.000 im Libanon. Hatten Sie nie den Anspruch, als Nation in einem eigenen Staat zu leben?
Muwaffak Tarif: Ich betrachte mich als Diener der drusischen Gemeinschaft, egal, wo sie sich aufhält. Wir als Religionsgemeinschaft machen uns nicht an Zahlen fest. In Israel leben rund 150.000 Drusen, das ist richtig. Unser Einfluss dort ist aber groß, wir könnten also genauso gut drei Millionen sein (lacht). Egal, wo wir leben – im Libanon, in Jordanien, in Syrien und selbst hier in Deutschland –, wir fühlen uns als Teil des jeweiligen Landes. Wir sind dem Staat gegenüber loyal, in dem wir leben.
Die Minderheit der Drusen ist eine verschlossene Glaubensgemeinschaft, die in mehreren Ländern im Nahen Osten zu Hause ist. Ihr Oberhaupt, Scheich Muwafak Tarif, positioniert sich klar an der Seite Israels. Im Interview erklärt er, wie eine Friedenslösung aussehen könnte.
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