„Peinlich, entwürdigend“ und unnötig: Heftige Reaktionen auf Trumps Militär-Rede in den USA
Mit martialischer Rhetorik schwor Pentagon-Chef Pete Hegseth das US-Militär auf einen Krieg ein. Aus den eigenen Reihen kommt dafür scharfe Kritik.
Washington – Die Rede hat für weltweite Schlagzeilen gesorgt: US-Verteidigungsminister Pete Hegseth forderte am Dienstag (30. September) an der Marine Corps University in Quantico im Bundesstaat Virginia hochrangige Militärs dazu auf, sich auf einen Krieg einzustellen. Präsident Donald Trump stimmte zu und sprach vor den versammelten Generälen und Admiralen von einem „Krieg von innen“, der in vielen US-Großstädten geführt werden müsse. Er warf den „radikalen linken Demokraten“ vor, Städte wie San Francisco, Chicago, New York und Los Angeles zu „unsicheren Orten“ gemacht zu haben – und das, obwohl laut der Nachrichtenwebsite Axios 13 der 20 US-Städte mit den höchsten Mordraten in republikanisch regierten Bundesstaaten liegen.
Doch damit nicht genug: Die Streitkräfte müssten „Jahrzehnte des Niedergangs“ rückgängig machen, sagte Hegseth. Alle Programme für Gleichstellung und gegen Diskriminierung würden abgeschafft. Zudem erklärte er: „Es ist völlig inakzeptabel, fette Generäle und Admirale in den Hallen des Pentagons zu sehen.“
Reden von Trump und Hegseth sorgen für Kopfschütteln
Drei hochrangige Verteidigungsbeamte, die anonym mit The Intercept sprachen, nannten die Auftritte von Hegseth und Trump „peinlich“ und „entwürdigend“. Einer von ihnen verwies offen auf den 25. Verfassungszusatz, der die Amtsunfähigkeit eines Präsidenten regelt. Auch andere Medien sprachen mit Militärs: „Das hätte auch eine E-Mail sein können“, zitierte Politico einen Verteidigungsbeamten.
Kritik kam nicht nur von anonymen Offiziellen: Die demokratische US-Senatorin Tammy Duckworth forderte Aufklärung über die immensen Kosten der Veranstaltung. Zudem bezeichnete sie Hegseth als „den am wenigsten qualifizierten Verteidigungsminister der Geschichte“.
Nach den Reden von Donald Trump und Pete Hegseth herrscht Fassungslosigkeit im US-Militär. Verteidigungsbeamte reagieren mit scharfer Kritik.
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