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US-News

Amerika hat Trump satt, seine Grausamkeit noch lange nicht
Die Umfragen vor den Midterms lesen sich für Donald Trump und seine Partei wie ein Abriss. Seine Zustimmung ist in die niedrigen 30 Prozent gefallen, getrieben vor allem von den eigenen Leuten. Lag die Billigung unter Republikanern früher in den hohen 80ern oder niedrigen 90ern, steht sie jetzt bei etwa 70 Prozent. Dahinter stehen die Preise und die Lebenshaltungskosten, dazu eine Führung, die niemanden mehr überzeugt. Eine Mehrheit versteht die Wahl als Abstimmung über Trump, der nicht auf dem Zettel steht, die Unabhängigen am deutlichsten. Im Rennen um den Kongress führen die Demokraten, je nach Umfrage mit 12 Punkten bei den registrierten und 11 bei den wahrscheinlichen Wählern.

Die Gesamtbilanz fällt entsprechend brutal aus: 33 Prozent Zustimmung, 63 Prozent Ablehnung. Das ergibt eine Nettobewertung von etwa minus 30 Punkten und ist der schlechteste Wert seit Beginn dieser Umfragereihe im Mai 2025. Zum ersten Mal liegt Trump unter 35 Prozent Zustimmung, zum ersten Mal über 62 Prozent Ablehnung. Im August lag seine Nettobewertung noch bei minus 24. Besonders schwer wiegt, dass auch sein wichtigstes Alltagsthema kollabiert: Bei Preisen und Inflation kommt Trump inzwischen auf minus 54, mit nur 21 Prozent Zustimmung und 75 Prozent Ablehnung. Die Umfrage zeigt damit keinen einzelnen schlechten Monat, sondern einen Präsidenten, dessen Zustimmung gleichzeitig insgesamt und bei einem der für die Wähler wichtigsten Themen auf neue Tiefstände fällt.

Zur Einordnung: Die blaue Welle von 2018 brachte den Demokraten landesweit 8,6 Prozent Vorsprung im Repräsentantenhaus, 2008 waren es 10,6, unter einem republikanischen Präsidenten, so beliebt wie Trump, mitten in der großen Rezession und einem zerfasernden Irakkrieg. Damals holten die Demokraten 257 Sitze gegen 178. Im guten Nachrichtenstrom steckt eine Zumutung. Trumps brutalste Politik bleibt bei seiner Basis beliebt, und sie zieht auch im übrigen Land. Bei den Abschiebungen geben Umfragen den Republikanern ein Punkt Vorsprung, bei Kriminalität und öffentlicher Sicherheit 5. An der Grenze sind es 11. Zustimmung für das Gewalttätigste, was diese Regierung zu bieten hat.

 
Kimberly Guilfoyle, die Trump-Vertraute, vor der Regierungen zittern sollten
Die ehemalige Fox-Moderatorin und US-Botschafterin in Griechenland hat angeblich den Sturz der rumänischen Regierung mit Washingtoner Beteiligung angekündigt

Kimberly Guilfoyle sorgt ein weiteres Mal für Schlagzeilen. Die von Präsident Donald Trump nach Griechenland entsandte US-Botschafterin sprach offenbar im März mit dem griechischen Energieminister Stavros Papastavrou über den möglichen Sturz der rumänischen Regierung und soll dabei eine Involvierung Washingtons angedeutet haben. "Wir können das in jedem Land tun, in dem wir wollen", sagte sie dem Wall Street Journal zufolge. "Auch hier." Tatsächlich fiel die proeuropäische liberale Regierung kurz danach durch ein Misstrauensvotum.

Die 1969 in San Francisco Geborene hat jedenfalls einen politischen Seitenwechsel vollzogen: Die studierte Juristin war Anfang der Nullerjahre für den Sender CNN tätig und mit Gavin Newsom verheiratet, damals demokratischer Bürgermeister von San Francisco und heute Gouverneur von Kalifornien. 2006 ließen sie sich scheiden und Guilfoyle begann bei Fox News.

Ihre Zeit bei dem Trump-freundlichen Sender endete allerdings 2018, nachdem mehrere Anschuldigungen sexueller Belästigung bekannt wurden. Unter anderem soll sie einer Mitarbeiterin Fotos von Genitalien von Männern gezeigt haben, mit denen sie Sex hatte. Zwei Jahre später, als Leiterin von Trumps Fundraising-Team, hat sie laut Politico potenziellen Trump-Spendern unangenehme Witze über ihr Sexleben erzählt und dem höchsten Bieter einen Lapdance angeboten. Sie wurde als "unprofessionell", das von ihr geführte Team als "HR-Albtraum" bezeichnet.

Keine diplomatischen Vorkenntnisse
Von 2006 bis 2009 war Guilfoyle mit dem Geschäftsmann Eric Villency verheiratet, mit dem sie auch einen gemeinsamen Sohn hat. Von 2018 bis 2022 war sie mit Donald Trump Jr. zusammen, dem Sohn des US-Präsidenten und CEO der Trump-Unternehmensgruppe. Nach dem Ende der Beziehung blieb sie im nahen Umfeld und Beraterstab von Donald Trump und wurde 2025 schließlich als Botschafterin nach Griechenland entsandt – ohne jegliche diplomatische Vorkenntnisse. Schon lange wird darüber spekuliert, dass sie den politischen Posten im Ausland nur bekommen hat, um der neuen Ehe von Donald Trump Jr. nicht zu schaden.

 
Panischer Trump zieht alle Register, um Wahl zu beeinflussen
Trump und seine Partei sind vor den Midterms in Panik. Weil sie die Wahl zu verlieren drohen, zieht der US-Präsident alle Register. Selbst ICE-Mitarbeiter an den Wahlurnen sind denkbar.
Amerika fiebert. Am 3. November wird gewählt: alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus, 35 von 100 Senatssitzen und 36 Gouverneursposten. Werden die Wahlen frei und fair?

Ich fürchte: Die größte Gefahr ist nicht der Wahlbetrug, vor dem Donald Trump ständig warnt, sondern der US-Präsident, der ihn inszeniert.

Für Trump steht alles auf dem Spiel: Seine Zustimmungswerte liegen bei 33 Prozent, dem Rekordtief seiner zweiten Amtszeit. 71 Prozent der Amerikaner nehmen ihm übel, dass er seine wichtigsten Wahlversprechen nicht eingelöst hat: Benzin und Burger sind teurer denn je, 3 Millionen Dokumente der Epstein-Akten nach wie vor geheim, und Trumps Obsession mit seinen Eitelkeits-Projekten wie seinem überdimensionalen Ballsaal nervt selbst seine treuesten Fans.

Trump zieht alle Register, um Wahlen zu beeinflussen
Er ist erkennbar in Panik. Bisher konnte er durchregieren, weil seine Partei die Mehrheit im Senat und Kongress stellt. Wenn die Republikaner im November sowohl den Senat als auch den Kongress verlieren, kann er seine Agenda für die letzten beiden Jahre seiner Amtszeit wegwerfen.

Also zieht Trump alle Register, die Wahlen zu beeinflussen, legale und illegale. Bei einem „Trumpapalooza“-Auftritt in Dallas rief er seine Anhänger zum Betrügen auf („Cheat like hell!“) und versprach sogar, jeder Amerikaner werde 5000 Dollar erhalten, wenn die Republikaner die Midterms gewinnen.

 
Tödliche ICE-Razzien in Minnesota: Familie klagt
Rund neun Monate nach dem gewaltsamen Tod der US-Bürgerin Renee Good in Minneapolis zieht die Familie gegen die Verantwortlichen der Abschiebepolitik vor Gericht.

Die Hinterbliebenen um Goods Bruder Brent Ganger reichten heute eine Klage gegen die US-Regierung ein und eine weitere gegen führende Funktionäre der Migrationspolitik – darunter Stephen Miller, Vizestabschef von Präsident Donald Trump, sowie Kristi Noem, die damals das Heimatschutzministerium führte, dem auch die Abschiebebehörde ICE untersteht.

Als Teil der rigorosen Abschiebepolitik der Trump-Regierung hatte das Heimatschutzministerium im Dezember Tausende teils bewaffnete und vermummte Einsatzkräfte in den Bundesstaat Minnesota entsandt.

Erhebliche Kritik an US-Regierung
Bei Razzien der „Operation Metro Surge“ im Jänner wurden dann die US-Bürgerin Renee Good und der US-Bürger Alex Pretti erschossen. Das sorgte für einen landesweiten Aufschrei und erhebliche Kritik am Vorgehen der US-Regierung.

 
Supreme Court prüft Trumps Haftpolitik - Millionen Einwanderer könnten betroffen sein
Der Supreme Court will prüfen, ob Einwanderer, die bereits in den USA leben, während eines Abschiebeverfahrens ohne Anhörung über eine mögliche Freilassung in Haft bleiben dürfen. Die Trump-Regierung hält diese verpflichtende Inhaftierung für rechtmäßig und beruft sich auf ein Gesetz von 1996. Mehrere Berufungsgerichte sehen das anders und halten Haft ohne Kautionsanhörung für rechtswidrig, während der 5. und 8. Bundesgerichtsbezirk Trumps Linie stützen. Im konkreten Fall geht es um den Brasilianer Ricardo Aparecido Barbosa da Cunha, der seit rund 20 Jahren in den USA lebt, nie wegen einer Straftat angeklagt oder verurteilt wurde und seit seiner Festnahme 2025 ohne Kautionsanhörung in Haft sitzt. Die ACLU warnt, dass nach der neuen Auslegung der Regierung Millionen Nichtstaatsbürger betroffen sein könnten, egal wie lange sie schon im Land leben. Die Entscheidung des Supreme Court könnte damit einen zentralen Teil von Trumps Abschiebepolitik festschreiben oder begrenzen.
 
Erschossen im eigenen Auto danach zur Terroristin erklärt – Familie von Renee Good verklagt amerikanische Regierung
Am Donnerstag hat die Familie von Renee Good die amerikanische Regierung verklagt, dazu die führenden Köpfe hinter Donald Trumps Abschiebeoffensive. Nach den tödlichen Schüssen eines Bundesbeamten im Januar sei „jetzt absolut der Zeitpunkt für Rechenschaft“, erklärten ihre Angehörigen. Goods Partnerin Becca Good und ihr Bruder Brent Ganger werfen der Regierung und dem ICE-Beamten Jonathan Ross, der in ihren Geländewagen schoss, eine ungerechtfertigte und unverhältnismäßige Gewaltanwendung vor.

Die Schüsse fielen am 7. Januar, als in Minneapolis Proteste gegen Einwanderungsrazzien aufflammten. Becca und Renee Good hatten ihr Auto angehalten, um Nachbarn während eines Einsatzes der Einwanderungsbehörde beizustehen. Videos von Augenzeugen zeigen Renee Good am Steuer eines roten Geländewagens, der die Straße zum Teil blockierte. Sie hupte mehrmals. zwei Beamte stiegen aus, die Gesichter bedeckt, einer befahl ihr auszusteigen. Sie setzte kurz zurück und drehte das Lenkrad, während der Ruf „Steigen Sie aus dem Auto“ erneut kam. Becca Good stand auf der Straße und rief „Fahr, Baby, fahr“. Der Beamte vor dem Wagen zog die Waffe und schoss durch die Windschutzscheibe. Er wich zurück, der Wagen drehte von ihm weg. Dicht am geöffneten Fahrerfenster gab er zwei weitere Schüsse ab und traf Renee Good tödlich, wie die Auswertung der Videos ergab.

 
John Roberts kaufte ein Inselhaus ohne Fähre, seine Urteile und das Geld seiner Frau holen ihn ein
An diesem abgelegenen Küstenstreifen Maines, wo jeder Tag wie ein Bild aus Licht und Wasser wirkt, ist der Oberste Richter der Vereinigten Staaten für viele einfach „John“. John, der über 20 Sommer auf Hupper Island verbracht hat, einem Rückzugsort rund 90 Meilen nordöstlich von Portland, ohne Autos, mit kaum zwei Dutzend Häusern. John, der mit Nachbarn Gefälligkeiten tauscht und ihren Spott über seine Bootskünste erträgt. Und John, der am Morgen auf dem Dock von Port Clyde saß, gegenüber der Insel, bei Kaffee und Zimtschnecke.

Lange war sein Leben hier eine Abfolge von Eintopf und leichten Freundschaften, so erzählten es in einem Sommer mehr als zwei Dutzend Einwohner. In den letzten Jahren hat der Oberste Gerichtshof das Leben der Amerikaner umgepflügt und Präsident Trump immer mehr Macht zugeschanzt. Mit den Urteilen wuchs hier ein sehr persönlicher Zorn auf den Mann, der sie mitträgt.

Seine Sommerfrische ist zum Streitfall geworden. Nachbarn gehen aufs Wasser und nennen sich „Kajak-tivisten“, bilden Flottillen vor seinem Inselhaus und halten wasserfeste Schilder hoch. Ein Kolumnist der Gegend empfahl, ihm den Mittelfinger zu zeigen. Selbst alte Freunde, die niemals mitpaddeln würden, ziehen sich aus Kummer über seine Entscheidungen zurück, besonders über das Urteil von 2024, das dem Präsidenten weite Immunität vor Strafverfolgung zusprach. Heute umgibt ihn weit mehr Sicherheitspersonal als früher.

 
Richter Todd Edelman macht Schluss mit Trumps Reflecting-Pool-Fall - Anklage gegen Ex-Olympioniken endgültig vom Tisch

Richter Todd Edelman in Washington hat das Verfahren gegen den früheren Olympioniken David Hearn endgültig eingestellt. Die Einstellung erfolgte „with prejudice“, womit die Staatsanwaltschaft die Anklage nicht einfach erneut einreichen kann. Hearn war beschuldigt worden, den Reflecting Pool beschädigt zu haben. Neue Unterlagen des Innenministeriums zeigten jedoch, dass der Schaden offenbar durch eine misslungene Installation eines Auftragnehmers entstand. Staatsanwältin Jeanine Pirro hatte den Fall deshalb bereits Ende Juli fallen gelassen. Trump griff sie danach öffentlich an und behauptete trotzdem weiter, Hearn habe den Schaden verursacht.
 
„Guter Job, schlechte PR“: Trump startet Wahlkampftour zu wichtigen Midterms
US-Präsident Donald Trump gab sich zum Wahlkampfauftakt in ehemaliger Republikaner-Hochburg Texas ungewohnt selbstkritisch.
Gut einen Monat vor den wichtigen Parlamentswahlen hat US-Präsident Donald Trump eine Wahlkampfoffensive gestartet und dabei zumindest in einer Hinsicht auch selbstkritische Töne geäußert.

Bei einer Rede vor Mitarbeitern eines Lastwagen-Herstellers im texanischen Denton ließ er erkennen, dass er sich seiner seit längerem schlechten Beliebtheitswerte bewusst zu sein scheint.

Zwar pries er wie üblich seine eigene Politik in höchsten Tönen. Gleichzeitig betonte er aber auch, dass die Öffentlichkeitsarbeit schlecht laufe. Man leiste „phänomenale Arbeit“, verkaufe diese aber vielleicht nicht gut, sagte der US-Präsident.

Bereits zuvor betonte Trump vor Reportern, dass er in den verbleibenden Wochen vor den sogenannten Midterms durchs Land reisen und Wahlkampf betreiben werde. Sein Auftritt in Denton markierte den Auftakt dazu, noch am selben Abend (Ortszeit) reiste Trump dafür zudem in den US-Bundesstaat Oklahoma. An diesem Freitag geht es weiter nach Alabama, am Samstag nach Ohio.


 
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