Amerika, Amerika ist abgebrannt
Während die Technologiebörsen abstürzen und das Pentagon achtzig Milliarden für seinen Krieg verlangt, bewacht die Nationalgarde einen grün gewordenen Teich und verhaftet, wer ihn berührt!
Am Fuß des Lincoln Memorial liegt ein Wasserbecken, das blau sein sollte. American flag blue, dieses eine Blau hatte der Präsident persönlich ausgewählt, und mit vierzehn Millionen Dollar ließ er das lange Becken am National Mall neu auskleiden, damit es zum zweihundertfünfzigsten Geburtstag der Republik glänze wie ein frisch lackiertes Versprechen. Es glänzt nicht. Wochen nachdem er die Arbeiten für vollendet erklärt hatte, kippte das Becken ins Giftgrün, eine Algenblüte, wie sie diesen Teich seit hundert Jahren heimsucht, und die Beschichtung, die für die Ewigkeit gedacht war, löste sich in Fetzen und trieb auf dem Wasser. Reporter sahen Stücke schwimmen, manche über einen halben Meter groß. Das ist, in einem einzigen Bild, der Zustand des Landes. Etwas wird zur Vollendung erklärt, ehe es fertig ist, in einer Farbe, die niemand verlangt hat, und dann zeigt das Wasser, was die Rede behauptet hatte.
Was danach geschah, ist die eigentliche Lehre. Statt den Pfusch einzuräumen, erklärte der Präsident das Becken zum Tatort. Kranke, gestörte Menschen hätten es verwüstet, schrieb er, ein neunzig Meter langer Riss sei hineingeschnitten und Chemikalien illegal eingeleitet worden, und während Fachleute mit Ozon und winzigen Bläschen gegen die Algen ankämpften, zog die Nationalgarde am Rand des Beckens auf. Fünf Personen seien verhaftet, fünf weitere verdächtig. Einer von ihnen, David Hearn, siebenundsechzig Jahre alt, aus Maryland, einst Kanute bei Olympischen Spielen, hatte nichts weiter getan, als sich zu bücken und die sich ablösende Beschichtung zu befühlen. Gummiartig habe sie sich angefühlt, sagte er später, er sei eben ein neugieriger Bürger. Fünf Stunden hielt man ihn fest. Es ist nicht einmal ersichtlich, gegen welches Gesetz ein Mensch verstößt, der in einen Teich greift. Doch das ist die Stelle, an der die Farce in etwas Kälteres umschlägt. Ein Staat, der seinen eigenen Fehler nicht erträgt, braucht Schuldige, und wo es keine gibt, erfindet er sie und stellt Soldaten an ein Planschbecken.
Man könnte darüber lachen, wäre es ein Einzelfall. Es ist keiner. Am selben Tag, an dem Truppen das grüne Becken bewachten, fielen an der Wall Street die Kurse, und wieder riss die Technologie alles mit nach unten. Die Terminkontrakte auf den Nasdaq verloren 2,6 %, nachdem sie tags zuvor schon ein Komma 3 % gefallen waren. Die Chiphersteller stürzten ab, Micron und Intel um mehr als 7 %, Qualcomm um gut 6 %. Die Speicherfirmen Sandisk und Seagate verloren 9 % und 7 %. Das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, dem reichsten Mann der Welt, unter dessen Dach die künstliche Intelligenz xAI sitzt, war zu Wochenbeginn um 16,4 % gestürzt und gab weiter nach, von über zweihundert Dollar in der Vorwoche auf knapp hundertsechsundfünfzig. In Tokio verlor der Nikkei 3,6 % in Seoul brach der Leitindex um 10 % ein. Auch in Europa, von Frankfurt bis London, gaben die Märkte nach. Die Furcht hat einen Namen, und es ist der Name des Krieges, den dieser Präsident vom Zaun gebrochen hat.
kaizen-blog.org
Während die Technologiebörsen abstürzen und das Pentagon achtzig Milliarden für seinen Krieg verlangt, bewacht die Nationalgarde einen grün gewordenen Teich und verhaftet, wer ihn berührt!
Am Fuß des Lincoln Memorial liegt ein Wasserbecken, das blau sein sollte. American flag blue, dieses eine Blau hatte der Präsident persönlich ausgewählt, und mit vierzehn Millionen Dollar ließ er das lange Becken am National Mall neu auskleiden, damit es zum zweihundertfünfzigsten Geburtstag der Republik glänze wie ein frisch lackiertes Versprechen. Es glänzt nicht. Wochen nachdem er die Arbeiten für vollendet erklärt hatte, kippte das Becken ins Giftgrün, eine Algenblüte, wie sie diesen Teich seit hundert Jahren heimsucht, und die Beschichtung, die für die Ewigkeit gedacht war, löste sich in Fetzen und trieb auf dem Wasser. Reporter sahen Stücke schwimmen, manche über einen halben Meter groß. Das ist, in einem einzigen Bild, der Zustand des Landes. Etwas wird zur Vollendung erklärt, ehe es fertig ist, in einer Farbe, die niemand verlangt hat, und dann zeigt das Wasser, was die Rede behauptet hatte.
Was danach geschah, ist die eigentliche Lehre. Statt den Pfusch einzuräumen, erklärte der Präsident das Becken zum Tatort. Kranke, gestörte Menschen hätten es verwüstet, schrieb er, ein neunzig Meter langer Riss sei hineingeschnitten und Chemikalien illegal eingeleitet worden, und während Fachleute mit Ozon und winzigen Bläschen gegen die Algen ankämpften, zog die Nationalgarde am Rand des Beckens auf. Fünf Personen seien verhaftet, fünf weitere verdächtig. Einer von ihnen, David Hearn, siebenundsechzig Jahre alt, aus Maryland, einst Kanute bei Olympischen Spielen, hatte nichts weiter getan, als sich zu bücken und die sich ablösende Beschichtung zu befühlen. Gummiartig habe sie sich angefühlt, sagte er später, er sei eben ein neugieriger Bürger. Fünf Stunden hielt man ihn fest. Es ist nicht einmal ersichtlich, gegen welches Gesetz ein Mensch verstößt, der in einen Teich greift. Doch das ist die Stelle, an der die Farce in etwas Kälteres umschlägt. Ein Staat, der seinen eigenen Fehler nicht erträgt, braucht Schuldige, und wo es keine gibt, erfindet er sie und stellt Soldaten an ein Planschbecken.
Man könnte darüber lachen, wäre es ein Einzelfall. Es ist keiner. Am selben Tag, an dem Truppen das grüne Becken bewachten, fielen an der Wall Street die Kurse, und wieder riss die Technologie alles mit nach unten. Die Terminkontrakte auf den Nasdaq verloren 2,6 %, nachdem sie tags zuvor schon ein Komma 3 % gefallen waren. Die Chiphersteller stürzten ab, Micron und Intel um mehr als 7 %, Qualcomm um gut 6 %. Die Speicherfirmen Sandisk und Seagate verloren 9 % und 7 %. Das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, dem reichsten Mann der Welt, unter dessen Dach die künstliche Intelligenz xAI sitzt, war zu Wochenbeginn um 16,4 % gestürzt und gab weiter nach, von über zweihundert Dollar in der Vorwoche auf knapp hundertsechsundfünfzig. In Tokio verlor der Nikkei 3,6 % in Seoul brach der Leitindex um 10 % ein. Auch in Europa, von Frankfurt bis London, gaben die Märkte nach. Die Furcht hat einen Namen, und es ist der Name des Krieges, den dieser Präsident vom Zaun gebrochen hat.
Amerika, Amerika ist abgebrannt
Während die Technologiebörsen abstürzen und das Pentagon achtzig Milliarden für seinen Krieg verlangt, bewacht die Nationalgarde einen grün gewordenen Teich und verhaftet, wer ihn berührt!