:loool: erstmal!
Bis zum fettmarkierten Teil habe ich dir während des Lesens rechtgegeben. Dem markierten Satz würde ich gerne mal eine andere Sicht entgegensetzen. Wenn du von "geiseln" sprichst, dann kommt dieser Begriff zustande weil mit Gläubigkeit eine Art Selbstbeschneidung der "Freiheit" assoziiert wird, man erinnert sich an das dunkle Mittelalter und an Selbstkastei, etc. Was wäre, wenn von all diesen offensichtlich schlechten und auch irrationalen Dingen in den Schriften nichts steht, sondern die geistige Freiheit und die Freiheit in der Entscheidung für oder gegen eine Sache gefördert und gefordert wird? Es ist in der Tat so, dass bestimmte kirchliche Strömungen das Leben des Menschen in Schwarz und Weiß unterteilt haben (was übrigens in ungeheurem Ausmaß entscheidend ist für die Epoche der Aufklärung, weil sie sich exakt der selben Mittel bedient). Aber das heißt ja noch lange nicht, dass irgendetwas davon dem Glauben an Gott entspricht.
Wenn man sich moralischen Vorstellungen, die meines Erachtens dem menschlichen, naturgegebenen Gespür widersprechen, unterordnet und diese befolgt, weil man glaubt dadurch Gott zu gefallen, aber ein Verlangen, dass niemanden stört, unterdrückt, dann ist es meiner Meinung nach eine Selbstgeißelung - vielleicht ein hartes Wort, aber nach meinem Empfinden treffend. Letztendlich kommt es immer darauf an, wie der Religiöse die Dinge betrachtet, ob er ein Hardliner ist oder ob er einiges liberaler sieht, was die Bibel vorschreibt. Denn ein Christ kann man sich laut Bibel nur nennen, wenn man sich die Lehren der Bibel zu eigen macht. Da denk ich mir, da verzichte ich doch lieber ganz. In meiner Zeit als Christ habe ich viele Heuchler gesehen, viele merkten es nicht einmal. Und ich sehe sie überall, wie z.B. in den Medien.
Ich stimme dir zu, dass die Vorstellung, die wir von Gott haben, viel zu sehr an den Menschen und sein Wesen gebunden ist und dem widersprechen die Schriften. Gott ist nichts, was wir mit unserem Verstand fassen können. Aber ich glaube, dass die Schriften von einer unbeschreiblichen Rationalität und Logik durchdrungen sind, die schon vor 3.000 Jahren eine Einzigartigkeit war und es auch noch heute ist, ob man daran glaubt oder nicht. Seitens der Atheisten wird ja oft immer gespottet, dass gläubige Menschen an die Erfindung eines primitiven Nomadenvolkes der Wüste glauben(ob Araber oder Juden). Nur wird dabei nicht erklärt, wie dieses primitive Nomandenvolk auf so unglaubliche und unbeschreibliche Erkenntnisse gestoßen sein soll, die die Philosophie bis heute weit hinter sich zurücklassen, und die bis heute und vermutlich auch in alle Ewigkeit Normen und ein moralischen Fundament gelegt haben, dass die Gesetze aller Staaten dieser Welt, ob atheistisch oder nicht, nach diesen Gesetzen ausgelegt sind und sich auf diese eine Gerechtigkeit berufen, die in den Schriften definiert wurde. Selbst eingefleischte atheistische Philosophen der Neuzeit zweifeln das nicht an. Dass das System, dass uns heute umgibt nämlich nicht einfach so zustandekommen ist weil der Mensch einfach zu gut ist, ist den Menschen oftmals nicht bewusst. Dahinter stehen Funktionsweisen und Gesetze, die sich als die besten dem Menschen bekannten erwiesen haben.
Ich denke, das was du aussagen möchtest, ist, dass hinter diesen Erkenntnissen ein göttlicher Einfluss stecken muss. Doch ich denke, dass die Menschen der damaligen Zeit zu oft unterschätzt werden. Wenn Menschen, aus welchem Grund auch immer, zusammen gefunden haben, wurde ein optimales System für das gemeinschaftliche Wohl entwickelt, ohne das ein solches Leben nicht möglich gewesen wäre. Nehmen wir die geheimnisvollen Sumerer als Beispiel, die als Hochkultur bestimmt Einfluss auf einfachere Völker wie Nomaden gehabt haben müssen, sei es in religiöser Hinsicht, wie auch im Bezug zum technologischen, wissenschaftlichen Fortschritt. Oder die Ägypter, die laut mancher Forscher auch mythologischen Einfluss auf die biblischen Schriften gehabt haben sollen.
Doch wir leben in der Gegenwart, wo bleibt der göttliche Einfluss? Jeder tut das was er für richtig hält, jeder gibt seinem Sein einen Sinn, in dem er das tut was der Mensch am besten kann - Leben. Wenn der Glaube eine geistige Stütze sein muss, wo bleibt der Rückhalt der Persönlichkeit? Das Schwierigste ist, die Realität erst einmal zu akzeptieren wie sie ist und dann etwas zutun was das Ganze lebenswerter macht, sowie anderen zu helfen das auch zu können. Das Umfeld ist ein guter Anfang.
Für mich persönlich ist Religion das was entsteht, wenn Menschen zusammen finden die die Realität nicht wahrhaben möchten und einen Gott brauchen, bei dem sie sich geborgen fühlen können, der ihnen Hoffnung macht, weil sie das negative in der Welt nicht ertragen können. Taten sind das was die Welt besser macht, Kritiker die Altes erschüttern, Helfer die aktiv etwas tun, seien es z. B. Hilfsorganisationen. Wartet man auf die Hilfe eines Gottes oder tut man selbst etwas? Ein Glaube kann auch Kraft geben, um Gutes zutun, das möchte ich nicht bezweifeln. Aber mir persönlich erscheint das nicht richtig.
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Was labersch du
Braucht man eine eigene fundamentale Grundlage in schriftlicher Form, um ein Fanatiker sein zu können?
Nicht zwingend, aber "radikal" und "fundamental" sind ziemlich widersprüchliche Eigenschaften im Bezug zum Humanismus.
Seine Meinung zu vertreten, seine Meinung auszusprechen und es womöglich zu "wagen" den Islam als negativ zu empfinden, ist weder radikal, noch verwerflich. Damit musst du leben können, ob es dir passt oder nicht. Deswegen halte ich dich ja nicht für einen schlechten Menschen.
