Komm schon, spiel dich nicht so auf. Denn mit deinem künstlichen Wissen beeindruckst hier keine Muslime. Du hast von der Arabischen Sprache noch weniger Ahnung, als ich. Von daher zitierst du nur irgendwelche Autoren, die nach 1400 Jahren von Disney Land aus der Ferne den Islam studieren. Völlig uninteressant. Von dieser Ecke kommen auch alle Sekten, die angeblich nun nach 2000 Jahren jetzt die Wahrheit entdeckt haben sollen.
Ich habe auch nicht behauptet, besonders großes Wissen der arabischen Sprache zu haben. Ich habe Quellen zitiert, die dazu in der Lage sind. Diese Quellen kommen so diametral entgegengesetzten Schlüssen als die ganze Truppe der Ulama. Wenn dir nicht gefällt, was diese Quellen behaupten, dann musst du dich an die Autoren richten. Was du und die meisten Muslime bisher noch nicht verstanden habt, ist folgendes: Um die Geschichte und Authentizität des Qurans und der Umstände der Entstehung zu verstehen, sind die Aussagen des Quran über sich selbst
nicht ausreichend. Vielleicht hat der Quran in allem Recht was er sagt. Dann muss es aber Hinweise und Beweise geben, die das eindeutig nahelegen. Diese Hi- und Beweise existieren nicht. Weiterhin:
- Die Quellen, aus denen der Quran seine Erzählung schöpft, sind bekannt. Es handelt sich um Quellen, die nicht-islamisch und vor-quranisch sind, z.B. um den
Talmud,
Apokryphen oder um
populäre Geschichten, die zu dieser Zeit auf der arabischen Halbinsel kursierten.
- Die Biographien über Mohammed sind mehrere Jahrhunderte nach seinem Tod entstanden. Sie sind inhaltlich problematisch. Sie können aus historischer Hinsicht nichts belegen.
- Archäologie und Geographie widersprechen den Geschehnissen, wie sie in islamischen Quellen benannt werden. Wenn archäologisch eine Quelle widerlegt ist, dann ist es uninteressant, was die islamischen Quellen dazu sagen.
Betrachte mal das ganze Bild. Hier gibt es nur eine Religion, die Religion Abrahams (as). Darauf erheben die Araber Anspruch und zwar über Ismael (a.s.). Die Religion Abrahams kennt die Kinder Israels, über Sarah und die Kinder Ismaels über Hager (die Araber). Die Israeliten haben ihre Qibla Richtung Jerusalem. Das Heiligtum der Araber war schon immer die Kaaba. Kein Araber durfte der Kaaba den Rücken kehren.
Abraham, der Stammvater Israels, hat nichts mit dem Abraham des Quran gemeinsam. Der arabische Anspruch der Abstammung über Ismael ist eine politische Konstruktion um die Führerschaft der Araber zu dieser Zeit zu rechtfertigen. Keiner der Propheten der Quran stimmt überein mit den Propheten der Bibel, auch das Bild über Jesus ist falsch und stammt teilweise aus apokryphen Quellen. Der Quran verzerrt das Bild der Propheten bis zu Unkenntlichkeit. Die Qaaba wurde nicht von Abraham gebaut, Abraham war laut Bibel niemals in Mekka. Die Qibla der ersten 100 Jahre weisen ausschließlich in Richtung Petra und nicht in Richtung Mekka.
Weiterhin: Die Propheten der Bibel waren keine unfehlbaren Heiligen, die Bibel gibt ihre menschlichen Unzulänglichkeiten wieder, mit Ausnahme von Jesus, der sündlos war. Im Quran wird behauptet, dass Jesus nicht gekreuzigt wurde und nicht auferstanden sei. Der skeptische (d.h. agnostische) Religionswissenschaftler Bart Ehrman fasst den Konsens der Akademie zusammen:
Die Kreuzigung Jesu durch die Römer ist eine der sichersten Fakten, die wir über sein Leben haben.
Quelle: Ehrman, Bart: Why was Jesus killed?
https://ehrmanblog.org/why-was-jesus-killed-for-members/
Dieser Konsens unter den Historikern, Archäologen und Religionswissenschaftlern widerlegt 1.400 Jahre quranisch-islamische Behauptungen über den Scheintod Jesu. Nicht nur das. Sure 4:157-158 (und andere Suren) enthalten gnostische Lehre:
Und weil sie sprachen: "Siehe, wir haben den Messias Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten Allahs, ermordet" - doch ermordeten sie ihn nicht und kreuzigten ihn nicht, sondern einem ihn ähnlichen(23) - ... (darum verfluchen Wir sie). Und siehe, diejenigen, die über ihn uneins sind, sind wahrlich im Zweifel in betreff seiner. Sie wissen nichts von ihm, sondern folgen nur Meinungen; und nicht töteten sie ihn in Wirklichkeit, 158 Sondern es erhöhte ihn Allah zu Sich; und Allah ist mächtig und weise.
Übersetzung von Max Henning. Die (23) ist eine Fußnote, die in der Übersetzung angegeben ist und uns Aufschluss über die Lehre gibt, die dort vertreten wird:
23 Dies ist auch die Lehre der Gnostiker.
Wir haben gnostischer Lehre auf der Grundlage apokrypher Evangelien (Barnabas-Evangelium) im Quran gefunden. Dies ist nicht das Wort Gottes.
Daher jetzt mit der Petra zu kommen ist schon sehr sehr spät und sehr lächerlich. Als Prophet Muhammad (saws) nach Medina auswanderte, traf ER (saws) auf eine grosse jüdische Gemeinde. ER (saws) gab sich zu erkennen als Nachfolger von Abraham (a.s.) und betete Richtung Jerusalem und musste schliesslich der Kaaba den Rücken kehren. Seine Anhänger, welche mit ihm (saws) ebenfalls ausgewandert waren, machten ihn nach und kehrten ebenfalls der Kaaba den Rücken. Rund 18 Montage beteten sie nach Jerusalem, bis die jüdische Gemeinde definitiv den Propheten (saws) nicht anerkennen wollte und dann die Qibla (Gebetsrichtung) endgültig nach Mekka geändert wurde und somit eine neue Ummah (Gemeinde) entstand. Bis zu diesem Zeitpunkt waren wir Muslime mit den Juden eine Ummah (Gemeinde).
Für die Juden ist die Qibla nach Jerusalem immer noch gültig, jedoch nicht für uns Muslime, wir beteten seit dem nach Mekka. In dieser Geschichte, wo hat hier bitte Petra noch eine Bedeutung?
Die Qibla der Juden ist heute immer noch Jerusalem. Ihre Synagogen, so wie ich weiss, sind nach Jerusalem gerichtet, wie unsere Moscheen nach Mekka. Bei den Kirchen weiss nicht, jedoch nehme mal an, dass diese ebenfalls nach Jerusalem gerichtet sind. Wo hat hier Petra eine Bedeutung? Sag mir welche Kirche, Synagoge oder Moschee ist hier nach Petra gerichtet? Wem den so wäre, wäre das CNN, BCC oder ihrer kleinen Schwester Al-Jazira sicherlich nicht entgangen.
Petra war eine bedeutende Stadt der Araber, daher hat Petra eine Bedeutung gehabt. Das gute an der Forschung ist, dass sie einfach nur Fakten produziert und wenn die Fakten uns sagen, dass die Qibla nach Petra ging, dann ist das so. Da kannst du natürlich fragen, wieso das so gewesen sein soll, aber die Ausrichtung der Qibla auf einen anderen Ort als Mekka kannst du nicht mehr anzweifeln.
Wie oben beschrieben: Die Qibla der ersten knapp 100 Jahre zeigte nicht in Richtung Mekka, sondern nach Petra. Der Punkt an der Sache ist nicht, definitive Antworten zu geben. Die Untersuchungen zu den Qibla der ersten Jahre des Islam ist noch nicht abgeschlossen. Das eigentlich wichtige ist zu zeigen, dass die Aussagen der islamischen Quellen nicht so sicher sind wie sie es von sich selbst behaupten. Es handelt sich vor allem nicht um Quellen, deren Aussagen man als Fakten ungefragt hinnehmen kann.