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Armenien - Aserbaidschan Konflikt

Damien

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Du bist doch Waffenexperte. Kannst du mal erklären was es mit den Drohnen auf sich hat, dass auch ein berüchtigtes System wie S300 gegen die Dinger den kürzeren zieht.

Wenn man damit sowohl Marschflugkörper abschießen kann wie auch Flugzeuge, warum keine Drohnen?

Jedes Flugabwehr Radar arbeitet ihn den für sich vorgesehenen Parametern in denen es Konstruiert wurde. Je nach Aufgabe hat es deshalb verschiedene Parameter.
Mal ein besseres Radar mal ein schlechteres Radar. Mal kann es mehr Ziele gleichzeitig erkennen und bekämpfen mal weniger. Mal muss es diese aufgaben lösen mal eine andere.

Es entstanden im Laufe der zeit Mittlerweile über 20 Verschiedene Varianten des S-300 Systems.

Ob die Armenischen S-300 deshalb in der Lage sind gegen kleine Langsame Drohnen zu kämpfen lässt sich so leicht nicht beantworten.

Interessant zu erwähnen ist aber sein das die Ziele die bei Übungen kleine Schnellfliegende Drohnen sind. Die sehr gut bekämpft werden können.

Es braucht aber auch eine gestaffelte Flugabwehr und man sollte die S-300 nicht alleine lasen. Sondern noch Systeme wie Tor-M2 oder Pantzir verwenden

Den Größte Vorteil den die Drohnen mittlerweile haben ist der das sie sich sehr langsam bewegen können sehr klein sind und deshalb in eine spalte Rutschen die nicht für die Aufgabe dieser Systeme gedacht war.

Das größte Problem ist aber das sie sich zu langsam bewegen. Und deshalb von den meisten Flugabwehrsystemen nicht oder nur schwer also nur spät erkannt werden.
Dieses Problem haben zurzeit nicht nur Sowejtisch/Russische Systeme sondern auch Westliche Flugabwehr.

Wenn man sich an den Angriff auf die Saudischen Ölanlagen erinnert oder auf die amerikanischen Basen im Irak.

Das bedeutet aber nicht das es kein wirksamen Mittel gibt gegen solche Drohnen gibt.
Russland schützt seine Bassen gegen solche Drohnen in Syrien erfolgreich mit Tor-M2 und Pantzir und Radioelekronischen Systemen.

Ältere Systeme haben es aber durchaus schwerer.

Aber auch die zeit der kleinen langsamen Drohnen wird zu ende gehen und auch sie werden immer mehr auf bessere Verteidigung treffen.
 

berliner

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Aber auch die zeit der kleinen langsamen Drohnen wird zu ende gehen und auch sie werden immer mehr auf bessere Verteidigung treffen.
Das denke ich auch. Zuerst werden viele Länder ihre Luftabwehr um Systeme erweitern, die diese Dinger überhaupt orten und treffen können. Und dann wird man wohl langsam das Missverhältnis der Kosten zwischen Drohnen und Anti-Drohnen-Systemen ändern. Solange Drohnen nur ein Bruchteil der enstprechenden Verteidigungssysteme kosten bieten sie natürlich immer noch einen taktischen Vorteil.



Habe mal die Artikel der https://www.ng.ru zum Konflikt gelesen. Hier ist ein ausführlicher Bericht auf deutsch, der die militärische Seite aus einer neutralen russischen Sicht erklärt.

Demnach war die Verteidigungsstrategie mit gut positionierter Artillerie von Berg Karabach lange Jahre effektiv, halt aber mit den Möglichkeiten der aufgerüsteten Aserbaidschanischen Armee mitsamt moderner türkischer und israelischer Technik nicht mehr Stand. Was jetzt zum Problem wurde, weil es offenbar keinen Plan B gibt.



Auch aus politischer Sicht haben die Armenier sehr dumm agiert in den letzten Jahren. Dieser Artikel im österreichischen Standard gibt einiges wider, was man auch in den Artikeln der ng.ru findet:

Armenien hat die in den langwierigen Verhandlungen mit Aserbaidschan entstandenen Kompromisse zum Schluss offensichtlich Einfachfallen gelassen. Stattdessen hat man alles auf eine Karte gesetzt, nämlich das gesamte Gebiet, einschliesslich der besetzen Regionen ausserhalb Berg-Karabachs, künftig Armenien anzuschliessen.

Man muss einfach sagen, dass das idiotisch war. Die einflussreiche armenische Diaspora-Lobby in den USA hat auf den US Kongress eingewirkt, dass er die Forderung nach einem Kompromiss fallen lässt.

Ich verstehe auch die politische Führung in Armenien nicht. Es ist doch offensichtlich, dass Aserbaidschan ein Vielfaches in die Rüstung stecken konnte. wenn das Ungleichgewicht zwischen beiden Ländern immer größer wird, dann muss ich doch erst Recht einen Kompromiss finden, bevor die andere Seite aufgrund ihrer Überlegenheit selber kein Interesse mehr daran hat.


Laut der Berichte kommt noch hinzu, dass die armenische Fürhung seit 2018 einen pro-westlichen Kurs gefahren ist. Aus wirtschaftlicher Sicht kann ich das sogar nachvollziehen. Wenn man in 30 Jahren ökonomisch keine großen Schritte machen konnte, sucht man sich natürlich irgendwann auch mal andere Partner. Ob es was genutzt hätte ist eine andere Frage.

Aber das hat wohl mit dazu beigetragen, dass die russische Regierung sehr zurückhalten in ihrer Unterstützung Armeniens ist. Aktuell scheint es aufgeregte Bestrebungen in Jerewan zu geben, den Kurs anzupassen. Aber falls Berg-Karabach ganz verloren geht wird es den Beschreibungen nach sowieso zu einem Tumult in der armenischen Politik kommen.
 
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