Migranten sind an allem schuld
Komplexe Fragen werden von Rechten zu einem Bedrohungsszenario gemacht, das einfache Antworten plausibel wirken lässt. Eine solche Antwort bietet auch FPÖ-Landesparteiobmann Haimbuchner
Die FPÖ ist in Opposition, und es ist relativ still um sie; zumindest in den Medien. Also in den richtigen, journalistischen Medien und nicht im Partei-TV, dem "Volksradio" und auf anderen Kommunikationskanälen, die nichts mit Journalismus und viel mit Propaganda zu tun haben.
Herbert Kickl würde sagen, die "Systemmedien verschweigen alles!".
Aber so richtig stimmt das nicht. Abgesehen von der breit berichteten Aschermittwochsschreierei fiel vor wenigen Tagen der oberösterreichische FPÖ-Chef Manfred Haimbuchner mit einer bemerkenswerten Forderung auf. Haimbuchner schlug eine eigene Gesundheitskasse für nichteuropäische Migranten vor. In diese "Migrantenkasse" sollen alle Nichtösterreicher, die weder aus der EU noch dem Westbalken oder Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz stammen, einzahlen.
Sollte Sie dieser Lösungsvorschlag für die Sanierung unseres Gesundheitssystems überraschen, schafft vielleicht dieses Zitat des Satirikers Blauer Elefant (ja, er nennt sich tatsächlich so) Abhilfe:
"Es existiert nichts, was man Zugewanderten nicht in die Schuhe schieben kann. Sie sind die Universalschuldigen der Moderne. Dank ihnen ersparen wir uns kräftezehrende Reflexionsprozesse zwecks seriöser Ursachenforschung für die anstehenden Herausforderungen unserer Zeit."
Weniger pointiert und mit weniger Humor lässt sich Haimbuchners Vorschlag wie folgt einordnen:
Projektionsfläche
Migration ist für die rechten und rechtsextremen politischen Kräfte weltweit, aber vor allem in der westlichen Hemisphäre, mehr als ein weiteres Thema unter vielen. Sie ist Projektionsfläche und Dauerbrenner. Kaum ein anderes Thema erlaubt es den rechtsextremen Bewegungen und Parteien, nahezu alle zentralen Punkte in ihren Programmen, nämlich Identität, Sicherheit und Sozialstaat, so pointiert zu bündeln und emotional aufzuladen.
Komplexe Fragen werden von Rechten zu einem Bedrohungsszenario gemacht, das einfache Antworten plausibel wirken lässt. Eine solche Antwort bietet auch FPÖ-Landesparteiobmann Haimbuchner
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