Vielredner Kickl und sein seltener "ZiB 2"-Besuch mit "eisernem Besen"
FPÖ-Chef spricht schnell, viel und sagt doch wenig Neues. Margit Laufer hatte die nicht ganz einfache Aufgabe, Kickl in seinen langen Ergüssen zu unterbrechen
Es ist schon wieder ein Zeiterl her, dass sich Herbert Kickl im ZiB 2-Studio blicken ließ. Der FPÖ-Chef spricht ja lieber bei seinen Haus- und Hofsendern wie FPÖ-TV oder dem extrem rechten Sender Auf 1, dort kann er seine Botschaft ungefiltert und ohne lästige Fragen unter die Leute bringen. Kickl habe in den "letzten Jahren mehr als 50 ZiB-2-Anfragen abgelehnt", schrieb Armin Wolf kürzlich in seinem Blog.
Jetzt, zum Jahrestag der ÖVP/SPÖ/Neos-Regierung, schaute er dann doch vorbei. Da urlaubte Wolf noch, Margit Laufer hatte also Dienstagabend die nicht ganz einfache Aufgabe, Kickl in seinen langen Ergüssen zu unterbrechen und Konkretes einzufordern. Das gelang nicht immer. Ihre erhobene Hand – Zeichen, doch auch sie zu Wort kommen zu lassen, – wurde von Kickl immer wieder ignoriert.
Kickl spricht schnell, viel und sagt doch wenig Neues. Zu Beginn holt er zu Selbstlob aus. Die FPÖ habe in der Oppositionsrolle "sehr, sehr viel bewegt", er spricht von Kontrolle und Aufklärung. "Was dazu führt, dass die Regierung sich regelrecht belästigt fühlt und in einem Anflug von Überheblichkeit beginnt, sich selbst mit dem Staat gleichzusetzen".
Die FPÖ im Nacken
Er jedenfalls wolle sich nicht vorstellen, was die Regierung machen würde, "wenn sie nicht die FPÖ im Nacken hätte", er spricht "vom nicht gewählten Kanzler". Und natürlich immer wieder vom Wählerwillen und vom Wählerauftrag. Der sei nach der letzten Wahl ein "Systemwechsel" gewesen. Er hätte diesem "Willen zum Durchbruch" verhelfen wollen. Das hat, wie wir wissen, nicht funktioniert, "die ÖVP war sozusagen veränderungsresistent", erklärt jener Herbert Kickl, der laut ÖVP nicht ernsthaft verhandlungsbereit gewesen sei. Kickl erklärt sich den Wählern im Wort. Und wenn das mit der ÖVP nicht möglich sei, "dann drehen wir noch eine Runde". Dann werde das "beim nächsten Mal passieren".
FPÖ-Chef spricht schnell, viel und sagt doch wenig Neues. Margit Laufer hatte die nicht ganz einfache Aufgabe, Kickl in seinen langen Ergüssen zu unterbrechen
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