Aktuelles
  • Herzlich Willkommen im Balkanforum
    Sind Sie neu hier? Dann werden Sie Mitglied in unserer Community.
    Bitte hier registrieren

Nachrichten aus Österreich

Kriegsgedenken
Fest der Freude und Demokratieappelle
Der 8. Mai war heuer von Appellen für eine starke Demokratie und von der Beschäftigung mit Täterinnen und Tätern geprägt. Sowohl die Regierung als auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen forderten Einsatz für den Erhalt der Demokratie. Den Höhepunkt des Jahrestags der Befreiung vom Nationalsozialismus und des Kriegsendes in Europa bildete Freitagabend das Fest der Freude in Wien.

Das vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) organisierte Fest der Freude widmete sich heuer den NS-Täterinnen und -Tätern. Man mache es sich zu leicht, wenn man behaupte, dass sie alle „Bestien oder Tiere“ gewesen seien, sagte MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi auf dem Wiener Heldenplatz.

Vielmehr seien es Menschen aus der Mitte der Gesellschaft gewesen, die andere denunzierten und sie so dem Tod preisgaben, als Wachpersonal in Konzentrationslagern arbeiteten und im Allgemeinen „die Todesmaschinerie am Laufen“ hielten, um dann am Abend zu ihrer Familie nach Hause zu kommen. Man müsse sich fragen: „Was hat sie zu dem gemacht, was sie wurden?“ und „Was können wir machen, damit nie wieder Menschen zu Mördern werden?“ Jedes Wort und jedes Schweigen habe Konsequenzen, mahnte er.

 
Mehrheit in Österreich sieht Vorteil durch EU
Laut einer gestern veröffentlichten Eurobarometer-Umfrage sind 58 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher der Ansicht, dass das Land von der EU-Mitgliedschaft profitiert. Demgegenüber stehen 38 Prozent, die Österreich dadurch eher im Nachteil sehen.

Im EU-Durchschnitt liegt Österreich damit auf dem drittletzten Platz, gleichauf mit Frankreich. Nur die Griechen (57 Prozent) und Bulgaren (54 Prozent) sind skeptischer.

Auf die Frage wofür Brüssel das meiste Geld aufwenden sollte, sieht der größte Anteil der Österreicher (46 Prozent) den höchsten Bedarf in der Sozial-, Arbeits- und Gesundheitspolitik. Österreich befindet sich damit in einer Gruppe mit Griechenland, Portugal, Spanien, Bulgarien, Slowakei, Slowenien, Estland und Kroatien.

Die größte Gruppe der Mitgliedsstaaten von immerhin zwölf Ländern – mit Dänemark an der Spitze (60 Prozent) – will das Budget lieber in den Verteidigungs- und Sicherheitsbereich fließen lassen.

Drei Viertel der EU-Bürger sehen USA negativ
Im europaweiten Durchschnitt sehen 73 Prozent die EU als „Ort der Stabilität in einer unruhigen Welt“. 81 Prozent der Befragten hätten sich für eine gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU ausgesprochen – der höchste Wert seit 20 Jahren.

 
Für 200 Kinder folgt auf den Ferienstart ihre eigene Zwangsheirat
In Österreich ist eine Ehe für Minderjährige verboten. Doch in Einzelfällen kehren junge Mädchen aus ihrem Heimaturlaub im Sommer zwangsverheiratet zurück. Wie ist das möglich?

Eigentlich sind Kinder- und Zwangsehen in Österreich verboten. Schon im vorigen Sommer trat das Gesetz in Kraft, das zuvor mit Einstimmigkeit im Nationalrat beschlossen wurde. Bisher galt eine Ausnahme ab 16 Jahren, wenn ein Gericht die Person auf Antrag für ehefähig erklärte. Das Verbot umfasst seither auch ein Verbot der Cousinen-Ehe.

Ab hier leider Abo

 
"Fest der Freude"-Rede
NS-Opfer Lucy Waldstein: "Der Hass hat nicht gesiegt"
Es macht traurig, dass die Menschen immer noch nicht gelernt haben, wie man zusammenlebt. Wir müssen uns weiterhin überall gegen Faschismus und Rassismus wehren

Lucy Waldstein musste als Kind vor den Nationalsozialisten fliehen. DER STANDARD bringt ihre am 8. Mai beim "Fest der Freude" – auf Einladung des Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) – auf dem Wiener Heldenplatz gehaltene Rede leicht gekürzt im Wortlaut.

Veranstaltungen wie diese sind unerlässlich, um unser gemeinsames Gedächtnis lebendig zu halten. Ich freue mich sehr, hier zu sein; vor allem, weil es in meinem Alter nicht mehr viele von uns gibt. Ich bin an einem Punkt angelangt, an dem ich weniger ein "Zeitzeuge" als vielmehr ein historisches Relikt bin.

Jeder, der unter den Tätern des Nationalsozialismus gelitten hat oder umgekommen ist, hat eine einzigartige Geschichte. Dies ist meine: Ich wurde genau hier, in Wien, im Dezember 1930 geboren. Mein Vater war Chefredakteur der Kronen Zeitung, und wir wohnten im 9. Bezirk. Damals wurden Kinder von der Welt der Erwachsenen abgeschirmt; wenn etwas Beunruhigendes besprochen wurde, wurden wir aus dem Zimmer geschickt. Meine Welt fühlte sich klein, sicher und behaglich an. Ich erinnere mich genau an den Moment, in dem sich das änderte.

"An diesem Tag verstummte die Musik in unserem Haus."

 
Groß angekündigt, mit KI-Bildern von einem vollen Heldenplatz wie seinerzeit...
Mini-Aufmarsch der rechten Verschwörungsszene am Samstag in Wien. Eine Person trägt ernsthaft die Parole "I love CO2". Na dann, einfach ausprobieren. Allerdings ein Warnhinweis: Könnte eher blöd ausgehen - eine Überdosis Kohlenstoffdioxid kann tödlich werden. Was für Clowns!

Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.
 

Anhänge

    Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.
Aufmarsch der rechten Verschwörungsszene heute in Wien - gekommen sind gerade einmal rund 300 Personen. Faszinierend ist: Rechte regen sich regelmäßig darüber auf, was sie alles - angeblich - nicht mehr sagen dürfen. Doch selbst würden sie am liebsten die ganze Welt verbieten

Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.
 

Anhänge

    Sie haben keine Berechtigung Anhänge anzusehen. Anhänge sind ausgeblendet.
Anscheinend baut die ÖVP schon mal vor für einen VolKaKi (Volkskanzler Kickl)
Neuer ÖVP-Klubchef: „Türkis-Blau hat bis zum Crash gut funktioniert“
Der überregional kaum bekannte Abgeordnete Ernst Gödl stieg diese Woche zum Klubchef der Kanzlerpartei auf. Wie tickt der Neue an der Koalitionsspitze? Was will er bei Pensionen? Und wie bindet er Vorgänger August Wöginger ein?

Die Presse: Herr Gödl, haben Sie ein politisches Vorbild?

Ernst Gödl: (überlegt) Nicht direkt. Aber ich bewundere seit meiner Jugend John F. Kennedy, ich war schon fünfmal an seiner Grabstätte in Arlington und auch an jener Stelle, wo er erschossen wurde. Es hat mich fasziniert, wie ein einzelner Politiker geschafft hat, weltweit Hoffnungen zu wecken.

 
NS-Wiederbetätigung
"Sieg Heil"-Chöre in der Bahn, Rassismus im Pissoir und Hakenkreuze in der Hotelbar
Verstörte Gäste berichten dem STANDARD von Szenen rund um das beliebte Gauder Fest im Tiroler Zillertal Anfang Mai

Das Gauder Fest im Tiroler Zillertal ist seit Jahren eines der größten Feste für Trachten und Volksmusik, das sich offen und bunt präsentiert. Auch heuer fand es von 30. April bis 3. Mai mit tausenden Gästen statt. Den STANDARD erreichten in den Tagen danach verstörende Berichte über Vorfälle von Gästen, die selbst in ihrer Tracht anreisten und sich auf eine schöne Zeit gefreut hatten.

Doch manchen verging die Vorfreude schon während der Anreise in der Zillertalerbahn. Am 1. Mai stieg eine Person, die aus Angst weder Namen noch Geschlecht in der Zeitung lesen will, in die "Zilli", wie sie Einheimische nennen. Die Entscheidung, mit einem Medium zu sprechen, fiel nicht leicht. Ein kurzes Video wurde schnell und versteckt gedreht, um festzuhalten, wie die Fahrt von Jenbach nach Zell am Ziller verlief.

"Einfach schockierend"
"Es war einfach schockierend", sagt der Fahrgast dem STANDARD in breitem Tiroler Dialekt, "ich hab‘ schon früher problematische Aussagen gehört, aber so etwas, so offen und laut, noch nie". Viele Reisende saßen bereits, als im Bahnhof Jenbach von draußen Geschrei hörbar wurde. Es war eine offensichtlich betrunkene Gruppe etwa drei jungen Männern, die jüngsten vielleicht 17, die ältesten 20, schätzt die Person. Die Gruppe betrat den Zug, ein blonder "Anführer" sprang auf und ab und agitierte auch fremde Mitreisende an.

Darunter einige Mädchen in Dirndln, zwischen 17 und 18 Jahre alt, die sich sichtbar unwohl fühlten. Auch die Person, die mit dem STANDARD sprach, sagt: "Ich wusste nicht, wo ich hinschauen soll, da war ein Unwohlsein und Angst."

Grölender "Anführer"
Die Gruppe grölender Burschen vereinigte sich im Zug mit einer Gruppe von etwa vier weiteren jungen Menschen. Dann stimmte der "Anführer" erst Volkslieder an und animierte alle mitzusingen. Doch dabei blieb es nicht. Er schrie inbrünstig "Sieg Sieg Sieg Heil Heil Heil".

 
13.000 Menschen gedachten Befreiung von KZ Mauthausen
13.000 Besucher aus aller Welt haben am Sonntagvormittag an der internationalen Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen teilgenommen, bei der heuer Täter und Mitläufer in den Fokus gestellt wurden. Delegationen zahlreicher Opfergruppen und -nationen legten Kränze auf dem ehemaligen Appellplatz nieder.

Das offizielle Österreich war durch Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ), weitere Ministerinnen und Minister sowie Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) vertreten .

Mechanismen des Terrors aufdecken
Die Feierlichkeiten zum 81. Jahrestag widmeten sich dem Schwerpunkt „Täter und Täterinnen im Nationalsozialismus“. Damit wolle man den Blick bewusst auch auf jene richten, die durch „Mitwirkung oder Wegsehen zur Umsetzung und Aufrechterhaltung des NS-Terrors beitrugen – und auf die Mechanismen, die Verbrechen ermöglicht haben“, so das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), das gemeinsam mit dem Comite International de Mauthausen und der Österreichischen Lagergemeinschaft zur Befreiungsfeier eingeladen hat.

 
Leider auch ein Grund, warum die FPÖ so viel Zuspruch hat
Jugend in Wien: Syrer zweifeln an Demokratie, Muslime werden religiöser
Neue Studie untersucht Einstellungen von jungen Österreichern und Migranten. 36 Prozent der Muslime wollen, dass sich alle Menschen an die Regeln des Islam halten.

Wie unterscheidet sich der Erziehungsstil von tschetschenischen und österreichischen Eltern? Wie wichtig sind Religion und Politik für Jugendliche mit bosnischem und syrischem Migrationshintergrund in Österreich? Was sind die Ursachen für antidemokratische Einstellungen?

Sie sind nicht berechtigt, den Inhalt des Spoilers zu sehen Logge dich ein oder registriere dich jetzt.

 
Zurück
Oben