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Nachrichten aus Österreich

Anscheinend baut die ÖVP schon mal vor für einen VolKaKi (Volkskanzler Kickl)
Neuer ÖVP-Klubchef: „Türkis-Blau hat bis zum Crash gut funktioniert“
Der überregional kaum bekannte Abgeordnete Ernst Gödl stieg diese Woche zum Klubchef der Kanzlerpartei auf. Wie tickt der Neue an der Koalitionsspitze? Was will er bei Pensionen? Und wie bindet er Vorgänger August Wöginger ein?

Die Presse: Herr Gödl, haben Sie ein politisches Vorbild?

Ernst Gödl: (überlegt) Nicht direkt. Aber ich bewundere seit meiner Jugend John F. Kennedy, ich war schon fünfmal an seiner Grabstätte in Arlington und auch an jener Stelle, wo er erschossen wurde. Es hat mich fasziniert, wie ein einzelner Politiker geschafft hat, weltweit Hoffnungen zu wecken.

 
NS-Wiederbetätigung
"Sieg Heil"-Chöre in der Bahn, Rassismus im Pissoir und Hakenkreuze in der Hotelbar
Verstörte Gäste berichten dem STANDARD von Szenen rund um das beliebte Gauder Fest im Tiroler Zillertal Anfang Mai

Das Gauder Fest im Tiroler Zillertal ist seit Jahren eines der größten Feste für Trachten und Volksmusik, das sich offen und bunt präsentiert. Auch heuer fand es von 30. April bis 3. Mai mit tausenden Gästen statt. Den STANDARD erreichten in den Tagen danach verstörende Berichte über Vorfälle von Gästen, die selbst in ihrer Tracht anreisten und sich auf eine schöne Zeit gefreut hatten.

Doch manchen verging die Vorfreude schon während der Anreise in der Zillertalerbahn. Am 1. Mai stieg eine Person, die aus Angst weder Namen noch Geschlecht in der Zeitung lesen will, in die "Zilli", wie sie Einheimische nennen. Die Entscheidung, mit einem Medium zu sprechen, fiel nicht leicht. Ein kurzes Video wurde schnell und versteckt gedreht, um festzuhalten, wie die Fahrt von Jenbach nach Zell am Ziller verlief.

"Einfach schockierend"
"Es war einfach schockierend", sagt der Fahrgast dem STANDARD in breitem Tiroler Dialekt, "ich hab‘ schon früher problematische Aussagen gehört, aber so etwas, so offen und laut, noch nie". Viele Reisende saßen bereits, als im Bahnhof Jenbach von draußen Geschrei hörbar wurde. Es war eine offensichtlich betrunkene Gruppe etwa drei jungen Männern, die jüngsten vielleicht 17, die ältesten 20, schätzt die Person. Die Gruppe betrat den Zug, ein blonder "Anführer" sprang auf und ab und agitierte auch fremde Mitreisende an.

Darunter einige Mädchen in Dirndln, zwischen 17 und 18 Jahre alt, die sich sichtbar unwohl fühlten. Auch die Person, die mit dem STANDARD sprach, sagt: "Ich wusste nicht, wo ich hinschauen soll, da war ein Unwohlsein und Angst."

Grölender "Anführer"
Die Gruppe grölender Burschen vereinigte sich im Zug mit einer Gruppe von etwa vier weiteren jungen Menschen. Dann stimmte der "Anführer" erst Volkslieder an und animierte alle mitzusingen. Doch dabei blieb es nicht. Er schrie inbrünstig "Sieg Sieg Sieg Heil Heil Heil".

 
13.000 Menschen gedachten Befreiung von KZ Mauthausen
13.000 Besucher aus aller Welt haben am Sonntagvormittag an der internationalen Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen teilgenommen, bei der heuer Täter und Mitläufer in den Fokus gestellt wurden. Delegationen zahlreicher Opfergruppen und -nationen legten Kränze auf dem ehemaligen Appellplatz nieder.

Das offizielle Österreich war durch Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ), weitere Ministerinnen und Minister sowie Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) vertreten .

Mechanismen des Terrors aufdecken
Die Feierlichkeiten zum 81. Jahrestag widmeten sich dem Schwerpunkt „Täter und Täterinnen im Nationalsozialismus“. Damit wolle man den Blick bewusst auch auf jene richten, die durch „Mitwirkung oder Wegsehen zur Umsetzung und Aufrechterhaltung des NS-Terrors beitrugen – und auf die Mechanismen, die Verbrechen ermöglicht haben“, so das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ), das gemeinsam mit dem Comite International de Mauthausen und der Österreichischen Lagergemeinschaft zur Befreiungsfeier eingeladen hat.

 
Leider auch ein Grund, warum die FPÖ so viel Zuspruch hat
Jugend in Wien: Syrer zweifeln an Demokratie, Muslime werden religiöser
Neue Studie untersucht Einstellungen von jungen Österreichern und Migranten. 36 Prozent der Muslime wollen, dass sich alle Menschen an die Regeln des Islam halten.

Wie unterscheidet sich der Erziehungsstil von tschetschenischen und österreichischen Eltern? Wie wichtig sind Religion und Politik für Jugendliche mit bosnischem und syrischem Migrationshintergrund in Österreich? Was sind die Ursachen für antidemokratische Einstellungen?

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Drei Jahre Haft für Hitlergruß in Nachtlokal
Am Landesgericht Innsbruck ist ein 21-jähriger Tiroler am Dienstag wegen NS-Wiederbetätigung nicht rechtskräftig zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Der einschlägig vorbestrafte Mann hatte in einem Innsbrucker Nachtlokal mehrmals den Hitlergruß gezeigt, hieß es in der Anklage.

Der Mann musste sich am Dienstag zum wiederholten Mal wegen nationalsozialistischer Wiederbetätigung nach dem Verbotsgesetz verantworten. Er war früher schon durch problematischen Alkoholkonsum aufgefallen. In der Verhandlung gab er keine Antwort auf die Frage, ob er sich schuldig oder nicht schuldig bekennt.

Bei einer Firmenweihnachtsfeier im Dezember habe er außerordentlich viel Bier und immer wieder auch Schnaps getrunken. An die von anderen als verstörend empfundenen Szenen in dem Innsbrucker Nachtlokal könne er sich deshalb beim besten Willen nicht mehr erinnern, sagte der Angeklagte.

Rechtsextremes Erscheinungsbild
Zwei Zeugen gaben in ihrer Aussage an, dass damals einigen im Lokal schon die Kleidung aufgefallen sei. Er habe schwarze Stiefel mit weißen Schnürbändern getragen. Das Erscheinungsbild sei durch eine aufgestülpte Jeanshose betont worden. Auch laut Fotoaufnahmen war der 21-Jährige so angezogen. Das Outfit würden viele der rechtsextremen Szene zuordnen, hieß es in dem Verfahren.

 
Gedenken an die Täter
Ein diktatorisches Regime erzeugte nicht nur Opfer, sondern auch Täter und Mitläufer

Beim diesjährigen Befreiungsgedenken im Konzentrationslager Mauthausen standen die Täter und die Mitläufer im Vordergrund.

Sie haben diesen Schrecken erst möglich gemacht – die "ganz normalen jungen Männer", die sich zur SS gemeldet haben. Die Polizisten und Kriminalbeamten, die Widerständler und Juden verhafteten. Und vielleicht am bedrückendsten, die vielen, vielen Nachbarn und Mitbürger(innen), die ihre Nachbarn und Mitbürger(innen) denunzierten – und so zu Folter und Tod verurteilten. Viele auch noch in den allerletzten Zuckungen des bestialischen Regimes, das noch tausende Unschuldige in den Untergang mitnahm.

Niemals leugnen oder vergessen
Die wenigsten von denen wurden nachher zur Rechenschaft gezogen. Und wer den Schrecken überlebt hat, musste vielleicht nachher mit seinem Denunzianten weiter in derselben Umgebung leben. Es gibt aber auch Geschichten von schauriger Rachejustiz an Tätern und Denunzianten.

Was man niemals leugnen oder vergessen sollte: Diese Bösartigkeit ist in nicht wenigen Menschen latent angelegt. Sie muss keineswegs zwangsläufig zum Ausbruch kommen – aber wenn es ein Regime gibt, das derlei erlaubt und fördert, dann ist kein Halten mehr. Die Zeichen für solche Regimes sehen wir schon. Es ist schon die Rede von "Fahndungslisten" und "Volksverrätern". Man sollte es ganz energisch gar nicht so weit kommen lassen. (Hans Rauscher, 11.5.2026)

 
Mehr Werte, weniger Religion in der Schule
Schulkindern sollten allgemeingültige Werte statt religiöser Indoktrinierung angeboten werden. Gemeinsamer Ethikunterricht könnte auch die Integration fördern

In Wiener Pflichtschulen ist der Anteil von Kindern mit muslimischem Glaubensbekenntnis auf 39 Prozent gestiegen. 36 Prozent bekennen sich zum Christentum, ein Viertel der Schüler hat kein Glaubensbekenntnis. Der hohe Anteil an Muslimen ist der Zuwanderung aus Ländern wie Syrien, Afghanistan und dem Irak geschuldet.

Das kann einem Sorge bereiten. Der arabische Islam ist rigider, er geht mit sehr traditionellen Wertevorstellungen einher, das betrifft auch das Rollenverständnis von Mann und Frau – und zwar so, wie "wir" es als aufgeklärte und liberale Gesellschaft nicht wollen. Und es gibt extremistische Bestrebungen eines radikalen, politischen Islam.

Diskutieren mit den Eltern
Die Schulen werden mit den Problemen, die sich daraus ergeben, überfordert sein. Fein wäre es, wenn es ausreichend Sozialarbeiterinnen gäbe, die auch auf die Eltern zugehen könnten, um mit ihnen über die Vorstellungen einer idealen Gesellschaft zu diskutieren. Das ist eine Illusion.

 
Thanks Gala: „Zum ersten Mal gibt es wirklich Grund zum Feiern“
Auf der „Thanks Gala“ am Donnerstag im Ehrbar Saal will Organisatorin Maria Stern Alleinerziehende vernetzen. Dazu gibt es Musik, Tanz und Kabarett bei freiem Eintritt.

Von außen ist es ein unauffälliges Wohnhaus im vierten Bezirk, aber im Inneren verbirgt sich „quasi die kleine Schwester vom Goldenen Saal im Musikverein”, sagt Maria Stern. Sie organisiert die „Thanks Gala” für Alleinerziehende, die am 14. Mai – einen Tag vor dem internationalen Tag der Familie – im Ehrbar Saal in jenem Haus stattfindet.

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Absage für Hotel: Zu großer Eingriff in Ortsbild
Ein großes Hotelprojekt in Hallstatt ist jetzt endgültig Geschichte. Das 200-Betten-Hotel beim barocken Salzamt scheiterte an der Behördenbewilligung. Das Landesverwaltungsgericht entschied sich gegen das Hotelprojekt: nicht wegen des Naturschutzes, sondern wegen des Eingriffs in das Ortsbild.

Als Postkartenmotiv ist Hallstatt weit über die Grenzen Europas hinaus bekannt. Das geplante große Hotel hätte dieses Ortsbild zu sehr verändert. Das Gebäude mit sechs Stockwerken wäre auf dem bisher unbebauten Wiesenhang von weitem sichtbar gewesen und hätte sich stark von den kleinen, für Hallstatt typischen Häusern abgehoben, heißt es in dem Entscheid.

Das Landesverwaltungsgericht verweist hier auch auf den Schutzstatus der UNESCO-Welterberegion und die sensible Lage direkt in Ufernähe, mitten in der Seen- und Berglandschaft.

Kleineres Hotel wäre möglich
Um mehr Übernachtungs- statt Tagesgäste nach Hallstatt zu bringen und auch den touristischen Nutzen mitsamt ganzjährigen Arbeitsplätzen in den Vordergrund zu rücken, gibt es laut Landesverwaltungsgericht auch eine andere Möglichkeit: Den Projektbetreibern stehe es offen, ein kleineres Hotel neu einzureichen.

 
Keine Sicherheitsüberprüfung für Parlamentsmitarbeiter
Nachdem Ende April durch Recherchen des ORF-„Report“ und des „Standard“ bekanntgeworden ist, dass mehr als zehn Mitarbeiter von FPÖ-Abgeordneten derzeit unter Beobachtung des Verfassungsschutzes stehen, gibt es vorerst keine Konsequenzen wie eine Ausweitung der Sicherheitsüberprüfungen.

Nach einer Sitzung der Präsidiale des Nationalrates will sich Nationalratspräsident Walter Rosenkranz (FPÖ) zunächst mit der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) beraten, berichtete heute das Ö1-Mittagsjournal.

„Zeitungsberichte alleine sind mir zu wenig“, sagte Rosenkranz dazu. Eine Änderung wäre laut Ö1 auch über eine einfache Mehrheit im Nationalrat möglich, mit der das Gesetz für parlamentarische Mitarbeiter geändert und eine Sicherheitsüberprüfung vorgeschrieben werden könnte.

Bures fordert FPÖ zum Handeln auf
Die Dritte Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) lehnt das vorerst ab und sieht die FPÖ am Zug: Es gehe um einen „Selbstschutz des Parlamentarismus und der Demokratie“. „Ich hoffe, dass die FPÖ demokratisch genug ist, dass sie von sich aus die richtigen Schlüsse zieht.“

 
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