Die "Austrotürken"
Es führt kein Weg daran vorbei, endlich anzuerkennen, dass in Österreich wie anderswo in Europa hunderttausende Menschen leben, die zwar loyale Bürger sind, ihre angestammte Kultur aber nicht total aufgeben wollen
Kolumne/Barbara Coudenhove-Kalergi
Das Wort "Austrotürken" gibt es im österreichischen Sprachgebrauch nicht. Das Wort "Deutschtürken" in unserem Nachbarland aber sehr wohl. Deutschtürken sind Menschen türkischer Herkunft, die sich in Deutschland eingelebt haben, dessen Werte und Gebräuche teilen, aber dennoch ihre Wurzeln nicht verleugnen und nach wie vor ihre türkische Kultur hochhalten.
Auch in den USA sind solche doppelten Identitäten gang und gäbe. Man spricht von "African Americans" und "Chinese Americans". Nicht bei uns. Hierzulande sagt man allenfalls "Österreicher mit Migrationshintergrund". Erscheinungen wie der "Verein syrischer Österreicher", gegründet von einem erfolgreichen Bauingenieur, der nebenbei auch Imam ist, bilden die Ausnahmen. Nur ja keine Doppelstaatsbürgerschaften, denn dann ist womöglich "das Herz woanders" (ÖVP-Integrationsministerin Susanne Raab).
Hier ist man entweder hundertprozentiger Österreicher oder Ausländer. Nicht leicht für Menschen, vor allem junge, die ihren Platz in der Gesellschaft suchen.
www.derstandard.at
Es führt kein Weg daran vorbei, endlich anzuerkennen, dass in Österreich wie anderswo in Europa hunderttausende Menschen leben, die zwar loyale Bürger sind, ihre angestammte Kultur aber nicht total aufgeben wollen
Kolumne/Barbara Coudenhove-Kalergi
Das Wort "Austrotürken" gibt es im österreichischen Sprachgebrauch nicht. Das Wort "Deutschtürken" in unserem Nachbarland aber sehr wohl. Deutschtürken sind Menschen türkischer Herkunft, die sich in Deutschland eingelebt haben, dessen Werte und Gebräuche teilen, aber dennoch ihre Wurzeln nicht verleugnen und nach wie vor ihre türkische Kultur hochhalten.
Auch in den USA sind solche doppelten Identitäten gang und gäbe. Man spricht von "African Americans" und "Chinese Americans". Nicht bei uns. Hierzulande sagt man allenfalls "Österreicher mit Migrationshintergrund". Erscheinungen wie der "Verein syrischer Österreicher", gegründet von einem erfolgreichen Bauingenieur, der nebenbei auch Imam ist, bilden die Ausnahmen. Nur ja keine Doppelstaatsbürgerschaften, denn dann ist womöglich "das Herz woanders" (ÖVP-Integrationsministerin Susanne Raab).
Hier ist man entweder hundertprozentiger Österreicher oder Ausländer. Nicht leicht für Menschen, vor allem junge, die ihren Platz in der Gesellschaft suchen.
Die "Austrotürken"
Es führt kein Weg daran vorbei, endlich anzuerkennen, dass in Österreich wie anderswo in Europa hunderttausende Menschen leben, die zwar loyale Bürger sind, ihre angestammte Kultur aber nicht total aufgeben wollen