Ja, klar. Deswegen sind seine Charaktereigenschaften durch die Chats aufgeflogen
Kurz bereut Ende der Koalition mit FPÖ nach „Ibiza“-Skandal
Ex-ÖVP-Bundeskanzler Sebastian Kurz bereut im Nachhinein das Ende der Koalition mit der FPÖ wegen des „Ibiza“-Skandals. Die Informationslage sei schlecht gewesen, laut Gerüchten sollte nach den „gut geschnittenen Minuten“ des Videos noch viel kommen, die Stimmung sei aufgeheizt und viele seien gegen eine Fortsetzung der Koalition gewesen, erzählte er gestern beim Business-Talk der Beratungsagentur C3 in Wien. „Wäre es anders besser gewesen? Ich glaube ja.“
Die Koalition mit der FPÖ habe nämlich „sehr gut funktioniert“, es sei „in relativ kurzer Zeit viel gelungen“, das gut für das Land sei – etwa die Arbeitszeitflexibilisierung, der Familienbonus und die Migrationslinie. Es habe ein gutes Zusammenspiel und viel inhaltliche Nähe gegeben. Die Koalition habe auch viel Zuspruch gehabt, die Stimmung im Land sei gut gewesen.
Koalition mit Grünen „schwieriger“
Die auf die Neuwahl folgende Zusammenarbeit mit den Grünen führte Kurz auf den Mangel an Alternativen zurück. „Die Koalition mit den Grünen war wesentlich schwieriger.“ Eine Zeit lang habe aber auch diese „relativ gut funktioniert“. Korruptionsvorwürfe gegen Kurz und enge Mitarbeiter hatten dann im Herbst 2021 zu einer Regierungskrise geführt, nach einem Ultimatum der Grünen zog sich Kurz schließlich als Regierungschef zurück.
Zu Koalitionsvarianten nach der nächsten Nationalratswahl im Herbst – hier hat der aktuelle ÖVP-Kanzler Karl Nehammer eine Koalition mit der FPÖ unter Bundesparteiobmann Herbert Kickl ausgeschlossen – wollte Kurz sich nicht äußern. Er stehe nicht zur Wahl und beteilige sich nicht an innenpolitischen Diskussionen. In Bezug auf die Chancen der ÖVP sei für ihn „alles möglich“.
orf.at