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Nachrichten aus Österreich

Brief an die (SPÖ)-Mitglieder!
Lieber Genosse
Nachdem nach den NEOS gestern auch die ÖVP den Verhandlungstisch verlassen hat, droht Österreich ein rechtsextremer Kanzler Kickl, möglich gemacht durch die ÖVP.
Ausgerechnet der geschäftsführende Parteiobmann der ÖVP, Christian Stocker, wird aller Voraussicht nach nun mit FPÖ-Chef Kickl über eine mögliche Koalition verhandeln. Der gleiche Christian Stocker, der sowohl vor der Wahl als auch nach der Wahl gebetsmühlenartig betont hat, dass es keine Koalition mit Kickl geben wird.
Aber wie konnte es so weit kommen?
Wir haben nach der Wahl aus staatspolitischer Verantwortung Koalitionsverhandlungen mit NEOS und ÖVP geführt. Es war uns von Anfang an klar, dass das keine leichten Verhandlungen werden.
Aber die Herausforderungen sind groß: Wirtschaftskrise, Teuerung, hohe Arbeitslosigkeit und ein enormes Budgetloch, das uns die beiden ÖVP-geführten Regierungen hinterlassen haben.
Wir sind in die Verhandlungen gegangen und waren bereit zu Kompromissen – aus staatspolitischer Verantwortung für unser Land. Wir haben Millionärssteuern und Steuern auf Millionenerbschaften zu keiner Bedingung in den Verhandlungen gemacht. Obwohl wir der festen Überzeugung sind, dass sie die gerechteste Variante wären, um das Budgetdesaster zu lösen. NEOS und ÖVP wollten das nicht. Das haben wir akzeptiert.
Für uns war aber klar: Das Budget muss fair saniert werden. Aber auch zu allen Alternativvorschlägen haben ÖVP und NEOS nein gesagt:
Die Banken haben in den vergangenen Jahren durch die hohen Kreditzinsen einen Rekordgewinn von 34 Mrd. Euro gemacht. Es wäre nur fair gewesen, wenn die Banken einen Beitrag leisten.
Anhebung der Konzernsteuern auf das Niveau von 2017: nicht für alle, sondern nur für die großen Konzerne mit über 300.000 Euro Gewinn.

All das wollte die ÖVP nicht. Das hat einen Grund und heute ist er offiziell: In der ÖVP haben sich jene Kräfte durchgesetzt, die von Anfang an auf Blau-Schwarz gesetzt haben.
KTM-Chef und ÖVP-Großspender Pierer spricht sich vor den offiziellen Verhandlungen bereits für Blau-Schwarz aus.
Nach ersten Einigungen bei Bildung, Integration und Budgetpfad macht die niederösterreichische Landeshauptfrau Mikl-Leitner medial Druck.

Nach dem Veto der SPÖ zur Erhöhung des Pensionsantrittsalters auf 67 spricht sich der Tiroler Wirtschaftslandesrat für Blau-Schwarz aus.
Karl Nehammer wurde von jenen entmachtet, die von Anfang an mit der FPÖ koalieren wollten. Die Verhandlungen wurden deshalb gestern von der ÖVP beendet. Den Schaden dieser ÖVP-Taktik trägt jetzt ganz Österreich. Ein rechtsextremer Kanzler Kickl droht.
Wir wissen genau, was droht, weil wir die ÖVP in den Verhandlungen erlebt haben. Sie wird mit der FPÖ ihr Kahlschlagprogramm durchziehen.
FPÖ und ÖVP werden das Leben für uns alle teurer machen.
Sie werden den Sparstift bei den Pensionist*innen ansetzen.
Sie wollen Gehaltseinbußen für Lehrer*innen, Pfleger*innen & Polizist*innen.
FPÖ und ÖVP werden unsere Gesundheitsversorgung weiter aushöhlen anstatt verbessern.

All das nur, damit einige wenige auch weiterhin mehr bekommen. Damit Banken und Energiekonzerne keinen Beitrag leisten müssen, um das Budgetdesaster der ÖVP zu lösen.
Egal, wie es jetzt weitergeht. Ob mit Neuwahlen oder einem fliegenden Wechsel zu Blau-Schwarz mit Kickl als Kanzler: Die SPÖ wird weiter eine starke Stimme für die große Mehrheit der Bevölkerung sein.
Freundschaft!
 
Van der Bellen entschied
Erstmals Regierungsbildungsauftrag für FPÖ
Nach dem Scheitern der Koalitionsgespräche zwischen ÖVP, SPÖ und NEOS und dann zwischen ÖVP und SPÖ hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen am Montag nun doch FPÖ-Chef Herbert Kickl mit der Regierungsbildung beauftragt – aus Respekt vor dem Wahlergebnis und aufgrund veränderter Rahmenbedingungen, wie er sagte. Ziel sei eine arbeitsfähige Bundesregierung. Für die heimische Politik ist es eine Zäsur. Die SPÖ warnte vor einem „radikalen Kürzungskurs“, für NEOS war der Schritt auf die FPÖ zu „unausweichlich“.

Van der Bellen sprach am Montag rund eine Stunde lang mit Kickl in der Hofburg und gab dann kurz nach Mittag seine Entscheidung bekannt. Er habe sich diesen Schritt nicht leicht gemacht, sagte das Staatsoberhaupt. Aber der Respekt vor dem Wählervotum gebiete es, dass der Bundespräsident Mehrheiten im Nationalrat achte.

 
Ja und von den Medien, inklusive ORF, wird jetzt kräftig die FPÖ getätschelt und die ÖVP hat keine Alternative :lol27:
Kickl mit Regierungsbildungsauftrag
Wo FPÖ und ÖVP einander finden müssen
Die Regierungsbildung startet ab Dienstag de facto neu: Erstmals in der Geschichte der Zweiten Republik hat mit Herbert Kickl ein FPÖ-Vertreter den Regierungsbildungsauftrag. Die ÖVP werde es nach ihrem „Kotau vor Kickl“ mangels Alternativen „vergleichsweise billig“ geben müssen, so der Politologe Peter Filzmaier. Die FPÖ wiederum wolle endlich aus Position eins regieren. Trotzdem gebe es Hürden – allem voran „das liebe Geld“.

Während die FPÖ gelassen in Neuwahlen gehen könnte, sei die Volkspartei – mit ihrem neuen Chef Christian Stocker – in einem solchen Fall danach in der „gleichen Verhandlungsproblematik gefangen“, allerdings wohl mit einer noch schlechteren Ausgangslage, sprich weiterem Stimmenverlust, so Filzmaier gegenüber ORF.at. Die ÖVP habe daher keine Alternative.

 
Muslime empört über Mikl-Leitner-Aussage
Für Kritik sorgt eine Aussage von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) rund um mögliche Koalitionsverhandlungen mit der FPÖ. In einem ORF-Interview sagte sie, man brauche „konkrete Maßnahmen im Kampf gegen den Islam“. Die Muslimische Community reagiert mit Empörung.

Landeshauptfrau Mikl-Leitner sprach sich im Interview mit ORF-NÖ-Chefredakteurin Claudia Schubert am Sonntag gegen Neuwahlen aus und sagte wörtlich: „Ich denke, die Menschen haben kein Verständnis für Neuwahlen, außerdem muss man bedenken, dass wir uns in einer äußerst herausfordernden Zeit befinden, wo es wichtig ist, ganz konkrete Maßnahmen zu setzen für den wirtschaftlichen Aufschwung, als auch im Kampf gegen den Islam.“

Diese letzte Zeile sorgt für große Aufregung. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) veröffentlichte am Montag ein Statement auf ihrer Homepage. Darin heißt es, „eine derartige Formulierung ist nicht nur pauschal und abschätzig, sondern stellt einen direkten Angriff auf der Würde der mehr als 700.000 MuslimInnen in Österreich dar.“

 
In der Steiermark regieren FPÖ-ÖVP
Steirische Notschlafstellen sind ausgelastet
Die Nächte sind derzeit klirrend kalt, mit Temperaturen deutlich im Minusbereich. Das macht sich auch bei den steirischen Notschlafstellen bemerkbar – sie sind jeden Abend voll. Sogar Notbetten werden genützt.

Täglich ab 18.30 Uhr sind die Türen der Arche 38 in Graz für Männer ohne festen Wohnsitz geöffnet – die Nachfrage sei derzeit groß, sagte Helferin Sandra Hubmann: „Die Leute warten schon vor der Tür. Wir haben immer heißen Tee für sie, damit sie sich aufwärmen können.“

„Versuchen, allen einen Platz zu geben“
Die Kälte setze den Menschen im Moment wirklich zu, sagte Sabah Bayya von der Arche 38: „Wir haben 30 Betten, aber alles ist schon besetzt. Denn draußen ist es kalt und Winter, und die meisten kommen zu uns. Wir versuchen, dass wir allen Unterkunft geben, aber wenn wir keinen Platz mehr haben, dann müssen wir in andere Einrichtungen die Leute schicken.“

 
Ex-ÖVP-Politiker Franz Fischler: "Mit Blau-Schwarz könnte die Dritte Republik beginnen"
Franz Fischler sieht Österreich in einer "demokratieriskierenden Situation". Er erwartet eine FPÖ-ÖVP-Koalition und hält diese "reaktionäre" Regierung für eine mögliche Zeitenwende

Der ehemalige österreichische EU-Kommissar hat im Jahr 2023 angekündigt, dass er aus seiner Partei, der ÖVP, austreten wird, falls sie FPÖ-Chef Herbert Kickl zum Bundeskanzler machen sollte. Genau das könnte nun bald der Fall sein. Franz Fischler sieht darin das Potenzial für eine historische Zeitenwende.

STANDARD: Sind Sie schon dafür bereit, bald Ex-ÖVP-Mitglied zu sein?

Fischler: Dabei bleibt es. Das ist meine private Position. Ich habe keinen Grund, das zu ändern.

STANDARD: Was sagen Sie zu den jüngsten politischen Vorkommnissen?

Fischler: Es wurde von den Beteiligten ein Riesenschaden angerichtet. Zwei ehemals staatstragende Parteien sind mit dem Anspruch angetreten, dafür zu sorgen, dass es keine Kickl-Regierung gibt. Sehr viele Bürgerinnen und Bürger werden enttäuscht sein und der Politik den Rücken kehren, aller Wahrscheinlichkeit nach auch nicht mehr wählen gehen. Wir sind in eine sehr demokratieriskierende Situation geraten. Von außen ist es sehr schwer zu sagen, wer jetzt mehr oder weniger schuld ist, weil die gegenseitige Schuldzuweisung hat, das war vorhersehbar, ja schon eingesetzt. Aber fest steht, dass sie miteinander ihr Versprechen nicht eingelöst haben. Das ist das Drama, in dem wir zurzeit stecken. Ganz abgesehen davon, dass das natürlich auch im Ausland mitverfolgt wird und Österreichs Prestige unter dieser Entwicklung massiv gelitten hat.

 
Ein blau-schwarzes Budget ist nahezu ein Ding der Unmöglichkeit
Der Befund, dass sich die wirtschafts- und budgetpolitischen Vorstellungen von FPÖ und ÖVP gleichen, ist extrem oberflächlich

Im Vergleich zu den unüberbrückbaren wirtschafts- und vor allem budgetpolitischen Differenzen zwischen ÖVP, SPÖ und Neos könnte eine Einigung der ÖVP mit der FPÖ ein Leichtes sein. Dieser Eindruck entstand in den vergangenen Wochen nicht zuletzt wegen der ÖVP selbst. Die ihr nahestehende Industriellenvereinigung etwa ortete viel Deckungsgleichheit bei den Wirtschaftsprogrammen der Parteien.

Tatsächlich jedoch ist dieser Befund extrem oberflächlich. Wer diverse Ansagen von FPÖ und ÖVP vergleicht und noch dazu den milliardenschweren Konsolidierungsbedarf berücksichtigt, den Brüssel der Republik vorschreibt, stellt fest: Ein blau-schwarzes Budget ist nach derzeitigem Stand schlicht ein Ding der Unmöglichkeit.

 
Was glaubt Österreich?
Studie: Juden und Muslime als Feindbilder in Österreich
Die neue Studie der Universität Wien „Was glaubt Österreich?“ zeigt eine Zunahme von Antisemitismus und eine weite Verbreitung von Islamfeindlichkeit in Österreich. Die Religionssoziologin Regina Polak erklärt gegenüber religion.ORF.at, warum Juden und Muslime als Feindbilder gelten und was dahintersteckt.

Die vom Zukunftsfonds geförderte Studie „Was glaubt Österreich?“ ist Teil des gleichnamigen ORF-Projekts „Was glaubt Österreich?“, das von der ORF-Abteilung für Religion und Ethik initiiert wurde. Für diese wurden im April und Mai insgesamt 2.160 Personen mit Wohnsitz in Österreich zwischen 14 und 75 Jahren zu ihren Glaubens-, Sinn- und Wertvorstellungen befragt. Deutlich wird, dass sich Glaubensvorstellungen und Glaubenspraxis in Österreich ändern, aber auch, dass Phänomene wie Islam- bzw. Muslimfeindlichkeit weit verbreitet sind und Antisemitismus zunimmt.

Der Studie zufolge ist die Ablehnung von Muslimen und Musliminnen und dem Islam bei einem Großteil der Bevölkerung weit verbreitet. 39 Prozent halten christliche und islamische Werte für unvereinbar, 31 Prozent stimmen der Aussage zu, dass die Religionsausübung bei Muslimen eingeschränkt werden sollte. Antisemitismus zeige sich in der hohen Zustimmungsrate zu Aussagen wie der, dass „die Israelis […] die Palästinenser im Grunde auch nicht anders behandeln als die Deutschen im Zweiten Weltkrieg die Juden“ (39 Prozent) bzw. dass Juden „vonseiten der österreichischen Politik zu viel Aufmerksamkeit“ genießen (38 Prozent).

 
Lächerlicher geht nicht mehr. Gibt Pressekonferenz und lässt keine Fragen zu... Ehrlich regieren, unterstellt allen anderen Parteien Unehrlichkeit.
„Hand ist ausgestreckt“
Kickl will mit ÖVP verhandeln
FPÖ-Chef Herbert Kickl will mit der ÖVP über die Bildung einer neuen Bundesregierung verhandeln. „Unsere Hand ist weiter oder wieder ausgestreckt“, sagte Kickl am Dienstagnachmittag. Er werde den Parteigremien noch am Abend empfehlen, Verhandlungen mit der Volkspartei aufzunehmen. Sollten diese das Verhandlungsangebot an die ÖVP absegnen, steht als nächster Schritt ein Treffen mit dem designierten ÖVP-Chef Christian Stocker an.

Man werde dann rasch Klarheit brauchen, ob eine Koalition möglich sei, sagte Kickl. Dafür werde es Änderungen in der ÖVP und Geschlossenheit brauchen: „Wenn das nicht gewährleistet ist, dann war es das schon wieder.“ Die FPÖ sei für eine Neuwahl gerüstet.

Erklärtes Ziel sei nun aber die Bildung einer „ehrlichen“ Regierung mit der ÖVP, wie Kickl mehrmals sagte. Was die dazu notwendigen Verhandlungen betrifft, wolle er zunächst im kleinen Rahmen abklären, ob eine Koalition mit der ÖVP überhaupt „machbar ist“. Dass er nun mit der Volkspartei rede, sei auch für ihn nicht leicht, er wolle aber nicht in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft schauen.

 
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